Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Die Zeit, 14.12.2000
Ahlrich Meyer zerstört eine Legende, schreibt der Rezensent. Es ist die Mär von der "korrekten Besatzungsherrschaft" von Hitlers Armee im Westen, die hier einer Korrektur unterzogen wird. Dass dies "nachdrücklich" geschieht und ohne dass dabei die Proportionen, die mörderischen Unterschiede zwischen dem Besatzungsregime im Westen und dem Vernichtungskrieg im Osten, außer Acht gelassen werden, hebt Rudolf Walther in seiner Besprechung besonders hervor, und auch worauf es dem Autor seiner Meinung nach bei der Erschließung des Themas ankommt: Zu zeigen, dass die deutsche Armee in Frankreich "vom propagandistischen Feindbild der jüdisch-bolschewistischen Verschwörung stimuliert wurde" und dass es eine "Kontinuität der deutschen Repressionspolitik" gab, die sich, so Walther, bis zum Besatzungsterror des Jahres 1944 gesteigert habe.
© Perlentaucher Medien GmbH
Pressestimmen
"...Bis heute hält sich keine Wehrmachtslegende so hartnäckig wie jene, im Gegensatz zum Vernichtungskrieg im Osten habe Hitlers Armee im Wesen im Wesentlichen eine "korrekte Besatzungsherrschaft" ausgeübt. Das Buch von Ahlrich Meyer zerstört diese Legende nachdrücklich, ohne dabei die Proportionen aus den Augen zu verlieren..." (Die Zeit, 14.12.2000)
"...Ahlerich Mayers Studie über die deutsche Besatzung in Frankreich ist aus mehreren Gründen lesenswert: Sie stellt die Politik der Besatzungsbehörden wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig gut verständlich dar. Sie tut dies, ohne die Interpretation der an der Besatzung beteiligten fortzuschreiben oder auch nur als relevante Quelle zu benutzen. Und sie wirft nicht nur ein neues Licht auf das Verhalten der de utschen Besatzungsmacht in Frankreich, sondern auch auf die dazu vorhandenen deutschen Quellen..." (Ingrid Strobl in WDR 3, "Meinungen über Bücher", 4.5.2001)
"...ein wichtiger Beitrag zu einer gegenüber der bisherigen, weitgehend an Rechtfertigungsschriften ehemaliger deutscher Besatzer orientierten bundesdeutschen Geschichtsschreibung erheblich realistischeren Einschätzung der deutschen Okkupation Frankreichs in den Jahren 1940 bis 1944..." (Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit, Nr.16, Juni 2001)
"...Der Band ist ein unstrittiger und längst überfälliger Meilenstein, dem hoffentlich rasch weitere Arbeiten für dieses bislang recht sträflich vernachlässigte Kapitel der deutschen Historiographie folgen werden. Der Anstoß ist gegeben!..." (Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, Nr.59, 2001)
"...Das Buch von Ahlrich Meyer ist dahingehend eine Neuheit, dass es ihm gelingt, emotionslos mit Mythen zur deutschen Okkupation, zum Kam pf gegen den Kommunismus und Juden zu brechen. Er zeigt, dass in Frankreich "Bandenbekämpfung", Geiselerschießungen und Razzien mit der Logik der Kriegsführung im Osten zu vergleichen ist. Die Wehrmacht war Mittäter und Mitwisser, ein willfähriges Instrument der nationalsozialistischen Kriegsführung..." (www.hsozukult.geschichte.hu"berlin.de, 6.9.2001)