Pressestimmen
»Mayröckers Gedichtband ist - wie auch schon ihre früheren Bücher - außerordentlich stark bevölkert. Das ist aber nicht nur eine eigenartige Zutat, es bedeutet auch etwas. Alle diese bekannten oder nicht bekannten Personen leben in diesen Texten, hinterlassen Spuren ihres eigenen Gedächtnisses und füllen einen weiten Saal der Erinnerungen, welche die Dichterin mit ihnen verbindet. So entsteht ein erweitertes Gedächtnis. Die bis in die Kindheit zurückreichenden Erinnerungen, nachgefühlte und ausgedrückte Lebens- und Liebesmomente, die "damastene Bläue" der "süszen Phantasien" von Liebe und Geschlechtlichkeit verflechten sich mit den Lebenserfahrungen vieler anderer Personen. ... Malerinnen gesellen sich zur Dichterin, Musik durchwebt die Zeilen, immer wieder die Stimme der Callas, die E-Gitarre von Jimi Hendrix. Ein Reichtum an Gedanken und Farben entsteht: Formenreichtum, Farbenreichtum.«
(Herbert Wiesner Die Welt )Kurzbeschreibung
Über den Autor
Friederike Mayröcker wurde am 20. Dezember 1924 in Wien geboren. Sie besuchte zunächst die Private Volksschule, ging dann auf die Hauptschule und besuchte schließlich die kaufmännische Wirtschaftsschule. Die Sommermonate verbrachte sie bis zu ihrem 11. Lebensjahr stets in Deinzendorf, welche einen nachhaltigen Eindruck bei ihr hinterließen. Nach der Matura legte sie die Staatsprüfung auf Englisch ab und arbeitete zwischen 1946 bis 1969 als Englischlehrerin an verschiedenen Wiener Hauptschulen. Bereits 1939 begann sie mit ersten literarischen Arbeiten, sieben Jahre später folgten kleinere Veröffentlichungen von Gedichten.
Im Jahre 1954 lernte sie Ernst Jandl kennen, mit dem sie zunächst eine enge Freundschaft verbindet, später wird sie zu seiner Lebensgefährtin. Nach ersten Gedichtveröffentlichungen in der Wiener Avantgarde-Zeitschrift "Plan" erfolgte 1956 ihre erste Buchveröffentlichung. Seitdem folgten Lyrik und Prosa, Erzählungen und Hörspiele, Kinderbücher und Bühnentexte.