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Wo die Löwen weinen
 
 
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Wo die Löwen weinen [Gebundene Ausgabe]

Heinrich Steinfest
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
  • Verlag: Theiss; Auflage: 1. Auflage (24. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806224234
  • ISBN-13: 978-3806224238
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Heinrich Steinfest
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Heinrich Steinfests bravouröser Roman ist eine sehr viel schärfere Waffe, und zwar nicht so sehr wegen seiner herzerfrischenden Polemik gegen die Höhlenmenschen in Politik und Wirtschaft. Mit dem poetischen Werkzeugkoffer Kriminalroman krempelt er die Welt. (Tobias Gohlis, Die ZEIT)

Ein Autor traut sich, zu einem aktuellen Ereignis ein Statement abzugeben, sich einzumischen, sich künstlerisch der Realität auszuliefern. […]Und so ist Steinfest ein phantastisch gelungenes Stück engagierter Literatur geglückt, für das es derzeit bundesweit keine Entsprechung gibt. (Andreas Ammer, Deutschlandfunk)

»Wo die Löwen weinen« ist tatsächlich auf weite Strecken eine Streitschrift voll brillanter Polemik. (Julia Schröder, Stuttgarter Zeitung)

Kurzbeschreibung



Der Kriminalroman zu Stuttgart 21


Drei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ein Hund in einer Stadt, in der sich die Tragödie der Welt zur grandiosen Posse verdichtet. Sie alle führt das Schicksal mitten hinein in die Bodenlosigkeit eines umkämpften Großprojekts.
Ein Archäologe wird auf eine geheimdiensthaft-kryptische Weise nach Stuttgart gerufen und wittert seine große Chance: Bei Probebohrungen im Schlossgarten wurde eine rätselhafte antike Apparatur gefunden.
Ein Durchschnittsbürger, den die Wut über das Leben, seine Ungerechtigkeiten, der Zorn über die Willkür der Mächtigen zum Scharfrichter und Scharfschützen macht: präzise, geduldig, gefährlich.
Der Münchner Kommissar Rosenblüt, der auf der Spur eines Falles in seine schwäbische Heimatstadt zurückkehren muss, wo er bereits einmal den hohen Herren zu nahe getreten ist und daher die Stadt eigentlich für immer hinter sich lassen wollte.
Und ein Hund, ein rätselhafter, etwas verfetteter Streuner, dessen größtes Talent Heinrich Steinfest in seiner exzellenten, witzigen Sprache so beschreibt: "Niemand konnte so gut sitzen wie er. Eigentlich war es ein ästhetisches Verbrechen, diesen Hund zur Bewegung zu zwingen."

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
einfach nur ärgerlich 9. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe
und das betrifft eigentlich alle Aspekte des Buches. Eine Stärke sehe ich allenfalls teilweise in der direkten Rede, in dem einen oder anderen Dialog.
Der Plot ist an den Haaren herbeigezogen und wenn auch Kunstgriffe das stilistische Recht eines Autors sind, dann auch noch durch denselben ständig erklärt werden zu müssen als wäre der Leser ein geistig minderbemittelter, ist ein Armutszeugnis (ein bischen Vertrauen in den Leser darf schon sein und auch ein bischen Anrecht auch eigenes Denken!). Als ein Beispiel: ein zugelaufener Hund wird durch den Kommissar Kepler nach der Putzfrau benannt und an anderer Stelle wird der Archäologe in den Keplersaal geführt woraufhin auf diese "Trinitas" verwiesen wird (was soll das? und welche Bedeutung soll das für das Buch haben?).
Die Figuren bleiben stereotyp und wenn die wunderschöne, aber eigentlich unnahbare Kingsley, sich sogleich dem wenig imposanten Archäologen hingibt, da sie zu den schönen Frauen gehört die keine schönen Männer brauchen, sondern sich auch mit einem Woody Allen Typ anfreunden können, frage ich mich ob der Autor hier nicht Wunschgedanken nachhängt.
Der Kommissar Rosenblüt, eh schon vergrätzt, beschliest am Ende dieses Falles den Polizeiberuf an den Nagel zu hängen, der Archäologe wird zum Hochseilartist und der sogenannte "Wutbürger" ist und bleibt ein vom Leben benachteiligter Wicht (bekam nur die zweite Frau die er wollte, die wird auch noch vom Auto überfahren, aber findet dafür keine Gerechtigkeit, weil der Fahrer des Autos ein wichtiger Bewohner der Stadt ist), der wenigstens noch helfen kann das Hochseil zu spannen und darüber Befriedigung verspürt. Vom latenten Rassismus, der in manchen Beschreibungen der türkischen Figuren mitschwingt mal ganz abgesehen.
Witz und Humor konnte ich nicht finden, obwohl von den Rezensenten so hervorgehoben, ebenso wenig einen Krimi. Es handelt sich hauptsächlich um eine äußerst flache, freudlose Polemik gegen S-21, die auch vor einem Mord nicht zurück schreckt (erst nur geplant, dann durch einen anderen tatsächlich verwirklicht und der Schütze kommt im Sinne der höheren moralischen Sache sogar davon (Dirty Harry läßt grüßen; wenn eben nichts mehr geht mit Gewalt läßt es sich lösen). S21 Befürworter werden grundsätzlich eindimensional beschrieben und selbst im Nachwort wird darauf verwiesen, wer sich wundern sollte, dass sie so schlecht weg kommen, der lasse sich gesagt sein, es gibt keine vernünftigen Menschen die für S21 sein können (Steinfest hätte lange danach gesucht!). Einen herzlichen Gruß an alle, die im Referendum nun doch dafür gestimmt haben. Aber ich vergaß, das sind ja alles Klone, von der Politik erzeugt. Vielleicht helfen dem Autor Neuroleptika weiter?!
Ja, ich gerate selber in die Polemik, aber es gab in der Tat kaum eine Seite des Buches bei der ich mich nicht geärgert hätte.
Auch dieses frei erfundene Element des Maschinenmechanismus, der eine schwangere Kämpferin darstellt, die man nur durch eine Spiegelung erkennen (sollte es nicht rechts wie links rum zu erkennen sein? verstehe ich nicht!) und dann in dieser Spiegelung auch noch röntgen kann (ginge ja eigentlich laut Autor gar nicht und da hat er auch recht!), wozu ist diese hanebüchene Geschichte integriert? Weil wir alle von einem Maschinengott abstammen, obwohl seine Nachkommen (die Autos) nur noch Luft verpestende Sklaven, blinde Befehlsempfänger sind? (Dafür sind Maschinen doch da, oder nicht?)
Auch sprachlich konnte ich dem Buch nichts abgewinnen, ständig werden zur Illustration Vergleiche bemüht, die aber schwach und kraftlos bleiben. Dann gewann ich häufig den Eindruck der Autors möchte irgendwelche frei flottierenden Gedankengänge und Überlegungen, die ihn beschäftigen, in die Handlung einbauen, ob sie nun passen oder nicht, ob sie nun wirklich mitteilenswert sind oder nicht. Auch die den einzelnen Kapiteln vorangestellten Zitate, aus Filmen wie der Terminator etc, Filmen, empfand ich als wenig geistraich.
Nein, ich kann nur sagen, wer sich mal wieder schön ärgern möchte, der ist hier richtig. Wer offensichtlich zu tief in den Auseinandersetzungen um ein Thema (S21) verstrickt ist, dem fehlt der Abstand und die gesunde Distanz um hierüber noch zu berichten. Stammtischparolen findet man überall, dafür brauche ich keine Literatur!
Für mich war es der erste und letzte Steinfest!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zuviel des Guten 6. Dezember 2011
Format:Gebundene Ausgabe
"Wo die Löwen weinen" ist der erste Roman von Steinfest, den ich gelesen habe und ich habe das Buch wegen des vielversprechenden Themas und Titels gekauft. Der Autor war mir unbekannt. Es erstaunt mich, wie sehr dieses Buch gelobt wird. Trotz einer Überfülle an witzigen Ideen, treffenden Beschreibungen, originellen Begebenheiten, bleibt das Lesevergnügen aus. Mir kommt es vor, als kommentiere der Autor lehrerhaft seine eigenen Pointen, als erkläre er dem Leser den Sprachwitz, das Skurile, die Polemik und als suche er krampfhaft nach Originellem, weil die story eben nicht trägt. Im elften Kapitel schreibt Steinfest, dass sich hilflose Autoren des Deus ex machina bedienen, wenn sie sich in ihren Geschichten verheddern und dann als Lösung redende Hunde erfinden. Ich finde, diese treffende Formulierung passt auf den vorliegenden Roman perfekt und es hätte mich nicht gewundert, wenn der Hund Kepler just an dieser Stelle zu sprechen begonnen hätte. Wenn das kein Roman wäre, sondern man aus den gelungenen Passagen eine Aphorismensammlung erstellt hätte, vergäbe ich 5 Sterne. Dem Kriminalroman zu Stuttgart 21 gebe ich allerdings nur 2 und keinen davon für die Handlung.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Professor Doktor Gotthart Fabian, Vorsitzender des Altherrenverbands der Burschenschaft Adiunctus, zu Kommissar Rosenblüt, dem er sich weder eng noch in irgendeiner anderen Weise verbunden fühlt. Was Rosenblüt egal ist.

Jedes Buch bekommt ein Etikett, ob es das will oder nicht. Dieses wurde mit "Kriminalroman" beklebt, obwohl es sich partout gegen jede Schublade sperrt. Es ist reich an Facetten, die man mit Gesellschaftssatire, Politikthriller, Science Fiction, Groteske, Humoreske und Streitschrift umschreiben kann. Es ist auch eine Liebeserklärung an einem Hund namens Kepler, an eine Stadt, eine Polemik an sich und eine Hetz- oder gar Hassschrift gegen bestehende Verhältnisse. Was auch immer. Schade wäre es, wenn man diese Geschichte nur unter den Aspekt pro und kontra Stuttgart 21 bewerten würde, was natürlich geschehen wird, zumal der Autor ganz klar Stellung bezieht. Es ist ein amüsantes Buch, setzt aber voraus, dass man über Humor verfügt, am besten über jenem, der die österreichische Variante einschließt. Wer Kottan nicht mag, wird auch mit dieser Geschichte nicht viel anfangen können und wahrscheinlich über den unwahrscheinlichen Plot lamentieren.

Um was geht es? Ein schwäbischer Kommissar im Münchner Exil wird mit einem bedauerlichen, aber auch alltäglichen (das ist besonders bedauerlich) Fall konfrontiert, der die Demütigung eines Einzelnen durch Mehrere beinhaltet. Ein feiger Akt, der den scharfsinnigen Rosenblüt zum Vater des Gedemütigten führt und über einen begeisterten, kriminellen Cineasten ziemlich schnell auf Stuttgarts Halbhöhenlagen, wo eben die Löwen weinen und ansonsten gediegener, bürgerlicher Lifestyle in der schwäbischen Variante gepflegt wird. Hier bekommen wir einen Exkurs in philosophischer (stimmt, eine philosophische Facette hat diese Geschichte auch) Abwatschung der Burschenschaftsherrlichkeit und landen sofort bei den herrschenden politischen Verhältnissen und ihren Köpfen, den Stuttgart 21-Vorantreibern. Womit wir ebenso schnell real und im übertragenen Sinn wieder unten sind, nämlich im Schlossgarten, am kommenden, gigantischen, komplexen Bauloch, das wir und - wer hätte das einst gedacht - die ganze Welt eben als "Stuttgart 21" auf den Punkt zu bringen pflegen. Hier reiben sich die Obenbleiber an den Durchgangsbohrern. Zwei Parteien, die sich trotz "Schlichtung" (das ist der Name einer anderen Satire, die hier keine tragende Rolle spielt) unversöhnlich gegenüberstehen. Jetzt wird es besonders für die Leser interessant, denen der Stuttgarter Politikbetrieb und ihre Darsteller nicht fremd sind. (Was aber nicht heißen soll, dass es für alle anderen langweilig wird.) Beim Namen werden diese Leute wohlweislich nicht genannt, allerdings in ihrer Funktion und manchmal mit Decknamen. "Ratcliffe" zum Beispiel, der Projektsprecher, der nie auftritt, aber immer wieder durch die Geschichte geistert oder "Palatin", der fast noch zum Fußvolk gehört, aber hart daran arbeitet, künftig auch nur noch zu schweben. Wir bekommen einen freudlosen Oberbürgermeister präsentiert, der, wo er geht und steht, düstere Trostlosigkeit zu verbreiten scheint, was den Durchschnittsbürger jedoch nicht belasten muss, weil er mit diesem außer zu Wahlzeiten ohnehin nichts am Hut hat (und umgekehrt). Ein Ministerpräsident wird als stämmige, jedoch leere Hülle dargestellt, behaust von allerlei Typen, und der Erste Bürgermeister der Stadt gar, die es nicht und überall gibt, wird noch einmal in eine äußerst trübe Brühe gestoßen, von der er annehmen durfte, dass sie die kollektive Vergesslichkeit (Gleichgültigkeit, Gedankenlosigkeit) längst ausgetrocknet hat. Dieser Darsteller, ein "in die Jahre gekommenes Bürschlein", wird uns als "Buberlvisage" vor Augen geführt, ein Wort, in dem sich Wiener Gemütlichkeit und Bösartigkeit zu einer perfekten Melange vereinigen und das ich trotz seiner gemeinen samtigen Schärfe unverzüglich in meinen aktiven Wortschatz aufgenommen habe. Wahrlich ein Wort, mit dem man sich langwierige und umständliche Umschreibungen in vergleichbaren Fällen sparen kann.

Diese Geschichte wird jedoch nicht nur von Politikern und Polizisten getragen, ganz im Gegenteil: Wolf Mach und Hans Tobik sind tragende Säulen: Opfer und Täter gleichermaßen. Schöne Frauen gibt es auch, literarische Wesen wie Teska Landau und vor allem Alicia Kingsley, die uns Frauen aus Fleisch und Blut resigniert seufzend zu einem weiteren Stück Schokolade greifen oder ins Fitness-Center rennen lassen, und mit ihnen nähern wir uns dem Zentrum des Ganzen, dem "Schloßgarten-Mechanismus", über den Sie sich bitte selbst informieren, weil Sie mir ohnehin nicht glauben würden. Das Ding hockt tief unter dem Planetarium und gerät während des Finales gnadenlos unter die Räder.

Am Ende der Geschichte meldet sich Heinrich Steinfest in eigenen Sache zu Wort. "Nach dem Theater ist das Leben" sagt er und was er damit meint, sollte nicht nur die Leser dieses Buches dazu anhalten, aufmerksam zu sein und zu bleiben.

Helga Kurz
13. März 2011
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