Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebevoll gestaltet und sensibel erzählt, 8. August 2008
Lloyd Jones, Mister Pip. Roman. Aus dem Englischen von Grete Osterwald. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008. 285 Seiten, gebunden.
Sehr viel Lob hat dieses Buch von diversen Kritikern geerntet, und auf dem Cover gibt es eine Empfehlung von keiner geringeren als Isabel Allende. Grund genug, es zu kaufen und als Urlaubslektüre mitzunehmen. Und in der Tat: Nach vollendetem Urlaub und vollendeter Lektüre lässt auch mich diese schlichte, aber gleichzeitig anspruchsvolle Geschichte nicht los. Allerdings sollte ich hier gleich erwähnen, dass ich den Vorteil genieße, Charles Dickens' Roman "Große Erwartungen" gewissermaßen von der Pike auf zu kennen, so dass mir die zahlreichen Querverweise in Lloyd Jones' Roman auf Anhieb verständlich waren. Wer "Große Erwartungen" nicht kennt, kann "Mister Pip" sicher auch mit Gewinn und Genuss lesen, doch wird ihm fast sicher einiges rätselhaft vorkommen - vielleicht ein Anlass, sich auch mit "Großen Erwartungen" zu befassen?
Die fiktive Ich-Erzählerin von "Mister Pip" steht, wie sich erst gegen Ende des Romans herausstellt, kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit über Charles Dickens. Sie verfällt jedoch nach dem Besuch der Dickens-Stadt Rochester in Depressionen, die sie sich aber von der Seele schreibt, indem sie "Mister Pip" zu Papier bringt, einen Bericht über ihr Leben als 13- bis 15jährigen auf einer zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel im Südpazifik. Zu dieser Zeit gab es einen Bürgerkrieg zwischen der papuanischen Regierung und einer Rebellen-Armee, die sich aus einheimischen Männern der Insel zusammen setzte. In ihrem abgelegenen Heimatdorf hatte die "Autorin", die auf den Namen "Matilda" hört, nicht allzu viel mit diesem Bürgerkrieg zu tun, doch bekam sie ihn dadurch zu spüren, dass der einzige im Dorf verbliebene Weiße, ein Neuseeländer namens Watt, den Unterricht an der kleinen Dorfschule übernahm. Watts liest den Kindern aus Dickens' "Große Erwartungen" vor - und facht bei Matilda eine Liebe zu diesem Schriftsteller an, die in ihrer Doktorarbeit ihre Erfüllung findet. Allerdings handelt es sich hier nicht lediglich um einen Literaturroman: Dass Matilda in Australien studieren konnte, hängt damit zusammen, dass der Krieg in schrecklicher Weise nach ihrem Leben greift. Mehr zu erzählen, wäre unfair, doch kann ich jedem Interessierten versichern, dass diese faszinierende, liebevoll gestaltete und sensibel erzählte Geschichte ihn zutiefst anrühren wird, ja, anrühren muss, wenn er nicht gerade ein Herz aus Stein hat. Am Ende angelangt, wünscht man sich einfach, "Matilda" wäre echt und man könnte sie fragen, wie es all den Leuten, von denen sie so beobachtungstreu erzählt, heute ergeht. Ich glaube, ich habe selten, wenn überhaupt jemals, einen modernen Roman gelesen, der mich so packte, mich so neugierig machte, mich so nachdenklich zurückließ.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Überraschend gut, 1. September 2008
Ich stand am Flughafen von Stockholm und wollte meine letzten schwedischen Kronen loswerden - dieses Buch habe ich auf Grund seines Covers ausgesucht und gekauft. Dass ich es dann so gut fand, hat mich selbst überrascht.
Lloyd Jones entwickelt eine berührende, mitreißende und spannende Geschichte rund um ein Mädchen, das auf einer abgelegenen Insel in einem kleinen Dorf mit nur einem weißen Mann, Mr. Watts, aufwächst. Als ein Bürgerkrieg ausbricht, leben die Menschen im Dorf in ständiger Gefahr. Mr. Watts wird zum Lehrer für die Kinder - und sein einziges Buch ist Great Expectations von Charles Dickens. Es gelingt ihm, die Kinder in die fremde Welt von Dickens' Hauptfigur Pip zu entführen. Doch keiner von ihnen rechnet mit den tragischen Folgen dieser Fantasiewelt in der Realität ...
Mit originellen Wendungen und einer sehr einfühlsamen, zarten Sprache hat mich Lloyd Jones' Roman überzeugt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Man kann einfach nicht aufhören, 15. August 2008
Eigentlich hab ich dieses Buch nach seinem Cover ausgesucht. Ich wusste also nicht genau was auf mich zukommt, bin aber total begeistert von dem Buch.
Ich hab 3 Tage gebraucht um es zu Ende zu bekommen ( ich lese immer vorm einschlafen im Bett) und man kann eigentlich nicht aufhören zu lesen.
Das Buch handelt von einem Mädchen, die während eines Bürgerkriegs auf ihrer Insel einen "weissen Mann" als Lehrer bekommt. Es baut sich eine Freundschaft auf, doch Genaues erfährt Matilda erst, als sie am Ende des Buches nach Australien und dann England kommt.
Ich kann das Buch nur wärmstens weiter empfehlen.
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