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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein magisches Buch, 22. März 2005
Neil Gaiman hält dieses Buch für den fraglos besten englischen Roman, der seit 70 Jahren im Genre des Phantastischen geschrieben wurde. Ich will und kann ihm nicht widersprechen: lange hat mich ein Roman nicht mehr so gefesselt und verzaubert.Dabei ist Clarkes Erzählweise gemächlich. Sie läßt sich Zeit mit der Einführung ihrer Figuren, selbst für solche, die nur eine kleine Rolle spielen. Der mit einer beständigen ironischen Distanz durchwirkte Stil erinnert an Oscar Wilde oder Hector Hugh Munroe, und gekoppelt mit dem übernatürlichen Thema der Magie insbesondere an die prominentesten Vertreter der englischen Ghost Story, an Sheridan le Fanu und M. R. James. Mit diesem ironisch-distanzierten Stil gelingt es ihr, die Magie wie selbstverständlich in die dröge matter-of-fact-Wirklichkeit der englischen Gesellschaft einzuschreiben. Insbesondere die Spannung zwischen den Kontrahenten Gilbert Norrell, einem buchhalterischen, ängstlichen Magie-Verwalter, und Jonathan Strange, einem leichtfertig-enthusiatischen Gentleman, ist von Clarke aufs Amüsanteste eingefangen. Und die magischen Wunder, von denen sie erzählt, sind deshalb um so zauberhafter, weil sie mit einer britisch-trockenen Nüchternheit und Selbstverständlichkeit wahrgenommen und beschrieben werden. So ist es nicht nur die Handlung, die von Bedeutung ist, sondern ebenso das Erzählklima, in dessen Etablierung Clarke viel Zeit (und viele Seiten) investiert. Sie widmet Ereignissen und Dingen ganze Kapitel, die man ebenso auch in einem Nebensatz hätte abhandeln können, die aber dennoch schmerzlich fehlen würden, hätte sie die Zuflucht zu diesem Nebensatz genommen. Wer den Roman nach dem ersten Drittel entnervt beiseite gelegt hat, dem sei zur Wiederaufnahme der Lektüre geraten. Tatsächlich ist das erste, Mr Norrell gewidmete Drittel des Buches mitunter langatmig und zäh, aber genau das ist ja auch Norrells prominentester Charakterzug. Ab Seite 200 nimmt der Roman allmählich an Fahrt auf, und ab Seite 600 überschlägt er sich. Clarkes Roman ist hervorragend konstruiert und durchdacht. Alles, was zuvor sorgfältig vorbereitet wurde, findet auf den letzten rund 150 Seiten seinen fulminanten Abschluß. In die Klage über den angesichts des Endes zu erwartenden Nachfolger kann ich nicht einstimmen - ich war betroffen, daß das Buch plötzlich zu Ende war und bin sicherlich einer der ersten, der sich Clarkes nächsten Roman zulegen wird. Wer kann, der sollte sich das englische Original zu Gemüte führen, um den Zauber dieser charmanten Erzählweise am eigenen Leibe zu erfahren - ich kann mir nicht vorstellen, wie man das Wort „fairy" angemessen übersetzen will: weder Fee noch Elb scheinen wirklich passend zu sein. Fairies sind Fairies. Und das ist nur ein Beispiel für eine Fülle von Dingen, die sich einer properen Übersetzung entziehen dürften. Die englischen Magier unterscheiden „books about magic" und „books of magic". Dieses hier ist zweifellos letzteres: ein magisches, ein bezauberndes Buch. Oder um in der Sprache der (englischen) Magie zu bleiben: spell-binding, enchanting.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
A wizard might- but a gentleman never would, 20. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Bin durch Zufall über dieses Buch gestolpert und kann nur sagen: Es lohnt sich zu stolpern. Wer gepflegte, ruhige Lektüre mag, die trotzdem in den Bann zieht, dem sei dies Buch empfohlen- es paßt hervorragend zu einer (bzw. diversen) Tasse(n) Tee am Kamin und erinnert mich vom Erzählstil etwas an Dickens und Co. Habe das Buch auf Englisch gelesen und kann dies jedem empfehlen, da kleine Wortspiele etc. so sicherlich schwer zu übersetzen sind. Die Geschichte beginnt zu Zeiten der napoleonischen Kriege: Die Zauberei ist in England zu einem Ammenmärchen geworden, betrieben nur noch von einem Club ehrenwerter Theoretiker. Mr. Norrell, ein zurückhaltender Pendant, betreibt praktische Magie- er bootet seine Kollegen aus und schwingt sich zum Magier des UK auf, um dem Königreich gegen Frankreich beizustehen. Jonathan Strange gerät eher zufällig an die Zauberei. Er wird Norrells Schüler, unterstützt Wellington in Portugal.. und wie man weiß, vertragen sich Meister und Schüler oft schlecht, wenn Schüler ihren eigenen Willen entwickeln. Strange will gegen Norrells Willen die Zauberei wieder in England verbreiten und so kommt es zum Bruch zwischen den beiden Protagonisten, dabei sind sie stärker aufeinander angewiesen, als sie wahrhaben möchten.Norrell erweckt eine Dame vom Tode, der Elb, den er dabei zur Hilfe angerufen hat, führt durchaus eigenes- und nicht das freundlichste- im Sinne.. lebendige Bücher kreuzen den Pfad.. Wege nach Fairy tun sich auf.. Butler werden verflucht.. zwielichtige Diener scheinen im Hintergrund zu manipulieren.. Freunde sind nicht das, was sie sein sollten.. und schließlich erfüllt sich für Strange die Prophezeiung: " he will see his dearest possession in his enemie's hand" Mir gefiel das Buch sehr gut, weil es einen ruhigeren Ton anschlägt ohne dabei langweilig zu sein- eben Zauberer der Sorte Gentleman, nicht Action Man. Wer Blut, Gemetztel und Grauen sucht, der wird dies Buch langweilig finden- wer eine gute, spannende Geschichte mag, dem sei's wärmstens empfohlen. Und es sollte mich nicht wundern, wenn dies noch nicht alles war.. das Ende lässt eine Fortsetzung gar nicht so unwahrscheinlich erscheinen- daher 4 von 5 Sternen (wieso kann man Geschichten nicht mal in einem Buch erzählen?).
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fantastisch in jeder Hinsicht, 5. Juni 2005
England steht zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Krieg gegen Frankreich. Die Magie ist bereits seit Ewigkeiten aus dem Land verschwunden und existiert nur noch als theoretisches Wissen. Da tauchen eines Tages zwei Magier auf, die angewandte Magie durchaus noch beherrschen, Jonathan Strange und Mr. Norrell, zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.Ein Buch, wie man es in dieser Form bisher noch nicht gelesen hat. Es liest sich wie ein historischer Roman, allerdings einer, der in einem England spielt, wo Magie etwas vollkommen natürliches ist und man vom Begründer dieser Kunst, dem legendären Raven King spricht, wie zB von Richard Löwenherz. Neben den beiden Titelhelden tummelt sich eine Vielzahl an interessanten und sehr lebendigen Nebenfiguren - nicht alle menschlich! -, deren Erlebnisse sich zu einer faszinierenden und buchstäblich fantastischen Geschichte verdichten. Die größte Stärke aber ist Clarkes Stil und Sprache, durchsetzt von allerfeinstem britischem Humor. Wer kann, sollte dieses Buch in der Originalfassung lesen. Egal, ob man einen eher ungewöhnlichen Fantasy-Roman lesen will, ob man sich an einer gut ausgedachten Geschichte erfreuen will, oder ob man einfach nur die Schönheit der Sprache genießen will, hier ist man richtig.
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