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Produktinformation
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»Mayröckers Gedichtband ist - wie auch schon ihre früheren Bücher - außerordentlich stark bevölkert. Das ist aber nicht nur eine eigenartige Zutat, es bedeutet auch etwas. Alle diese bekannten oder nicht bekannten Personen leben in diesen Texten, hinterlassen Spuren ihres eigenen Gedächtnisses und füllen einen weiten Saal der Erinnerungen, welche die Dichterin mit ihnen verbindet. So entsteht ein erweitertes Gedächtnis. Die bis in die Kindheit zurückreichenden Erinnerungen, nachgefühlte und ausgedrückte Lebens- und Liebesmomente, die "damastene Bläue" der "süszen Phantasien" von Liebe und Geschlechtlichkeit verflechten sich mit den Lebenserfahrungen vieler anderer Personen. ... Malerinnen gesellen sich zur Dichterin, Musik durchwebt die Zeilen, immer wieder die Stimme der Callas, die E-Gitarre von Jimi Hendrix. Ein Reichtum an Gedanken und Farben entsteht: Formenreichtum, Farbenreichtum.«
(Herbert Wiesner Die Welt )
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Aufheben der Zeit,
Von Heiko Bolick (Olten, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif: Gedichte 2004-2009 (Gebundene Ausgabe)
Mit schöner Regelmässigkeit findet sich ein neues Buch von Friederike Mayröcker (*1924) im Regal meines Buchhändlers. Erstaunen lässt mich auch der Umstand, dass der Verlag so konsequent zur Autorin hält, denn Lyrik ist auch mit Prominenten nicht wirklich ein Geschäft, um es mal nett zu sagen. Der Inhalt ist nicht wirklich neu, von der Art her gesehen; so kennt man die Dichterin seit dem Tod ihres Lebensgefährten Ernst Jandl im Jahre 2000. Wer ihren Weg anhand des Werks nachzeichnen will, der beschaffe sich die "Gesammelten Gedichte" (aus demselben Verlag) und lese Ernst Jandl. Auch in "Vogel Greif" hebt sie mit Prosagedichten Zeit und Raum auf, verliert sich für einen Moment im Wortspiel, erinnert sich in konsequenter Kleinschreibung und mit einer streckenweise eigenen Orthografie und schafft neue Räume (Gedichte). Im Unterschied zum "Liebling" und zu "Paloma" kommt sie mir hier wieder ein wenig egozentrierter und egozentrischer vor, der Tod von Ernst Jandl schmerzt nicht mehr so akut. Aber eigentlich ist es für mich einerlei, welches der letzten Werke ich von Friederike Mayröcker lese - immer hat man die (seltene) Gelegenheit, einer Dichterin durch die Sprache auf eine ganz persönliche, ja oft biographische Spur zu kommen. Das ist in dieser prominenten Form selten.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das zärtliche Sakrament der Sehnsucht,
Von
Rezension bezieht sich auf: dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif: Gedichte 2004-2009 (Gebundene Ausgabe)
Und immer wieder EJ! Der geliebte Lebensgefährte, ihre "Hand- und Herzgefährte Ernst Jandl", den Friederike Mayröcker 2000 verloren hat, ist in ihren Gedichten stets gegenwärtig. Er wird angerufen, sie führt Gespräche mit ihm, sie trauert ihm in berührender Weise nach. So erreicht sie Lyrikerin "plötzlich der stille Ruf das zärtliche Sakrament der Sehnsucht..."; oder die Erinnerung i, Gedicht "an EJ": "...es war schon Frühling wir waren / uns eins ich spürte die Fülle seines Geistes er trank / 1 Glas Rotwein und mehr und ich blickte ihn lange an faszte / nach seiner Hand...".Zum 85. Geburtstag hat die zurzeit wohl bedeutendste Lyrikerin deutscher Sprache sich und uns mit dem wunderbaren Gedichtband "dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif" beschenkt. Er enthält alle Gedichte, die die Lyrikerin in den Jahren 2004-2009 geschrieben hat. Und wieder zeigt sich Friederike Mayröcker als große Sprachmagierin. Sie findet und erfindet Wörter, Sätze, eine neue Sprache, die sich beim Hören, beim Lesen verwandeln, durch die Kraft ihrer lyrischen Bilder und ihre Assoziationen spielt sie mit Raum und Zeit. Und wie wir es von Friederike Mayröcker gewohnt sind: Vieles in diesen Gedichten ist hermetisch und rätselhaft. Schon der Titel des Bandes "diese Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif" erschließt sich dem Leser nicht gänzlich. Und doch - es ist der Zauber ihrer Lyrik: Friederike Mayröcker erfindet eine neue Sprache, sprachmächtige Bilder des Erinnerns, wenn es heißt: "...manchmal tauchst du auf mit / wehendem Schal um mich zu küssen meine Lippen die / Schläfen die Hand, ich hätte nie gedacht dasz du... Winterküsse die kalt auf den Lippen geliebter Gesänge (um in / ihrer Sprache Freudenverse zu singen). Das ist der wildeste / Blut Schrei aber die Gräslein im Mund im Mond im Bächlein / nämlich auf dem Parkett". Der "Sprache Freudenverse". Sie gibt es in herrlicher Fülle in diesem Band. Zum Beispiel, wenn die Mayröcker "auf Knien der Lust der Schreiblust rutschend, pilgernd / auf Knien der Lust..." an unzählige Freunde, Dichterkollegen, an Maria Callas und immer wieder auch Jacques Derrida und viele andere eine Art "Briefgedichte" schreibt. Oder wenn sie uns, den Leser, lehrt, dass "Schreiben / ...eine Praxis des Lesens" ist. Dann wieder sind es Gedichte der 85-Jährigen, die Alter, Tod und Abschied zum Thema haben - sehr berührende, sehr schöne Zeilen. So wenn sie feststellt: "...Ich bin so traurig jetzt / und habe Angst vor dem / Verlassen der Welt die ich so sehr geliebt mit ihren Blüthen / Büschen Bäumen Monden mit ihren wunderbaren nächtlichen / Geschöpfen. Mein Leben war zu kurz für meinen Lebenstraum". Friederike Mayröcker trägt in diesen Gedichte alles zusammen, was ihr begegnet: Natur, Menschen, Erinnertes, Gelesenes und Gehörtes, Geträumtes und Phantasiertes, Alltägliches, Trauer und Lebensfreude. Und alles vewandelt sie kraft ihrer poetischen, beschwörenden Sprache zu diesen wunderbaren Gedichten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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