Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leider viel zu kurz..., 4. Dezember 2008
Es geschieht eher selten, dass ich beim Lesen eines Buches den Autor bedrohend vor mich hinmurmeln muss: »Wehe, du bringst sie jetzt um! Dann kannst du mich kennen lernen!«
Bei diesem Buch allerdings ist mir das rausgerutscht. Ein paar Seiten später konnte ich aufatmen und Stephen King wird vorerst nicht in den Genuss meines rächenden Besuches kommen.
Die Rede ist von »Just After Sunset«, dem bisher letzten Buch aus seiner Feder. Eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, bei denen jede ihre eigene Faszination hat. Ob uns der Autor nun zur Pinkelpause auf eine nächtliche Raststätte mitnimmt oder ob wir Zeugen eines einseitigen Gespräches zwischen einem Handelsvertreter und einem wohl taubstummen Mitfahrer werden - immer sind wir mitten im Geschehen, werden zu Betroffenen und Miterlebenden. Kaum jemand vermag so hautnah zu erzählen wie Stephen King.
Die Geschichten in diesem Buch sind nicht neu, sondern wurden in verschiedenen (hierzulande kaum verbreiteten) Magazinen und als Download bereits veröffentlicht. Mir waren bis auf zwei Erzählungen allerdings alle unbekannt. Und die beiden, die ich schon gelesen hatte, las ich gerne noch einmal.
Die einzige Erzählung, die stark an den »alten« Stephen King, der im Horror-Genre zu Hause war, erinnert, ist »N.«. Und selbst diese Geschichte wird dadurch glaubwürdig, dass wir es mit den Auszeichnungen eines Psychologen zu tun haben, der Chronik einer fortschreitenden Paranoia. Zwar taucht auch »das Böse« auf, das die Welt zu vernichten droht, aber mit durchaus diesseitigen Bestandteilen...
Ansonsten geschieht das meiste im hier und jetzt, mal erschütternd, mal erheiternd, mal appetitverderbend, mal sehnsuchtweckend. Selbstverständlich wäre es undenkbar, dass die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits bei Stephen King fest gemauert und unverrückbar steht. Wir treffen beispielsweise auf »Ayana«, ein blindes Mädchen, das die Gabe der Heilung hat, oder auf einen Mann, der beim Fitness-Training im Keller mit seinem »Stationary Bike« in gefährliche Gegenden gerät.
Doch auch ganz und gar Irdisches wartet auf die Leser: Wer schon immer ein gewisses Misstrauen gegen die (hierzulande so genannten) Dixi-Klos hatte, wird am Ende des Buches wissen, dass diese Gefühle berechtigt sind - und vermutlich zukünftig mit noch größerem Widerwillen ein »Port-O-San« aufsuchen. Und alle Leserinnen, die dem Jogging verfallen sind, erfahren, wozu das eines Tages gut sein kann.
Als ich mich dem Schluss des Buches nächerte, maulte ich: »This book should not end so soon! Why can't it be longer?« Die beste aller Ehefrauen schmunzelte und überließ mich meiner Verzweiflung, dass ich nun voraussichtlich viele Monate auf Nachschub von Stephen King warten muss. er hat zwar einen neuen Roman verfasst, aber bis der veröffentlicht wird, kann es noch sehr lange dauern.
Mein Fazit: Eine kurzweilige, abwechslungsreiche und auf jeder Seite fesselnde Lektüre. Gerade auch für Interessierte Leser geeignet, die immer noch dem Trugschluss verfallen sind, Stephen King sei ein Horror-Autor. Ist er nicht. Er ist ein ganz hervorragender Erzähler, was er auch mit diesem Buch eindrucksvoll beweist.
Ach ja. Meine übliche Anmerkung bei englischsprachigen Autoren: Inwieweit die deutsche Übersetzung gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich das Original gelesen habe.Just After Sunset
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Er kann es doch noch !, 15. November 2009
Ich war immer ein großer Fan von Stephen King (Carrie, Shining oder Christine möchte ich nur nennen), aber in den letzten 10, 15 Jahren waren für mein Empfinden seine Bucher sprichwörtlich "ungenießbar" - Blut, Gedärme und wenig subtiler Horror, sondern nur einfach Ekel. So habe ich viele seiner neuen Romane zwar (an-)gelesen, dann aber über Marketplace wieder verscherbelt.
Diese Kurzgeschichtensammlung jedoch bleibt! Jede Geschichte für sich ist ein kleines Juwel, erzählt subtil das ganz persönliche Grauen der Protagonisten, das sich in ihren Alltag schleicht, ihre Angst, ihre Wahnvorstellungen, ihr Leiden....
Selten war King so gut - ehrlich gesagt, kann ich mich an kein Buch oder keine Novellensammlung der letzten Jahrzehnte dieses Autors erinnern, in der er so viel gute Geschichten vereinte.
Er steht mit diesen Novellen (aber sicherlich nicht mit seinen letzten Romanen!) in einer Reihe mit Lovecraft, Dahl und John Collier - das ich das noch über King sagen würde, hätte ich nicht gedacht....
Jetzt hoffe ich nur, dass sein neues Werk "The Dome" (dtsch "die Arena") auch mehr in diese Richtung geht und der altersweise King, der ja sein Handwerk versteht, sich mehr dem subtilen Grauen zuwendet.
Fazit: Sehr empfehlenswert, seit langem das Beste von Stephen King.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Short and Sweet, 10. November 2008
Did you ever find it uncomfortable to get in a Port-o-San in the summer? Imagine what Stephen King can make out of this experience. And this is only one of the less gruesome - but quite disturbing - experiences this new collection of older short stories from different magazines gives us. Apart from the aptly titled "Gingerbread Girl" we find here "Stationary Bike", the 9/11-remembrance "The Things They Left behind" and the very disquieting "N."
That he knows how to write we know now - and that he is quite flexible in this is evident in these pages. And he still manages to give us new surprising ideas to things that we already thought used up. Another collection of small master pieces.
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