Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Knapp vorbei..., 11. Oktober 2006
Es hat nicht sollen sein mit dem Booker-Prize für Sarah Waters. Die Buchmacher hatten sie favorisiert und auch meine persönliche Meinung ging klar in Richtung Sarah Waters. Aber auch nur zum erlesenen Kreis der Aspiranten auf Großbritaniens wichtigsten Literaturpreis zu sein, ist der Ehre genug.
Die Waliserin Sarah Waters, Jahrgang 1966, hat sie schon mit ihrem Roman "Fingersmith" bewiesen, der 2002 größtes Lob einheimste und auch verfilmt wurde, dass sie exzellent zu schreiben vermag. Ihr Fable für historische Stoffe kommt auch in "The Night Watch" zum tragen, denn Handlungsort ist das unter den Kriegswirren leidende London. Der Clou des Romans liegt in seiner Erzählperspektive, denn die Geschichte beginnt mit ihrem Ende im Jahre 1947. Anschließend begibt sich der Leser bzw. die Leserin auf eine Zeitreise in die Jahre der Luftangriffe, der Angst, der Entbehrungen und verfolgt dabei die Schicksale der Londoner Protagonisten.
Dem Aufgebot an Figuren mangelt es nicht an Würze: gleich drei lesbische Damen kommen im Figurenarsenal vor, dazu allerhand Verstrickungen und Geheimnisse, die zu verraten oder auch nur anzudeuten viel vom Leseerlebnis nehmen würde. Die Leben der Figuren Julia, Kay, Helen, Viv und Duncan sind zum Teil durch komplizierte Verstrickungen ineinander verwoben und werden durchaus auf überraschende Weise aufgelöst. Universelle Themen wie Unschuld, Begehren und Ichsuche machen das Ganze zu einem psychologisch raffinierten Roman, der durchaus ein fesselndes Leserlebnis darstellt.
Booker Prize hin, Booker Prize her, da diese Auszeichnung jedes Jahr vergeben wird, kann die Qulität nicht immer das Maß aller Dinge sein. Da gibt es die ganz großen Gewinner, etwa ein Kazuo Ishiguro, oder eben die Gewinner, die ihn bekommen haben, weil nichts Besseres zur Auswahl stand. Waters hätte ihn nicht unverdient gewonnen; ohne nun ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur darzustellen, ist ihr Roman wirklich durch und durch gelungen. Also kaufen Sie ihn, wenn Sie gerne gute Bücher lesen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wieder ein tolles Buch, 25. Februar 2006
Sarah Waters hat sich ein Jahrhundert weiter begeben, denn dieser Roman ist nicht im viktorianischen England angesiedelt, sondern spielt in London zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Geschichte mehrerer junger Menschen, deren Schicksale miteinander verworren sind, wird "rückwärts" erzählt, d.h. der erste Teil des Buches ist eigentlich das Ende der Geschichte, der letzte ihr Anfang. Die Handlung ist nicht so rasant und ereignisreich wie etwa in "Fingersmith", denn es werden viele kleine Details beschrieben, welche das Wesen der Personen ausmachen. Man erfährt über die Beziehung der attraktiven Vivien zu einem verheirateten Mann, der sie ausnützt, ohne dass sie es merkt, von dem Geheimnis ihres jungen, sensiblen Bruders Duncan, der zur Kriegszeit im Gefängnis war und von den Beziehungswirren zwischen drei lesbischen Frauen: der maskulinen Kay, der sehr gefühlvollen, liebenswürdigen Helen und der smarten, etwas kühlen Schriftstellerin Julia. Hier gibt es am Ende (also eigentlich am Anfang der Geschichte) auch eine unerwartete Wendung der Handlung, d.h. es ging nicht so los wie man eigentlich dachte. Das Buch liest sich nocht so flott wie die ersten drei Romane, ist aber psychologisch tiefgründiger. Ich war wieder einmal begeistert und kann es kaum erwarten, bis Sarah waters ihr nächstes Buch schreibt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mal etwas anderes..., 19. Februar 2006
Ich ich bin kein Fan von Buechern, die mit ihrem Ende anfangen und dann 'rueckwaerts' gehen, aber ich habe mich auf dieses eingelassen, nachdem Waters' andere Buecher mir sehr gut gefielen. Trotzdem, die Aufteilung des Buches in drei Teile haette meiner Meinung nach auch funktioniert, wenn es 'vorwaerts' geschrieben worden waere -der Ueberraschungsfaktor waere in jedem Falle geblieben (wenn der auch nie so extrem ist, wie z.B in Fingersmith). Verglichen mit Waters frueheren Buecher, ist The Night Watch melacholischer, dunkler -eher wie Affinity, nicht wie Tipping the Velvet. Die Charaktere sind, bis auf ein paar Ausnahmen, eher unsympathisch, aber illustrieren sehr gut das Gute und das Schlechte in Beziehungen und im Leben generell. Fuer mich war der groesste Pluspunkt der Stil und die Sprache: hervorragend, wie immer! Im Grossen und Ganzen also vier Sterne, das Ende am Anfang war das einzige, was ich stoerend fand.
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