Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Lohnt sich nur für Hardcore-Fans, 18. November 2005
Achtung - Freunde der Vampir- und Hexenserien von Anne Rice! Die Autorin schreibt hier in einem völlig anderen, sehr schlichten, um nicht zu sagen monotonen Stil, der wahrscheinlich an die Floskeln der Bibel angelehnt sein soll. ("Und er ging zu seinem Vater. Und er überbrachte ihm die Botschaft. Und sein Vater war voll Gram." usw.)
Was aber in der Bibel traditionell und daher passend klingt, wirkt hier einfach - dröge.
Zudem bietet die - teils aus den Apokryphen (das Kindheitsevangelium) entnommene, teils frei erfundene - Geschichte des siebenjährigen Jesus - aus seiner Sicht erzählt! - leider auch keine fesselnde Handlung: Anne Rice stellt von Anfang an klar, dass dieser Junge ein übernatürlicher Held ist (kommt uns das nicht bekannt vor? ;)), der von der Familie mit einer gewissen (Ehr)Furcht betrachtet wird. Der Mensch Jesus wird so nicht mit Leben gefüllt, zu deutlich ist die religiöse Prägung der fiktiven Autobiographie. Ob es außerdem weise war, aus der Ich-Perspektive zu schreiben, bleibt fraglich. Vielleicht wäre eine Sicht AUF Jesus als Jungen vom Standpunkt anderer Charaktere interessanter geworden. Aber das ist nur ein Gedanke am Rande.
Das Buch lohnt sich eigentlich nur für "Hardcore-Fans" der Autorin, die ihre Sammlung vervollständigen wollen.
Wer sich dagegen für die Thematik Jesus aus moderner Sicht interessiert, dem empfehle ich stattdessen die Bücher "Ein Mensch names Jesus" (für Freunde historischer Romane) oder "Die Bibel nach Biff" (für Leute mit Humor ;)).
Beide Bücher haben mir weitaus besser gefallen, da sie beide schaffen, Jesus als Menschen, nicht als ein übernatürliches Wesen, zu zeigen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Beachtliche Leistung, 9. Dezember 2007
Dafür, dass die meisten Leser die zugrundeliegende Geschichte ja schon grob kennen, erhält dieses Buch einen sehr guten Spannungsbogen aufrecht. Teilweise konnte ich es kaum weglegen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Es ist die Geschichte eines Jungen auf der Suche nach seiner Identität, eines Jungen, dem lange Zeit die nötigen Informationen vorenthalten werden, die er erst im Laufe des Buches Stück für Stück entdeckt, eines Jungen, der mit den in ihm wohnenden übernatürlichen Kräften erst einmal klarkommen muss und darunter leidet, nicht "normal" zu sein, (wie er denkt) keinen Vater zu haben etc. Um einen "Das-kenne-ich-doch-schon"-Effekt zu vermeiden, erfindet die Autorin zusätzlich zu dieser sukzessiven Enthüllungstechnik genug an unbekannter Hintergrundhandlung, vor allem im Bereich der politischen Spannungen der behandelten Zeit, arbeitet Teile aus den Apokryphen ein, umgibt den Protagonisten mit interessanten Nebenfiguren wie dem eifersüchtigen Bruder, dem skurrilen Onkel Cleopas, der Freundin Salome etc., und lässt vor allem durch einen Blick ins Innenleben eines unsicheren Siebenjährigen, der versucht mit seiner schwierigen Umwelt und seinem Anderssein zurechtzukommen, die Gestalt des jungen Jesus greifbar und menschlich werden.
Dabei hat sie meiner Ansicht nach eine gute Balance zwischen der Menschlichkeit und der Göttlichkeit Jesu gefunden. Seine Unsicherheiten, Ängste bis hin zu Traumata, die aufgrund schrecklicher Erlebnisse entstehen, wobei er aufgrund seiner sensiblen Seele unter manchen Dingen intensiver leidet als andere, machen ihn zu einem Helden, mit dem sich der Leser identifizieren kann. Dass dabei dennoch seine Göttlichkeit angedeutet wird, ist notwendiger Bestandteil, wenn man wirklich an seine Identität als wahrer Mensch und wahrer Gott glaubt - was übrigens Gerald Messadié, der Verfasser des erwähnten Romans "Ein Mensch namens Jesus", laut eigener Aussage nicht tut (zitiert in einer amazon-Rezension bei dem betreffenden Buch). Bleibt anzumerken, dass es nicht verwunderlich ist, dass gläubige Christen und Nichtchristen sowohl Messadiés als auch Rices Buch völlig verschieden beurteilen.
Die einzige Passage in Rices Roman, die mir nicht gefällt und widersprüchlich zum Rest des Buches erscheint, ist die recht positive Beschreibung von Tieropfern in einer Szene. Dies steht auch im Widerspruch dazu, dass Jesus später traumatische flashbacks hat, in denen die Tötung von Tieren und Menschen ihm gleichermaßen nachgeht, wenn nicht sogar gleichgesetzt wird. Nur wegen dieser Inkongruenz habe ich dem Roman vier Sterne gegeben, ansonsten wären es fünf gewesen.
Der Sprachstil ist etwas einfacher als in Rices Vampirromanen, jedoch durchaus als ihr eigener, typischer, d.h. etwas atemlos erscheinender, blumig-elaborierter Stil zu erkennen. Ich nehme an, dass er hier auf das Alter des Protagonisten abgestimmt ist, und sich in den Folgeromanen der Serie noch ändern wird - die hoffentlich kommen werden.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
eine neue anne rice?, 3. Juni 2007
Beginnen wir mit den positiven Aspekten des neuesten Anne Rice Romans. Kurze und prägnante Sätze und für einen nichtmuttersprachler auch nicht schwierig zu lesen. die handlung ist klar, das macht es einfacher. und die wenigen unbekannten Vokablen kann man schnell nachblättern.
Sehr interessant fand ich auch die Authors Note, die sollte unbedingt gelesen werden. aber ansonsten muss ich sagen, war dieses Buch schwere Kost, selbst für eingefleischte Anne Rice Fans. Gut, sie hatte einiges durchgemacht, das will man nicht beiseite schieben. Aber worauf basiert den Interview with a vampire? Fans wissen es und das Buch war ja wohl der Hammer.
Rice findet ihren Glauben wieder, nicht schlecht. Aber reicht das für ein Buch? Ich bin anderes von ihr gewöhnt, der Queen of Horror. Gut, in letzter Zeit hat sie auch da zu Gunsten von Historie und Glauben Abstriche gemacht. Doch die Jesus-Geschichte einfach mal nacherzählen? Nein, vom Hocker gehauen hat mich dieses Buch nicht. Selbst ihre im deutschsprachigen Raum unveröffentlichten Romane Violin und The Feast of all saints waren allemal viel besser. Bleibt nur zu hoffen, das sie ihre Ankündigung wahr macht und die Reihe nicht fortsetzt. Dann doch eher die versprochene Fortsetzung der Mumie.
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