Die Autoren sind Mitarbeiter des renommierten Instituts für Zeigeschichte München und waren nahezu alle am Projekt Wehrmacht und Nationalsozialismus" beteiligt. Im Rahmen dieses Projektes sind nicht nur die bemerkenswerten Monographien der Projektmitarbeiter, sondern auch Aufsätze entstanden, die im vorliegenden Band zusammengefasst wurden.
Fast alle Beiträge bestechen durch ihre hohe Qualität, die man in der deutschen Militärgeschichtsschreibung nicht immer findet. Bemerkenswert ist dabei, dass an den Beiträgen recht deutlich wird, dass es die" Meinung des Instituts nicht gibt, sondern die Autoren durchaus andere Sichtweisen aufgrund Ihrer Forschung gewonnen haben, worauf auch im Vorwort explizit hingewiesen wird.
In den insgesamt neun Beiträgen werden die verschiedensten Facetten der Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion ausführlich beleuchtet: die Struktur des Ostheeres, die Militärbesatzung, die Belagerung Leningrads, Judenmord in der Ukraine, Tagebuchaufzeichnungen eines kommandierenden Generals (Armeekorps) über das Jahr 1941, die Sicht eines Regimentskommandeurs hinsichtlich der Judenmorde, die sowjetischen Kriegsgefangenen, die Sichtweisen eines Vertreters des Auswärtigen Amts bei einem Armeeoberkommando und Stalins Fackelmänner-Befehl". Besonders stechen dabei die Beiträge von Hartmann und Lieb hervor, die durch ihre nüchterne, sachliche und präzise Darstellung überzeugen. So entsteht insbesondere in diesen Beiträgen ein realistisches und glaubhaftes Bild der Wehrmacht und ihrer Angehörigen im besonderen Rahmen des Krieges gegen die Sowjetunion.
Durch die zahlreichen Quellenangaben bieten die Aufsätze auch mögliche Ausgangspunkte für eigene Recherchen. Zudem sind sie eine gute Einführung in den aktuellen Diskussionsstand hinsichtlich der einzelnen Facetten des Ostkrieges. Gleichzeitig zeigen die Beiträge, dass viele Fragen hinsichtlich der Wehrmacht noch nicht beantwortet sind.