Da dem Buch der so genannte Klappentext fehlt, welcher bei seriösen Werken Auskunft über den Autor, seine Ausbildung und Werdegang und somit seine Kompetenz, ein Werk wie das vorliegende zu verfassen, gibt, stellt man sich zuerst die Frage: Wer ist David Korn wirklich?
Sucht man nach ihm im Internet, so findet man lediglich noch weiter Bücher, die zumeist wie dieses im als rechtsextrem eingestuften FZ-Verlag des DVU-Vorsitzenden Gerhard Michael Frey erschienen sind sowie Beiträge in "Deutsche National-Zeitung" des gleichen Inhabers. Es liegt daher nahe "David Korn" für ein bewusst jüdisch anmutendes Pseudonym eines deutschsprachigen Rechten zu halten.
Das Buch ist, wie häufig bei aus dem "verschwörungstheoretischen" und oder "rechten" Dunstkreis stammenden Schriften sehr schlecht gegliedert. Schon die angestrebten Kernaussagen werden nicht verdeutlicht und damit auch nicht belegt. Bei diesem Buch bleibt die im Titel aufgeworfene Frage, wem Merkel denn wirklich diene durch den Autor unbeantwortet, der (un-)voreingenommene Leser kann - und soll wohl - sich seinen Teil denken.
Ein, seriöse Werke auszeichnendes, einleitendes Kapitel, welches Ziele und Argumentation darlegt, fehlt gänzlich. Der Leser wird völlig im Unklaren gelassen, wohin die Reise denn gehen soll. Da die Gliederung auch ansonsten miserabel, die Gedankenführung voller Schlenker und unmotivierter Seitenhiebe ist, wird diese Klarheit schließlich auch nicht hergestellt.
Mühsam kann man dem Buch entnehmen, das Korn wohl zwei "geheime" Politikziele Merkels belegen will:
- die bedingungslose Unterordnung zumindest der deutschen Außenpolitik unter die amerikanischen Interessen sowie
- die Auflösung der Bundesrepublik Deutschland zu Gunsten eines europäischen Bundesstaates.
Dazu dient ihm ein Dreischritt von Argumenten, der sich auch nur sehr mühsam aus dem Text entwickeln lässt, weil Korn an jeder Ecke abschweift. So hält er sich unter anderem - nur beispielsweise - daran auf, dass Karl Marx Vater konvertierter Jude war und Angela Merkel schließlich an der damals so genannten Karl-Marx-Universität in Leipzig studierte. Nachtigall ick hör dir trapsen ...
Der Dreischritt ist:
- Anhand einer detaillierten Nachzeichnung ihres Lebenslaufes die Bedeutung des Opportunismus in ihrer sie sozialisierenden Umgebung und bei den sie prägenden Persönlichkeiten als auch ihrer Karriere nachzuzeichnen.
- Mit Hilfe einer Vielzahl von Quellen aufzuzeigen, dass Merkel die oben genannten Positionen tatsächlich und gegen Widerstand teils aus den eigenen Reihen aktiv vertritt und dass dies sehr im Widerspruch zu ihrem sonstigen ehr opportunistischem politischen Verhalten steht.
- Anhand ihrer ausländischen insbesondere amerikanischen Kontakte aufzuzeigen, wann und wie sich diese Positionen bei ihr etablierten und daraus zu schließen, welchen Kräften diese Haltung wirklich dient.
Kann man bei gutem Willen den ersten Punkt noch als einigermaßen belegt ansehen gelingt der Nachweis der zweiten These schon nur sehr schwach. Man könnte seine dortigen Schlussfolgerungen aus denselben Darlegungen auch ganz anders ziehen, ohne dass diese weniger plausibel wären.
Den dritten Punkt belegt er schließlich gar nicht. Dazu bedarf es mehr als Hinweise auf "Bilderberg", wo offenbar ganze Busladungen deutscher Politiker inzwischen hintingeln, und "B'nai B'rith", die bei einer Mitgliederzahl von gut einer halben Million und einer öffentlichen Präsenz in 60 Staaten ja wohl kaum mehr als "Geheimbund" bezeichnet werden kann. Und denkbare Arten "besondere Belohnungen" für Merkel, so in Anspielung auf Schröder und Fischer (wenn's da denn so war), werden sachlich nicht einmal angedeutet. Stattdessen ist dann von devoter Haltung gegenüber dem "Kindermädchen" Elfriede Springer die Rede.
Dazu fehlt dann auch ein zusammenfassender Schluss, womit der Text nichts weiter ist, als ein Brei mehr oder minder glaubwürdiger Einzelaussagen und Polemiken.
Auch als journalistischer Text ist Korns Buch nicht geeignet, da nach alter journalistischer Regel die Kernaussage des Textes - durchaus reißerisch - an den Anfang gehört, um dann in mehreren Stufen - soweit der Platz reicht - detailliert wiederholt und belegt zu werden. Auch einen solchen Aufbau bleibt Korn jedoch dem Leser schuldig.
Damit fällt das Buch recht eindeutig in die Textgattung "Pamphlet".