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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bin großer Fan, aber leider enttäuscht., 1. November 2003
Als großer Patricia Cornwell-Fan habe ich mir natürlich auch Band 12 in der Reihe um Dr. Kay Scarpetta zugelegt. Kay Scarpetta ist zwar wieder da, aber nicht wirklich und nicht richtig. Obwohl ich es als großer Fan kaum zugeben möchte, bin ich enttäuscht:Einerseits werden in diesem Buch viele der in den vorhergehenden Bänden die meisten der dort vorkommenden Hauptcharaktere nochmals vorgestellt und der geneigten Leserschaft mitgeteilt, was in deren Leben seit dem vorhergehenden Buch geschehen ist. Das fand ich gut, denn seit dem Erscheinen von "The Last Precinct" und dem Erscheinen von "Blow Fly" sind immerhin drei Jahre vergangen und man neigt doch dazu, Charaktere, die einen nicht sonderlich beeindruckt haben bzw. einem selbst vielleicht nicht ganz so wichtig erschienen, zu vergessen. Ergo: Die Updates waren sehr hilfreich und an sich ein Pluspunkt. Andererseits spielt Kay Scarpetta m.E. in "Blowfly" eigentlich nur eine Nebenrolle. Es wird zwar mitgeteilt, dass sie nunmehr als Private Consultant in Florida tätig ist und sie wird auch in die Aufklärung eines acht Jahre alten Falles in Baton Rouge verwickelt. Den Großteil nehmen jedoch die Updates ein. Wie bereits erwähnt, sind die Updates zwar an sich sehr hilfreich, tragen aber in ihrem Umfang nicht gerade zur Spannung bei. Jean-Baptiste Chandonne ("le Loup Garou") und sein Bruder Jean-Paul Chandonne (a.k.a. Jay Talley) sind immer noch auf Kay versessen bzw. besessen von Kay. Jay Talley schlachtet Frauen, die Scarpetta gleichen (blond, blauäugig, um die vierzig) in Baton Rouge ab (sorry, aber ein milderes Wort gibt es leider m.E. für seine Vorgehensweise nicht) und Jean-Baptiste steht einige Tage vor seiner Hinrichtung in Texas. Die Chandonne-Zwillinge manipulieren Kay und andere Personen (sogar von der Death Row)so, dass Scarpetta - wie bereits erwähnt- als private consultant mit der Aufklärung eines acht Jahre alten Falles aus Baton Rouge betraut wird. Die Aufklärung des o.a. Falles ist m. E. zu simpel. Das mächtige Chandonne-Kartell ist für zu viele Dinge verantwortlich bzw. in zu viele Dinge verwickelt und plötzlich taucht sogar ein Sohn von Jay Talley auf, der nicht weiß, wer sein Vater ist und zufällig auf dem Flug nach Baton Rouge neben Kay sitzt...naja. Des weiteren ist in "Blow Fly" die Forensik auf ein absolutes Minimun reduziert. Ist nicht unbedingt schlecht, wenn ich an die ersten Bücher dieser Serie denke, die vollgepackt waren mit forensischen Details und zum Teil überflossen von Abkürzungen. Totgeglaubte tauchen plätzlich wieder auf, weil deren Tod nur gefaked war und nur Scarpetta es nicht wußte. Jean-Baptiste gelingt die Flucht aus der Death Row (viel zu einfach) und die Geschichte Jay Talley ist auch plötzlich und ohne viel Aufhebens abgeschlossen (möchte nicht zu viel verraten). Alles in allem ist mir die Geschichte zu weit hergeholt und lediglich eine Aufwärmung einer alten Angelegenheit. Außerdem ist mir zu wenig Scarpetta im Buch. Fazit: Eigentlich nur 3,5 Punkte und das ist bereits wohlwollend. Weil ich aber so ein großer Fan und Serienfreak bin, wird aufgerundet auf vier Punkte. Bitte bringt Kay Scarpetta in alter Form wieder!
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