Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Odyssee des Essens, 26. Oktober 2007
'Du bist, was du isst.' - Doch was essen wir, in der industrialisierten Welt heute eigentlich? Welche Beziehung haben wir zu unserem Essen, woher kommt es, auf welchem Weg wird es hergestellt und wie beeinflusst es das Leben jener, die sich damit beschäftigen, dass wir unsere Steaks, unser Obst, unseren Salat auf den Teller bekommen?
Wie kommt es, dass es bei Essen mehr als bei vielen anderen Gegenständen des täglichen Lebens im allgemeinen mehr auf Preis als auf Qualität drauf ankommt?
Michael Pollan ist Journalist und um sich dem Thema Essen, dem Thema Ernährung und vor allem der Beziehung des Menschens zu seinem Essen anzunähern, hat er vier Mahlzeiten, ja eigentlich vier Nahrungsketten verfolgt: von dem Moment, in dem ein paar Photonen von der Sonne Energie bereitstellen bis zu dem Moment, in dem die Menschen das Endprodukt der Nahrungskette zu sich nehmen.
Dabei ist er der Frage nachgegangen, wie Essen heute produziert wird, welche Auswirkungen das auf Mensch, Pflanze, Tier, Ökonomie und Ökologie hat und welche Beziehung die Menschen zu ihrem Essen haben, das heute mehr denn je seine Bedeutung verliert und zur bloßen Bedürfnisbefriedigung verkommt.
Die vier verfolgten Mahlzeiten bestehen aus:
- Industrial Food: ein McDonald's-Menü, dessen Ursprung die endlosen Maisfelder Iowas sind - dieser Mais liefert ca. 70% der Rohstoffe für ein komplettes McDonald's-Menü
- Industrial Organic Food: Am Ende ist Bio auch nur ein Label - und in vielen Belangen entsprechen die Praktiken in der "Biobranche" denen der industriellen Nahrungsmittelerzeugung recht genau.
- The Pasture: das vielleicht schönste Kapitel zeigt eine Farm, auf der durch intensive Mischbewirtschaftung ohne jeden Dünger, ohne Pestizide und nur durch die Symbiose vieler verschiedener Organismen glückliches, gesundes Essen hergestellt wird - befriedigt die bukolischen Bedürfnisse eines jeden Lesers, die wohl tief in uns stecken...
- The Woods: am Ende beschließt der Autor, sich noch eine Mahlzeit selbst zu erlegen: durch Jagen, durch Sammeln, durch Pflücken.
Das Buch ist nicht nur unglaublich interessant, sondern auch sehr unterhaltsam, ja oft einfach nur witzig zu lesen, vor allem aber bietet es Einblicke, Überlegungen und Denkanstöße ohne moralischen Zeigefinger, die einem endlich mal das 'big picture' erkennen lassen.
Schon lange nicht mehr hat mich ein Sachbuch derartig mitgerissen, begeistert und beeindruckt, ich kann es nur jedem (!) ans Herz legen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einzigartig - Sechs Sterne xxxxxx, 14. September 2008
Michael Pollan's 'Omnivore's Dilemma' gehört für mich zu den besten Büchern, die ich in den letzten zehn Jahren (mindestens) gelesen habe. Wäre es nicht nur auf englisch verfügbar, wäre es fraglos das EINE Buch, das ich jederzeit und so oft wie möglich, verschenken würde. Meines Wissens gibt es im deutschen Sprachraum kein Buch zum Thema Ernährung (im weitesten Sinne), was Michael Pollan's Darstellung auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. Und dies nicht nur wegen der Breite des beschriebenen Sujets, sondern auch wegen Pollan's begnadeter Schreibkunst. Das Buch hat mich in eine ganz neue Dimension des Wissens über die Natur von Lebensmitteln und deren Herstellung gehievt. Soviel zu lernen bei gleichzeitig so hohem Lesegenuss ist einzigartig.
Ich selbst lese wohl relativ viele Bücher im englischen Original, bin aber alles andere als ein 'native English speaker', die schriftstellerische Leistung von Pollan wurde mir jedoch von der ersten Seite an deutlich. Im deutschsprachigen Raum überwiegt die eher fade journalistische Schreibe bei Büchern zum Thema 'Food'. Das Lesen des OD (auf Amazon.com gibt es über 440 meist ähnlich überschwengliche, positive Rezensionen zu dem Buch, wobei der Titel häufig nur als OD bezeichnet wird) war ein Genuß und nehme ich allein meine Unterstreichungen, Hervorhebungen und Randbemerkungen, dann gibt es - glaube ich jedenfalls - kein einziges Buch meiner Lesekarriere (und die reicht über Jahrzehnte), das dem auch nur nahekommt. Wie gut muss das Englisch sein, um das Buch mit großem Appetit lesen zu können? Ich würde sagen, 'advanced' sollte der Sprachskill schon sein und dann bleiben immer noch viele Wörter - und nicht nur die Fachbegriffe -, die man im Wörterbuch nachschlagen muss. Klar, kaum jemand wird über dieses Nachschlagen begeistert sein, aber wie gesagt: Dieses Buch lohnt sich mehr als viele, viele andere.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Spagat zwischen extrem interessant und langweilig, 17. August 2009
Zuallererst möchte ich um Entschuldigung bitten für den Frevel, den Stil des Buches langweilig zu schimpfen. Das Buch ist durchaus lesens- und äußerst empfehlenswert, der Autor begibt sich nur einfach an vielen Stellen auf eine für mich manchmal recht willkürlich wirkende Sinnreise. Er schweift dann aus und beschreibt familiäre Dinge und seine Verwunderung über das Verhalten mancher Mitbürger etc etc. Das gesamte letzte Kapitel befasst sich beispielsweise mit der Zusammenstellung eines großen Mahls. An und für sich interessant, wie er an die "Beilagen" kommt, doch wenn ich ein Kochbuch suche, dann kaufe ich mir eines und so interessiert mich die Zusammenstellung seines Menüs eher marginal.
Nichtsdestotrotz ist dieses Buch äußerst interessant, begibt er sich doch auf eine Suche nach verschiedenen Möglichkeiten, sich zu ernähren. Das ist durchaus erschreckend und ernüchternd und genau deswegen würde ich das Buch immer empfehlen, weil er es schafft, relativ wertfrei ein Bild vom heutigen - kulinarischen - Amerika zu zeichnen, das sicherlich in großen Teilen auch auf Deutschland übertragbar ist. Er stellt teilweise ketzerische Fragen, deren Antworten mir manches Mal die Ignoranz und Gleichgültigkeit vor Augen geführt hat, mit der man - und ich schließe mich da nicht generell aus - den Weg der Nahrung bis zum eigenen Teller betrachtet.
Also, mein Tipp: auf jeden Fall lesen und wenn er zu sehr ausufert, einfach quer lesen. Das nächste interessante Thema kommt mit Sicherheit!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|