'Der Mann, dessen Zähne alle exakt gleich waren' ist ein Schädelfund, der eigentlich Neandertalerknochen und eine archäologische Sensation bewirken sollte. Aber in diesem miefigen, rückständigen amerikanischen Ort kommt alles ganz anders. Zu nennen ist dabei der unberechenbare Immobilienhai und Prinzipienmensch Leo Runcible auf dessen Grund der Schädel auftaucht, den die anderen Kleinstadtbewohner nicht leiden können und ihm am liebsten was auswischen würden. Runcible hat eine alkoholsüchtige, labile Frau, während sein Widersacher Walt Dombosio - stets im Geiste 'teuflischer Nachbarn' - der durch Runcibles Anruf seinen Führerschein verliert, weil er abends angetrunken herumfährt, ganz im Gegenteil eine ziemlich emanzipierte Frau hat, die ihm den letzten Nerv raubt...
Ganz normaler Kleinstadtmief also? Weit gefehlt. Die Geschichte hat, wie man es von PKD's Science Fiction Romanen gewohnt ist, viele Wendungen und ist reich an klar umrissenen menschlich nahen Charaktären.
Ein Herausstellungsmerkmal von 'Der Mann, dessen Zähne alle exakt gleich waren' ist für mich persönlich, daß die Story so verdammt elendig politisch unkorrekt ist, auf eine bezaubernde, schlichte Art: Dort die Besucher, die sich erst zum Grundstückskauf entschließen wollen, wenn der zufällig gesichtete 'Neger' auf keinen Fall in der Gegend wohnt, andernorts der Ehemann, der seine Frau 'vergewaltigt' und dem man jede Regung nachempfinden, seine Logik nachleiden kann, der geile Chef, der die Bewerberin einstellt auf Grund ihres Äußeren und 'nen fähigen Mann entläßt, verseuchtes Grundwasser, das niemanden schert, Judenfeindlichkeit usw. ... - ein unabgeschliffenes Amerika, das es offiziell eigentlich gar nicht gibt.
Psychologisch interessant ist die ehrliche Herangehensweise an das Thema 'Famile und Beruf Vereinbarkeit' für die amerikanische Frau. Allerdings würde Alice Schwarzer diesem Buch keinen Punkt geben, ich geb alle 5.