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Baukunst im deutschen Südwesten. Architekten und Baumeister aus acht Jahrhunderten
 
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Baukunst im deutschen Südwesten. Architekten und Baumeister aus acht Jahrhunderten [Gebundene Ausgabe]

Karlheinz Fuchs
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
  • Verlag: Drw; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871814911
  • ISBN-13: 978-3871814914
  • Größe und/oder Gewicht: 30,4 x 24,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.087.417 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Baugeschichte Südwestdeutschlands und ihre Architekten

Kaum eine Region in Deutschland ist so gespickt mit bedeutenden Bauwerken wie der deutsche Südwesten; kaum irgendwo ist so viel Baugeschichte fassbar wie zwischen Main und Bodensee. Die Namensliste der Architekten, die hier wirkten, liest sich wie ein Who is Who der Architektur. Aber es wurden in unserem Land schon Häuser errichtet, bevor es irgendwelche Namensüberlieferungen der Baumeister geben konnte. So bleiben die Konstrukteure der Pfahlbauten Oberschwabens, die seit der Jungsteinzeit schon vor 6000 Jahren entstanden, ebenso anonym wie die römischen Ingenieure, die hier Villen, Bäder, Grenzwälle oder Straßen schufen. Selbst die großen Kirchenbaumeister der Romanik kennen wir nicht, denn erst mit der Hochgotik werden die Meister greifbar. Nach einem kurzen Streifzug durch die »dunklen Jahrtausende« der Baukunst bis ins Hohe Mittelalter, werden die Epochen der Architekturgeschichte von der Hochgotik bis zur Postmoderne am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts beleuchtet, die bedeutenden, ihre Zeit prägenden Baumeister vorgestellt. So in der Hoch- und Spätgotik die großen KirchenbauerfamiIien der Böblinger, Ensinger, Jörg und Parler. In der Renaissance dann der universell begabte Heinrich Schickhardt, im Barock die Bagnatos und Thumbs, dazu Michel d’lxnard und der »Großmeister« Balthasar Neumann. Besonderes Interesse gilt dem lange so verschmähten 19. Jahrhundert mit der von Friedrich Weinbrenner inspirierten Karlsruher Stadtbaukunst eines Heinrich Hübsch, Josef Durm oder Hermann Billing und die damals im Württembergischen äußerst rührigen (Kirchenbau) Meister Christian Friedrich Leins und Heinrich Dolmetsch. Den Übergang vom Historismus zur Moderne und zugleich vom 19. zum 20. Jahrhundert repräsentiert einer der wichtigsten Architekten seiner Zeit, der von 1901 bis 1908 in Stuttgart lehrende Theodor Fischer. Von ihm und seinen Schülern gehen wichtige Impulse in Richtung Traditionalismus (Paul Bonatz, Paul Schmitthenner) und Moderne aus (Gebrüder Taut, Ernst May). Die Epoche des »neuen bauens« ist etwa durch die berühmte Stuttgarter Weißenhof- und die Karlsruher Dammerstocksiedlung vertreten. An beiden beteiligt: Walter Gropius. Auch bis in unsere Tage begegnet man hier immer wieder weltberühmten Architektennamen – vom Meister der Leichtigkeit, Günter Behnisch, bis hin zum derzeit wohl international berühmtesten Brückenbauer Jörg Schlaich. Aber bei aller Globalität steckt in diesen Architekturbiographien und den Essays, mit denen die einzelnen Bauepochen eingeleitet werden, immer auch ein guter Teil Landes- und Kulturgeschichte. Autor Karlheinz Fuchs stellt mit diesem Buch einen neuen großen Bildband vor, der gleichzeitig ein praktisches Nachschlagewerk darstellt, das sich der Leser und Betrachter immer wieder aus seinem Buchregal hervorholt. Sei es um einen Architekten- oder Baumeister-Namen nachzulesen oder ein bekanntes Bauwerk einer Bauepoche oder einem Architekten zuzuordnen. Der größte Teil der in diesem Buch verwendeten über 350 Fotos wurden neu vom Autor fotografiert. Dieses umfassende Werk, jetzt noch zum günstigen Subskriptionspreis erhältlich, wird zum Standardwerk für alle an Architektur und Landesgeschichte interessierten.

Über den Autor

Der Stuttgarter Journalist und Kulturhistoriker Dr. Karlheinz Fuchs beschreibt und fotografiert seit vielen Jahren unter anderem im Auftrag der Denkmalstiftung bemerkenswerte Gebäude in Baden-Württemberg und setzt sich auch auf die biografische Spur ihrer Erbauer.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Standardwerk für den deutschen Südwesten, 17. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Baukunst im deutschen Südwesten. Architekten und Baumeister aus acht Jahrhunderten (Gebundene Ausgabe)
Kaum ein Bundesland ist so reich an Bau- und Kulturdenkmälern wie Baden-Württemberg. Von den frühesten Siedlungsformen der vorgeschichtlichen Zeit am Bodensee und in Oberschwaben über römische Bäder und die reiche Baukultur des gotisch geprägten Hochmittelalters sowie die zahllosen Glanzlichter des Barock bis hin zu Klassizismus, den Neo-Stilen und vor allem dem frühen 20. Jahrhundert: aus allen Epochen zeugen nicht nur Schlösser, Kirchen und Klöster, sondern auch Rat- und Bürgerhäuser, Gärten und Plätze davon, dass das Land zwischen Rhein, Main, Iller und den Alpen zu allen Zeiten und ungeachtet aller herrschaftlichen Zersplitterung ein kulturelles Zentrum war. Bis heute richten sich die Augen der Welt auf Baden und Württemberg, wenn von qualitätsvoller Architektur die Rede ist.

Das vorliegende Buch vermag eindrucksvoll die Brücke von den Pfahlbauten über die Parler und Schickhardt bis hin zu Bonatz, Eiermann und Schlaich zu schlagen. Um die Übersicht nicht ausufern zu lassen, schlägt der Autor allerdings einen etwas neuen und ungewöhnlichen Weg ein, indem er die Stilperioden nicht allein an den architektonischen Hauptmerkmalen festmacht, die über ganz Europa hinweg zu finden sind, sondern einzelne Baumeisterpersönlichkeiten herausgreift. Auf diese Weise vermeidet Fuchs den abstrakten Kursus durch die Stile, sondern verleiht ihnen im wahrsten Sinne Gestalt und Gesicht. So werden auch die individuellen regionalen Merkmale insbesondere der Gotik, Renaissance und des Barock in unserem Land sichtbar.

Jede Periode wird durch einen allgemeinen Abschnitt eingeleitet. Jedoch geht es dem Verfasser dabei keineswegs darum, die typischen Merkmale gotischer Kirchen, barocker Schlösser und klassizistischer Museumsbauten wiederzukäuen. Stattdessen gelingt es ihm, in erzählender Weise einen Zugang zu den geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründen der verschiedenen Zeiten zu öffnen. Konsequenterweise sind etwa die Kapitel über die Gotik mit "Dem Himmel entgegen: Die Bauhütten streben nach Licht" (was ja nicht nur baulich, sondern auch im religiösen Sinne verstanden werden soll), jenes über die Renaissance mit "Abschied vom Mittelalter: Dem Menschen zugewandt" überschrieben. Durch die sehr klare und betont unakademisch gehaltene Sprache lassen sich auch Leser ansprechen und für die Strömungen begeistern, die keine wissenschaftliche Vorbildung haben.

Überdies werden Architekturhistorie und Architektenbiografien auch eng mit der Landesgeschichte verknüpft. Immerhin handelt es sich um keine allgemeine Stilgeschichte, sondern um die besonderen Entwicklungen im deutschen Südwesten. Das Besondere an diesem Buch sind jedoch die Biografien der Baumeister und ihrer Sippen, die unser Land über viele Jahrzehnte hinweg geprägt haben, wie beispielsweise die Parler und die Joergs im Mittelalter oder die Vorarlberger Familien von Blaichten und Thumb sowie die Bagnato während der Barockzeit. Weitere berühmte Namen sind eng mit den baden-württembergischen Baudenkmälern verbunden: Heinrich Schickhardt etwa oder Balthasar Neumann, auch Philippe de la Guêpière, den man als Architekt des Karlsruher wie des Stuttgarter Schlosses trotz seiner französischen Herkunft als einen der ersten Baden-Württemberger bezeichnen könnte.

Anhand der Leistungen dieser vielen Architekten - Fuchs stellt über 100 von ihnen vor - wird Baugeschichte tatsächlich lebendig. Die vielfältigen persönlichen und regionalen Beziehungen werden anschaulich ausgebreitet und auch Sonderwege hervorgehoben. Je weiter sich das Buch der Gegenwart nähert umso komplexer werden die Einleitungen und Biografien. Theodor Fischer, Paul Bonatz und Paul Schmitthenner kommt hierbei besondere Aufmerksamkeit zu, waren sie doch als Lehrer und Theoretiker auch in herausragendem Maß Stilbildner ihrer Zeit.

Der vorliegende Band behandelt also Geschichte und Geschichten. Er bleibt nicht bei den Gebäuden stehen, sondern fragt nach den Menschen, die sie entworfen haben - insofern ist die Überschrift zur Renaissance zugleich programmatisch für das gesamte Buch. Über 400 ausgezeichnete Abbildungen und eine leicht verständliche Ausdrucksweise, in der sich die journalistische Herkunft des Verfassers zeigt, machen die Lektüre dieses Überblickswerkes zum Lesevergnügen und Nachschlagewerk zugleich. Es hat das Zeug dazu, zu einem Standardwerk zu werden, das nicht nur für Fachleute geschrieben ist.
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