Die deutschen Anarchisten von Chicago. Oder Warum Amerika den 1. Mai nicht kennt
Dieses Buch ist eine hervorragende Erzählung über die Geschichte des Haymarket-Massakers vom Mai 1886 und über die wichtigsten Personen, die an den damaligen Arbeiterstreiks beteiligt waren. Weil man nicht herausfinden konnte (bis heute nicht weiß!), wer das Bombenattentat verübt hatte, wollte das Establishment an acht Führungspersonen - fünf Deutsche, ein Deutschamerikaner, ein US-Amerikaner, ein Brite - der Arbeiterbewegung ein Exempel statuieren. Friederike Hausmann geht dabei auch auf die Lebensläufe der acht (zu Unrecht) Angeklagten und Verurteilten ein. Die kurzen aber beeindruckenden Autobiographien verdeutlichen das Ausmaß des Elends im Deutschland und Amerika des 19. Jhd., das diese Menschen dazu antrieb, sich der Bewegung der Arbeiter(innen), dem Sozialismus und Anarchismus anzuschließen. Das alles erklärt, warum man in Deutschland und in vielen anderen Ländern heute den 1. Mai überhaupt als "Tag der Arbeit" (es müsste heißen: "Tag der Arbeiter/innen") feiert.
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Arbeiterbewegung, Sozialismus, Anarchismus, die deutsche Auswanderung in die USA sowie für die Geschichte von Chicago interessieren. LR