Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pflichtlektüre für Eltern, 22. Februar 2009
David Gilmour erzählt in "unser allerbestes Jahr" wie sein Sohn Jesse die Schule geschmissen hat und Vater und Sohn eine Vereinbarung getroffen haben: Sie sehen sich pro Woche drei Filme zusammen an.
So verbringen sie viel Zeit miteinander, reden, diskutieren, sind sich nahe.
Jeder, der Kinder im Teenageralter hat, kann nachvollziehen, welche Ängste der Vater um seinen Sohn hat, er könne abrutschen und in schlechte Gesellschaft kommen, sich seine Zukunft verbauen, wenn er keinen Schulabschluss vorweisen kann.
Ich bewundere die Geduld, die Davod Gilmour mit seinem Sohn hatte, weil es sich nicht nur um ein Jahr gehandelt hat, in dem sein Sohn teilweise perspektivlos war. Auch Jesse, der Sohn, ist etwas besonderes, weil er sich seinem Vater in Dingen wie u.a. Liebeskummer öffnet, ihm vertraut und sich größtenteils an die Vereinbarungen hält, die zu Beginn des Filmclubs getroffen wurden.
Anfangs hat mir Gilmours Stil nicht besonders gefallen. Vor allem deshalb, weil in der ersten Hälfte des Buches zu viele Klammern mit Text gefüllt sind, was ich als störend empfunden habe, aber man gewöhnt sich daran, zumal es gegen Ende nachlässt.
Unser allerbestes Jahr ist wahrscheinlich sehr viel besser verständlich, wenn man ein ebensolcher Cineast ist wie Gilmour, was ich leider nicht bin. Ich muss jede Menge Filmwissen nachholen.
Für die knapp 250 Seiten habe ich keine 24 Stunden gebraucht, und gegen Ende des Buches war ich wirklich berührt und habe die etwas negative Meinung, die ich zu Beginn hatte, geändert.
Es ist kein Roman und keine erfundene Geschichte, sondern ein Bericht über die Zeit Gilmours mit seinem Sohn - über Unterstützung und Halt, die der Vater dem Heranwachsenden gibt, in der der Junge ebensoviel lernt wie der Vater. Genauso kann ich mich in Jesse hineinversetzen, der die Schule geschmissen hat und erst später darauf kommt, wie wichtig Bildung ist.
Den Kids auf der ganzen Welt wäre ein solcher Vater zu wünschen. Leider hat aber nicht jeder die Möglichkeit, sich so zeitintensiv um sein Kind zu kümmern.
Unser allerbestes Jahr könnte ich mir gut als Pflichtlektüre für Eltern vorstellen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Vater und ein Sohn: wie sie zu einander finden und später von einander lassen können!, 18. Juni 2009
Pubertierende Jugendliche sind eine stete Herausforderung für Eltern, ganz gleich, welchen Idealen oder Vorstellungen über Erziehung sie anhängen.
David Gilmour sieht sich eines schönen Tages mit den Problemen seines Sohnes konfrontiert, und man darf annehmen, dass er über seine eigene Lebensgeschichte berichtet. Jesse wird zum dauerhaften Schulverweigerer. Was tun in der Not?
David fällt als letzte Lösung ein, dem Jungen den Schulabbruch zu erlauben unter der Bedingung, dreimal wöchentlich mit ihm einen Film anzuschauen.
Man muss wissen, dass David Gilmour Filmkritiker ist.
Er kennt sich aus im Filmgeschäft, und sein Wissen ist der Fundus, aus dem er seine Sicherheit gegenüber dem renitenten Sohn schöpft. Über das Medium Film versucht Gilmour, dem Sohn aus seinen Beziehungskrisen und Ratlosigkeiten herauszuhelfen. Indem er sich dreimal wöchentlich mit ihm zusammensetzt, ergeben sich Gelegenheiten für Gespräche über Gott und die Welt, über Liebe, Sex und das Erwachsenwerden.
Gilmour selber lebt zu dieser Zeit auf ungewissem Terrain mit seiner beruflichen Zukunft. Nichts will so recht klappen, seine Freiberuflichkeit hat ihn an den Rand seiner Existenz geführt.
Die Identifikation mit den Nöten des Sohnes veranlasst Gilmour, mit ihm zusammen Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Herausgekommen ist Teil einer Lebensbiographie, in der jeder seinen Weg sucht, und ein Vater mit zögernden und tastenden Schritten seinen Sohn bei der Selbstfindung begleitet. Er zeigt bei der erzieherischen Hilfestellung den Willen, sich Problemen zu stellen und dem Sohn die eigenen Unzulänglichkeiten nicht zu verschweigen. Auf diese Weise kommt er Jesse menschlich näher und schafft Vertrauen, das als Basis für das Gelingen des unwägbaren Erziehungsunterfangens angesehen werden kann. Der Vater weiß Grenzen zu ziehen, und Jesse behält sein Vertrauen. Ganz allmählich lernt er, seine Dinge alleine zu regeln, und sein Vater merkt, dass ein Ende ihrer kumpelhaften Beziehung naht.
Vater und Sohn befinden sich nach einer eindrucksvollen Phase der Nähe in einem langen gegenseitigen Abnabelungsgeschehen.
Dass David Gilmuor bei seiner Aufgabe eigene Erinnerungen kommen, dass er sich als verletzlicher Mensch zeigt, der mit ausnehmend feinem Gespür für die Interessen und Gefühlslagen seines Sohnes handelt, macht den Roman zu einer sympathischen und anrührenden Lektüre. Nebenbei kann man einen Spaziergang durch die Filmgeschichte der letzten fünfzig Jahre antreten, der sicher den einen oder anderen Filmfan begeistern wird.
Witzig, einsichtig und sehr gegenwärtig erlebt man die Entwicklung zwischen Vater und Sohn. Das gemeinsame Bier in einer Nacht in Havanna und die Ehrlichkeit auf beiden Seiten bieten Anlass zum Nachdenken, wie denn nun Erziehung funktioniert!
Der Leser mag selber seine Schlüsse ziehen!
Mit leiser Melancholie schaut David Gilmour zuletzt auf drei schöne Jahre mit seinem Sohn zurück. Der Sohn ist erwachsen geworden und geht seiner Wege, denn das ist der Lauf der Welt! Erinnerungen aber verbinden und bleiben für immer im Gedächtnis!
Weise, klug und unsentimental, dabei liebevoll und warmherzig wird die Geschichte erzählt, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
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34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Film-Therapie..., 24. Februar 2009
...scheint der letzte Ausweg zu sein:
Jesse hat keine Lust mehr auf Schule, pubertiert heftig und stellt seine Eltern vor echte Herausforderungen. Kurzerhand tauscht David, von Jesses Mutter schon lange getrennt, aber mit ihr noch immer freundschaftlich verbunden, die Wohnung und zieht zu seinem Sohn. Väterliche Strenge täte ihm vielleicht gut, doch David geht einen anderen Weg:
Er erlaubt seinem Sohn, die Schule abzubrechen und grenzenlose Freiheit zu genießen. Lediglich eine Vereinbarung trifft er mit Jesse: Dreimal in der Woche sehen sie sich gemeinsam einen Film an, den der Vater auswählt.
Jesse kann sein Glück kaum fassen und willigt ein.
Dann beginnt eine etwas andere Therapie mit anfangs völlig offenem Ende:
Die sorgfältig ausgewählten Filme bringen Vater und Sohn ins Gespräch, über das Leben und die Liebe, über Ziele und Umwege, über (Film)Kunst und Freundschaft.
Da auch David in diesem Jahr viel Zeit hat, weil er als freier Autor, Journalist und Moderator nur wenig Aufträge hat, wird die Zeit mit Jesse zu einem kostbaren Geschenk:
Mit großem Respekt, Wärme und nach allen Seiten offen lernen beide voneinander. Die Filme, von David Gilmour mit viel Kennerschaft ausgewählt und auch dem Leser nahe gebracht, sind am Ende so etwas wie Katalysatoren...
Und trotzdem hat mich dieses Buch nach anfänglicher Begeisterung streckenweise verärgert: Die Aneinanderreihung der Filmbotschaften, die etwas fragwürdig anmutenden Dialoge zwischen Vater und Sohn (vielleicht lag es an der Übersetzung, aber ich würde doch behaupten wollen, das so nie und nimmer zwischen Eltern und Kindern kommuniziert wird), die manchmal allzu offensichtlich penetrante Nähe zwischen den beiden, gerade als David sich mehrfach in die Beziehungsnöte seines Sohnes einmischt, wirkten auf mich vor allem nach der ersten Buchhälfte irgendwie falsch.
Da stellt ein Schriftsteller sein Innerstes - und das seines ihm anvertrauten Kindes - allzu voyeuristisch aus, lässt dabei allerdings eine gesunde Selbstreflexion vermissen.
Die Idee, einen ganz anderen Weg zu gehen, Nähe zum beinahe schon entglittenen Kind zu suchen, über scheinbar unvermintes Terrain wieder ins Gespräch zu kommen und dabei quasi nebenbei auch noch erfolgreich zu sein, teilt sich dem Leser dennoch balsamartig mit!
Das Eltern nur Menschen sind, Kinder aber auch, ist die Quintessenz dieses Buches. Und das letztlich stetes Ernst- und Wichtignehmen von Jugendlichen und Geduld keine schlechten Ratgeber sein können -- auch das lernt der Leser hier am Beispiel einer ungewöhnlichen "Filmtherapie".
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