Pressestimmen
Die literarische Kurzform, die auf Staffage verzichten könne, sei seine Hauptausdrucksform, sagte einmal Hugo Ernst Käufer. Der kürzlich zu dessen 85. Geburtstag erschienene Band Und dennoch die Leier halten (Universitätsverlag Brockmeyer, 29,90 ) ist eine opulente Dokumentation von Käufers Schaffen auf diesem ästhetischen Gebiet. Gedichte und Aphorismen aus fünfzig Jahren. 1947 - 1997 , so der Untertitel, ergänzt die bereits vorliegenden drei Werke-Teilsammlungen des Bochumer Schriftstellers. Beginnend mit frühen, in lokalen und auch überregionalen Tageszeitungen erschienenen Gedichten blättert der knapp 550 Seiten starke Band eine lange, höchst produktive Schaffensphase auf. Dem Leser schallt vor allem ein engagierter Ton entgegen, hörbar geschult an den sozialrevolutionären Poeten Heinrich Heine, Georg Weerth und Georg Herwegh. Es tritt ein Dichter auf, am Kriegsende 1945 18 Jahre alt, der sich an der Welt abarbeitet, sie mit Sprache zu verändern trachtet. Mit Wie kannst Du ruhig schlafen? (1958) und Leute bei uns gibt s Leute (1971) zeigt er sich als sprachmächtiger Chronist, als skeptischer Beobachter. Die Eigenständigkeit seines Blicks und die souveräne Handhabung des Sprachmaterials ist nun auch im Kontext des Höhenkamms der Nachkriegslyrik zu lesen. Käufers Gedichte verbergen nicht die divergenten Einflüsse Gottfried Benns, Peter Huchels oder Heinrich Bölls. In den Achtziger und Neunziger Jahren sieht man den Autor sich verstärkt auch nach Innen wenden, wie etwa in Kartoffelkrautfeuer oder Ein Stück Heimatkunde , ein Großgedicht von 1991, das in 47 Teilen Kindheitserinnerungen nachspürt (Tom Thelen WAZ 21.3.12)
Kurzbeschreibung
Mit einem Nachwort von Wlater Gödden. Mit Zeichnungen, Linol- und Holzschnitten, Offsetlithos und Siebdrucken von Heinrich Brockmeier, Artur Cremer-acre, Günter Drebusch, Kriemhild Flake, Horst Dieter Gölzenleuchter, HAP Grieshaber, Wieland Halbroth, Enric Rabasseda und Paul Reding. In diesem Band sind charakteristische Beispiele versammelt, die den Autor als lyrischen Chronisten unserer Zeit ausweisen (u.a. Wie kannst du ruhig schlafen 1958; Leute bei uns gibt s Leute , 1975. Das 1991 erschienene, in 45 Teilen angelegte Erzählgedicht Kartoffelkrautfeuer oder Ein Stück Heimatkunde , bereits 1989 unter dem Titel Heimatkunde vom WDR als Fernsehfilm gesendet, beschreibt die eigene Kindheit und Jugend unter dem Hakenkreuz. Landschafts und Reisezyklen (u.a. Rußlandimpressionen 1976; So eine Welle lang. Australische Notizen 1978) dokumentieren die Aneignung von Auslandserfahrungen. Einem eigenen Teil sind Aphorismen gewidmet, die einen breiten Raum im Werk des Autors einnehmen und u.a Schreiberkundungen widerspiegeln.