Vorweg: Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf den Film - wer Informationen zum beworbenen Film-Paket und den enthaltenen Extras sucht, kann meine Rezension einfach überspringen.
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WÜRDIGUNG
Ein filmischer Meilenstein der 50er Jahre, der die damalige jugendliche Sehnsucht nach Führung, nach Halt und nach handfesten Vorbildern mit aller Macht herausschreit. Ein Aufruf an selbstgefällige, inkonsequente und verweichlichte Eltern, ihren pubertär-orientierungslosen Kindern einen Weg vorzugeben und bei der Überwindung des "Hasenfuß-Komplexes" beizusetehen: "Vater, ich will das du mich verteidigst! Vater steh auf - sei ein Mann!"
Konfrontiert mit dem ohnmächtigen Egozentrismus der Eltern suchen die Jugendlichen dieser Generation ihr Heil in der Clique und rebellieren gegen die Welt. Um sich jedoch einer solchen haltgebenden Vereinschaft anschließen zu können, bedarf es der Ausfechtung einer "Hackordnung", die nur dem Starken einen festen Platz gewährt.
Im Streben nach Überwindung der konservativen Schein-Gesellschaft auch eine Hommage an den offenen Ausdruck von Gefühlen in partnerschaftlichen wie auch familiären und freundschaftlichen Beziehungen.
KRITIK AUS HEUTIGER SICHT
Zweifellos ein Film, der zu seiner Zeit gleich mehrere Tabus überschritt und dadurch provozieren konnte. Heute jedoch, wo viele der damaligen Forderungen theoretisch völlig etabliert sind, wenngleich praktisch nach wie vor häufig vernachlässigt werden, ist einiges an filmischer Provokation verpufft.
Übrig bleiben zu häufig pathetische und "verkopfte" (i.S.v. theoretisch-philosophische) Dia- und Monologe, die irgendwie kitschig, drehbuchhaft und viel zu erwachsen vorgetragen werden: "Du bist mein Freund Plato. Das Wort Freund bedeutet etwas für mich. Du kannst auf mich schießen." Kein Wunder - werden doch alle 16-jährigen Filmfiguren von etwa 25-jährigen Schauspielern verkörpert. Da geraten Vater-Sohn-Beziehungen schnell einmal zur versehentlichen Farce. Der Tabubruch wirkt aus heutiger Sicht an einigen stellen ein wenig albern, die Geschichte letztlich eher oberflächlich.
ZEITLOSE STÄRKEN
Es gelingt dem Film, die unterschiedliche Bewältigung und Nicht-Bewältigung des Eltern-Konfliktes anzureißen: Da gibt es diejenigen, die sich über Ansehen in der peer-group eine Kompensation schaffen (z.B. Buzz). Es gibt jene, die sich stetig unterordnen, mitreißen lassen, mit dem Strom schwimmen und so ein gewisses Maß an Stabilität erreichen (z.B. Judy). Und es gibt noch deutlich seltenere Phänomene: Diejenigen, die irgendwie resigniert über allem thronen und dadurch eine maßlose rebellische Anziehungskraft erlangen (z.B. Jim) und jene, die angesichts des Konflikts zerbrechen und ins Abseits geraten (z.B. Plato).
Zudem transportiert "... denn sie wissen nicht was sie tun." historisch bedeutsam das Lebensgefühl und die Probleme der amerikanischen 50-er Jahre: Musik, Klamotten, Autos, Liebe und natürlich die legendären "Hasenfuß-Rennen" ...
MEIN FAZIT
Ein Film, den Cineasten aus historischer Sicht unbedingt gesehen haben sollten. Für Unterhaltungsfans nicht unbedingt das richtige: Das Thema ist inzwischen vielverarbeitet und insofern nicht mehr wirklich mitreißend, die Dialoge recht pathetisch und amerikanisch-kitschig, Umsetzung und Atmosphäre mäßig. Die Schauspieler liefern ebenfalls mittelmäßige Leistungen ab - wenn man einmal von der Ausstrahlung eines James Dean absieht. Gerade diese Ausstrahlung jedoch ist es, die ihm in diesem Film ein wenig zum Verhängnis wird: Sie passt einfach nicht recht in die jung und verzweifelt angelegte Rolle.