Die Episoden rund um Professore Bellavista und seinen getreuen Zuhörern, die in Neapel diverse Erlebnisse mit Kunstfälschung, Atombunkern, zahlungsunwilligen Mietern, orientierungslosen Busfahrern, zeitlich verlegten Silvesterknallereien, usw. durchstehen, werden durch Unterhaltungen über mehr oder weniger philosophischeTthemen umrahmt. Zwischen diesen Geschichten taucht immer wieder Sokrates auf, der sich mit seinen griechischen Disputanten u.a. über so "unantike" Themen Autos, TV und UPOs den Kopf zerbricht.
Die spritzigsten Teile des Buches befassen sich mit der neapolitianischen Lebensart und den Ansichten der Polis. Die Neapolitaner kommen hier als vor Spontaneität und Desorganisation sprühendes Völkchen weg.
De Crescenzo hat ein Werk verfasst, das als Liebeserklärung an Neapel, seine Bewohner, an das Nachdenken und Sinnieren zu verstehen ist.
Leider ist der Titel etwas schlecht gewählt: aus "I dialoghi di Bellavista" im italeintischen Original wurde einfach "von der Kunst miteinander zu reden", was auf ein Sachbuch schliessen liesse.
Trotz dieses kleinen Mankos lautet mein Fazit: eine kurzweilige und witzige Lektüre.