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Aus derselben Quelle leben wir. Wege zum Frieden zwischen Christen , Juden und Muslimen
 
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Aus derselben Quelle leben wir. Wege zum Frieden zwischen Christen , Juden und Muslimen [Gebundene Ausgabe]

Neil Douglas-Klotz , Neil Douglas- Klotz


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aus derselben Quelle leben wir Wege zum Frieden zwischen Christen, Juden und Muslimen Erscheinungstermin: 22.07.2004 Dass in jener Region, aus der die drei großen monotheistischen Religionen stammen, Spannungen und Kriege zum Alltag gehören, zählt zu den Tragödien der Geschichte. Wurde doch vergessen, dass Juden, Christen und Muslime sich auf ein und dieselben Geschichten vom Ursprung der Welt und des Menschen berufen.

Neil Douglas-Klotz, der in seiner Biografie und Arbeit diese großen drei Religionen verbindet, interpretiert in einfühlsamer Weise die Geschichten vom Ursprung der Welt und der Schöpfung, wie sie in den heiligen Schriften von Judentum, Christen und Islam niedergelegt sind. Behutsam und gründlich führt er in die Welt dieses großen Ursprungsmythos ein. Über meditative Erschließungen und körperbezogene spirituelle Übungen zu den schönsten Texten u.a. aus jüdischer, kabbalistischer, christlich-mystischer und islamisch-sufistischer Tradition weist er friedliche und sanfte Wege: Menschen unserer Zeit aus verschiedenen Kulturen und Religionen können in Achtung, Ehrfurcht und Staunen vor dem Geheimnis ihrer gemeinsamen Quelle miteinander leben.

Über den Autor

Dr. Neil Douglas-Klotz geb. 1951, ist international bekannter Religionswissenschaftler und Psychologe, Edinburgh (Schottland). Autor der Bücher »Das Vaterunser«, »Weisheit der Wüste« und »Der Prophet aus der Wüste«. Er war Leiter der Abteilung Comparative Spirituality am Holy Names College in Kalifornien und lehrt heute weltweit. Er ist einer der Vorsitzenden der Mystik-Gruppe der American Academy of Religion und ist Seniorlehrer der Sufi Ruhaniat International. 1982 gründete er das Netzwerk für die Tänze des universellen Friedens. Regelmäßige Kurse und Workshops im deutschsprachigen Raum.

Auszug aus Aus derselben Quelle von Neil Douglas-Klotz, Neil Douglas- Klotz. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Aus derselben Quelle leben wir

Einleitung

Dieses Buch erforscht eine alte Form des Gebets und der Meditation, die aus dem gemeinsamen Grund der drei Religionen des Nahen Ostens erwachsen ist und schlägt vor, sie wieder zu beleben. Im Mittelpunkt dieser Ursprünglichen Meditation stehen die Erschaffung des Universums und der Archetyp des ersten Menschen. Die Ursprüngliche Meditation versucht, die Energie und Kraft dieser »Anfangszeit« direkt in unser Herz und unser Leben zu bringen, damit wir die Entfaltung ihrer kreativen Leben spendenden Kraft in unserer eigenen persönlichen Geschichte erfahren können.
Indem wir dies tun, kommen wir in Berührung mit der wirklichen spirituellen Kraft in allen drei westlichen Traditionen – Judentum, Christentum und Islam. Die Ursprüngliche Meditation steht hinter der Ehrfurcht und dem Staunen der Christen bei der Wiedergeburt des Christkindes zur Mittwinterszeit. Sie nährt die intensive, tief empfundene Hoffnung, die die Juden jeden Herbst bei den Neujahrsfeierlichkeiten des Rosh Hashana erfahren. Und sie liegt der religiösen Hingabe der Muslime zugrunde, wenn sie sich beim jährlichen Ramadan-Fasten auf die »Nacht der Macht« vorbereiten, in der der Segen frei fließt, wie damals, als Mohammed zum ersten Mal den Koran empfing. All dies sind Feiern der Hoffnung, nicht der Angst, Feiern der Liebe, nicht des Hasses. Indem wir die Schöpfungsgeschichte als unsere eigene persönliche Geschichte erfahren, haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu erfrischen und zu erneuern, wie unsere Vorfahren es taten, und eine tiefere Verbindung zum Göttlichen in unserem Alltagsleben zu finden.
Vom Standpunkt der Forschung vertritt dieses Buch die Ansicht, dass die Ursprüngliche Meditation vieler früher Christen, vielleicht auch von Jesus selbst, nicht primär auf ein apokalyptisches oder katastrophales Ende gerichtet war. Stattdessen konzentrierte sie sich auf den lebensbejahenden, liebevollen, kreativen Anfang, wie er in der Genesis und den jüdischen Schriften beschrieben wird. Jesus erwartete nicht das sprichwörtliche »Apokalypse jetzt!«, womit die Geschichte zu einem katastrophalen Ende kommen würde. Er versuchte, seine Zuhörer durch die Erfahrung des »Schöpfung jetzt!« zu einer Neuorientierung auf die Kraft der göttlichen Schöpfung zu führen.
Angesichts der überwältigenden Übermacht apokalyptischer Bilder, die heute alles – vom populären Film bis zur fundamentalistischen Religion – beherrschen, scheint dies eine extreme Behauptung zu sein. Aber das menschliche Bewusstsein wurde während des größten Teils seiner Geschichte von der Ausrichtung auf den Anfang, nicht auf das Ende, bestimmt. Die Themen der Schöpfungsgeschichte und die damit einhergehenden lebendigen Praktiken durchziehen sowohl die hebräische Bibel als auch die Evangelien. Sie helfen, solche Aussagen Jesu verständlich zu machen wie seine umstrittenen Worte: »Bevor Abraham war, bin ich« oder seine Ermahnung an Nikodemus, »wieder geboren« zu werden.

In der späteren christlichen Tradition blieb die Praxis, die Schöpfungsgeschichte in sich selbst nachzuvollziehen, in den Schriften keltischer und europäischer christlicher Mystiker wie Pelagius, Johannes Scotus Eriugena und Meister Eckhart erhalten. Die Auffassung von der Schöpfungsgeschichte als tatsächlicher spiritueller Praxis (statt einem bloß schmückenden Thema) nimmt eine zentrale Stellung sowohl in der jüdischen als auch in der islamischen Mystik (in Kabbala und Sufismus) ein. Das Buch untersucht auch, wie die moderne westliche Welt diese lebendige Weltsicht verloren hat, und unterbreitet Vorschläge, wie wir beginnen könnten, sie zurückzugewinnen.
Ich glaube, dass die tatsächliche Praxis dieser Meditation sich heute als genauso relevant erweisen kann wie vor zweitausend Jahren, als die Menschen anfingen, sie zu Jesu Zeiten niederzuschreiben. Sie zeigt uns eine eher immanente als abgesonderte Gottheit. Sie kultiviert ein Gefühl der Ganzheit statt der Trennung. Sie kann eine Brücke des Friedens zwischen den drei Religionen des Nahen Ostens errichten. Sie kann eine von Grund auf andere Lebenseinstellung bekräftigen – in einer Welt, die danach strebt, ihr Ökosystem zu retten und eine authentische Verbindung zum Heiligen wiederzuerlangen.
Dieses Buch bringt dem Leser sowohl den Hintergrund als auch die Erfahrung der Ursprünglichen Meditation nahe. Sie vermag es meiner Ansicht nach, uns eine Vision davon zu vermitteln, was es heißt, vollkommen menschlich zu sein.

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