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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hoch ästhetische, einnehmende und romantische Prosa!, 8. Mai 2006
Neil Jordan, der bekannte Regisseur, hat sich auch zuweilen als Autor zu Wort gemeldet, doch sein letztes Werk liegt nun schon beinahe 10 Jahre zurück. Dass gut Ding Weile haben will, bewahrheitet sich in Jordans "Shade" auf höchst beeindruckende Weise. Man möchte kaum glauben, dass dieser Mann eigentlich dem Filmbusiness verschrieben ist, denn mit seinem einfühlsamen, psychologischen und stilistisch meisterhaften Roman kann er ohne weiteres mit einem John Banville konkurrieren.
Zunächst ist es die Erzählperspektive, die einen wahren Kunstgriff darstellt, denn Jordan lässt die getötete Nina Hardy die Geschichte erzählen, einen Schatten, eine absolut faszinierende Erzählinstanz. Nina Hardy war Schauspielerin, sie ist knapp über 50 und wird von ihrem einstigen Jugendfreund George getötet. Mit diesem schaurigen Ereignis - und solche schaurigen Ereignisse sind bei Jordan, wer ihn von seinen Filmen kennt, immer auch romantisiert - beginnt der Roman. Es bleibt nur ein Schatten zurück, der nun die Ereignisse der letzten fünf Jahrzehnte im malerischen Drogheda in Irland schildert. Von der mystisch-fantastischen kindlichen Vorstellungswelt Ninas beginnend, bis hin zu schicksalshaften Begegnungen, besticht Jordans Schilderung dieser unschuldigen kindlichen Welt in punkto Verhaltenslogik, die schlicht einmalig geraten ist. Ninas Schaukel ist zunächst der Ort des Austobens ihrer sinnlichen Bedürfnisse, die sich im Laufe der Freundschaften, die sie schließen wird, mehr und mehr verschieben, als ihre Sexualität erwacht.
Schuld und Unschuld, insbesondere die Schwelle vom kindlichen zum erwachsenen Subjekt durchziehen teilweise Jordans Werke, ob nun Filme oder Bücher, diese ambivalente Phase ist gewissermaßen sein Markenzeichen.
Der Krieg treibt das verschworene Quartett aus Kindertagen schließlich auseinander und Nina verschlägt derweil ein traumatisches Erlebnis schließlich zur Schauspielerei ins ferne London.
Sie wird schließlich zu ihren Wurzeln zurückkehren und merken, welcher Teil ihr abhanden gekommen ist. Sie wird ihren Mörder schließlich ein Stück weit begreifen können, sie wird merken, wie sehr die Schuld, erwachsen geworden zu sein, auf ihr lastet.
Allein schon der Sprache wegen verdient Jordan größtes Lob, lyrisch, ja, poetisch klingt seine Prosa. Sein Einfühlungsvermögen in kindliche Figuren ist überragend, er gibt ihnen eine sehr authentisch wirkende Sprache, ohne in Platitüden zu verfallen. Unter psychologischen Aspekten gibt der Roman ebenfalls sehr vieles her und geschickt wechselnde Erzählperspektiven spannen zudem eine Geschichte über fünf Jahrzehnte hinweg, die nicht nur sehr bewegend ist, sondern auch einen großen Lesegenuss verkörpert. Einer der besten englischsprachigen Romane der letzten Jahre. Ein großes Werk!!!!!!
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5.0 von 5 Sternen
Ästhetische und mitreißende Prosa., 8. Juni 2006
Neil Jordan, der bekannte Regisseur, hat sich auch zuweilen als Autor zu Wort gemeldet, doch sein letztes Werk liegt nun schon beinahe 10 Jahre zurück. Dass gut Ding Weile haben will, bewahrheitet sich in Jordans "Shade" auf höchst beeindruckende Weise. Man möchte kaum glauben, dass dieser Mann eigentlich dem Filmbusiness verschrieben ist, denn mit seinem einfühlsamen, psychologischen und stilistisch meisterhaften Roman kann er ohne weiteres mit einem John Banville konkurrieren.
Zunächst ist es die Erzählperspektive, die einen wahren Kunstgriff darstellt, denn Jordan lässt die getötete Nina Hardy die Geschichte erzählen, einen Schatten, eine absolut faszinierende Erzählinstanz. Nina Hardy war Schauspielerin, sie ist knapp über 50 und wird von ihrem einstigen Jugendfreund George getötet. Mit diesem schaurigen Ereignis - und solche schaurigen Ereignisse sind bei Jordan, wer ihn von seinen Filmen kennt, immer auch romantisiert - beginnt der Roman. Es bleibt nur ein Schatten zurück, der nun die Ereignisse der letzten fünf Jahrzehnte im malerischen Drogheda in Irland schildert. Von der mystisch-fantastischen kindlichen Vorstellungswelt Ninas beginnend, bis hin zu schicksalshaften Begegnungen, besticht Jordans Schilderung dieser unschuldigen kindlichen Welt in punkto Verhaltenslogik, die schlicht einmalig geraten ist. Ninas Schaukel ist zunächst der Ort des Austobens ihrer sinnlichen Bedürfnisse, die sich im Laufe der Freundschaften, die sie schließen wird, mehr und mehr verschieben, als ihre Sexualität erwacht.
Schuld und Unschuld, insbesondere die Schwelle vom kindlichen zum erwachsenen Subjekt durchziehen teilweise Jordans Werke, ob nun Filme oder Bücher, diese ambivalente Phase ist gewissermaßen sein Markenzeichen.
Der Krieg treibt das verschworene Quartett aus Kindertagen schließlich auseinander und Nina verschlägt derweil ein traumatisches Erlebnis schließlich zur Schauspielerei ins ferne London.
Sie wird schließlich zu ihren Wurzeln zurückkehren und merken, welcher Teil ihr abhanden gekommen ist. Sie wird ihren Mörder schließlich ein Stück weit begreifen können, sie wird merken, wie sehr die Schuld, erwachsen geworden zu sein, auf ihr lastet.
Allein schon der Sprache wegen verdient Jordan größtes Lob, lyrisch, ja, poetisch klingt seine Prosa. Sein Einfühlungsvermögen in kindliche Figuren ist überragend, er gibt ihnen eine sehr authentisch wirkende Sprache, ohne in Platitüden zu verfallen. Unter psychologischen Aspekten gibt der Roman ebenfalls sehr vieles her und geschickt wechselnde Erzählperspektiven spannen zudem eine Geschichte über fünf Jahrzehnte hinweg, die nicht nur sehr bewegend ist, sondern auch einen großen Lesegenuss verkörpert. Einer der besten englischsprachigen Romane der letzten Jahre. Ein großes Werk!!!!!!
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