Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk, 24. Juli 2001
Von Ein Kunde
Dieses Buch versteht es, wirklich zu fesseln. Das einzig negative, was ich berichten kann, ist, daß ich die 270 Seiten im nu durchlesen hatte. Ein Meisterstück von Edgar Allan Poe! Nicht nur ein Muß, sondern mittlerweile mein neues Lieblingsbuch. Über die Geschichte selbst möchte ich nicht viele Worte verlieren. Nur soviel: Der Reiz, mal wieder eine Schifffahrt zu unternehmen, der Ruf des Abenteuers und die fast hörbare Spannung dieses Buches werden jeden und jede ereilen!
|
|
|
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
engl. Titel:"The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket" (1838) - zwiespältige Abenteuergeschichte, 18. September 2008
Den 16-jährigen Arthur Gordon Pym packt durch die Erzählungen seines zwei Jahre älteren Schulfreundes Augustus Barnard die Abenteuer- und Reiselust. Letzterer war schon einmal mit seinem Vater zum Walfang im Pazifik und weiss davon lebhaft zu berichten.
Zunächst macht Arthur mit seinem völlig betrunkenen Freund ohne jegliche Segelerfahrung bei Nacht einen Ausflug mit einem kleinen Segelboot, der beinahe in der Katastrophe endet. Augustus wird bewusstlos, Arthur weiss nicht wie man segelt, schließlich wird das kleine Boot von einem großen Walfänger übersegelt. Das Abenteuer endet jedoch glimpflich, Arthur und Augustus werden von der Besatzung des Walfängers aufgegriffen.
Beiden ist mit diesem Erlebnis die Lust nach Abenteuer jedoch nicht vergangen. Die beiden planen, auf dem Schiff von Augustus Vater, der "Grampus", mit auf Walfang zu gehen. Da das Arthur jedoch von seiner Familie nicht erlaubt wird, muss er als blinder Passagier an Bord geschmuggelt werden, wo er mit Vorräten versorgt im Kielraum des Schiffes ausharren soll, bis das Schiff weit genug von der Küste für eine Umkehr entfernt ist und ihn Augustus herausholt.
Es kommt anders als geplant. An Bord bricht bald nach Auslaufen des Schiffes eine Meuterei aus. Augustus kann Arthur zunächst weder mit Vorräten versorgen, noch kann er ihn aus seinem Versteck befreien. Arthur erleidet Qualen, Hunger, Durst, Atembeschwerden, schreckliche Träume - das Gefühl des Lebendig-begraben-seins und die Ungewissheit seines Schicksals und möglicher Rettung machen ihm das Ausharren zur Hölle.
Schließlich wird er doch von Augustus befreit. Zwischen den Meuterern gibt es mittlerweile Konflikte um das weitere Vorgehen, die Mannschaft des Schiffes dezimiert sich zusehens. Schließlich gelingt es Arthur und Augustus mit Hilfe des indianischen Halbbluts Peters das Kommando über das Schiff an sich zu reißen. Durch einen Sturm wird das Schiff maneuvrierunfähig und treibt auf dem Ozean dahin. Schließlich kentert es sogar. Die mittlerweile bis auf Arthur, Augustus, Peters und einen weiteren Mann geschrumpfte Besatzung erleidet Hunger und Durst. Es kommt zu Kannibalismus, der vierte Mann wird von den drei anderen nach einem Losentscheid verzehrt. Schließlich stirbt auch Augustus. Nur Arthur und Peters werden von einem Handelsschiff, der "Jane Guy" gerettet und aufgenommen.
Mit dieser geht es in antarktische Gewässer zur Robbenjagd, zum Handel und zur Erforschung der Südpolarregion. Zunächst werden einige bekannte Inseln angelaufen. Mit weiterem Vordringen gegen Süden wird es wieder wärmer. Schließlich begegnen sie auf einer Insel einem unbekannten Eingeborenenstamm, der sie zunächst freundlich aufnimmt und mit dem sie etwas Handel treiben.
Bald jedoch wird die gesamte Besatzung der "Jane Guy" bis auf Arthur und Peters von den Eingeborenen umgebracht und das Schiff angezündet. Arthur und Peters werden verschüttet, Arthur ist wie schon einmal lebendig begraben, die beiden erleiden Durst und Hunger. Schließlich gelingt es den beiden, sich zu befreien und mit einem Kanu aufs Meer zu fliehen. Sie fahren weiter gegen Süden, es wird wärmer, sie scheinen auf einen Wasserfall zuzusteuern, die Erzählung endet, vielmehr bricht ab, mit der Erscheinung einer riesigen weißen menschlichen Gestalt...
Die Erzählung ist mehrteilig, jeder Teil (Ausflug mit dem kleinen Segelboot, Fahrt mit der Grampus, Fahrt mit der "Jane Guy") könnte als Kurzgeschichte auch alleine stehen. Teilweise hat die Erzählung die Form eines Tagebuchs, einzelne Begebenheiten werden unter Datumsangabe abgehandelt. Teilweise sind auch theoretische Exkurse in die Erzählung eingestreut, so über bestimmte nautische Künste (z.B. Kunst der "Verstauung" oder des "Beilegens"), über das richtige Schiff für rauhe See, über die richtige Route in den Pazifik, über die Geschichte der Kolonialisierung einzelner Inseln, über die Geschichte der Erforschung des Südpolargebiets und über die Fauna bestimmter Inseln.
Poe baut Spannung auf, indem er entweder das Ziel in der Bewältigung einer Gefahr oder ein sich bald ereignendes schreckliches Ereignis nennt oder andeutet und dann nur zögerlich berichtet, ob und wie das Ziel erreicht wird bzw. wie das Ereignis eintritt. Die spannensten Teile der Erzählung sind Versuche, eine Gefahr zu bewältigen.
Das Gefühl des Schreckens wird beim Leser schon durch mitunter blutrünstige Schilderungen bedrohlicher Zeichen und durch bildreiche Beschreibung von Qualen erreicht. Der Teil, der die Fahrt mit der "Jane Guy" beschreibt, fällt in Spannung und Schrecken von den vorhergehenden Teilen stark ab.
Die Protagonisten sind meist unmittelbar von Bedürfnissen wie Hunger und Durst getrieben, es geht ihnen um ihr Leben, sie werden psychologisch von Poe nicht sonderlich komplex charakterisiert. Auch Gründe für das Handeln jenseits unmittelbarer Bewältigung der Gefahren werden kaum genannt. (Welche Motive hat Peters? Welche Motive haben die Eingeboren?) Vielleicht kann Psychologie von einem Buch des Genres Abenteuer auch nicht verlangt werden.
Fazit: Die ersten Teile der Geschichte gefielen mir aufgrund von Spannung und Schrecken besser, aufgrund des dagegen abfallenden letzten Teils halte ich das Buch für eine zwiespältige Angelegenheit.
|
|
|
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Seeabenteuer mit Horroreffekten - ein Klassiker, 9. Mai 2007
Man glaubt es kaum: Der Meister des Schreckens (nein, es ist nicht Stephen King gemeint) hat nur einen einzigen Roman veröffentlich. "Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym" kommt als Tatsachenbericht daher, ist aber so haarsträubend, dass man schon schmunzeln muss, wenn man bedenkt, dass Poes Zeitgenossen vieles darin für bare Münze genommen haben. Der Held Arthur Gordon Pym, dessen Name wohl nicht zufällig so ähnlich wie Poes klingt, ist ein waghalsiger Abenteurer, der sich als blinder Passagier auf einen Walfänger schleusen lässt. Er verbringt mehrere Wochen quasi lebendig begraben im Bauch des Schiffes, während an Bord eine Meuterei ausbricht und ein scheußliches Gemetzel tobt. Pym gelingt es zwar, mit ein paar Getreuen das Schiff zurückzuerobern, aber ein entsetzlicher Sturm droht ihr Schicksal zu besiegeln. Erneut werden sie knapp gerettet und schon folgt die nächste Katastrophe. Getreu dem Muster vieler Abenteuergeschichten stürzt der Held von einem unerhörten Ereignis ins nächste. Am Schluss dringt er sogar bis zum Südpol vor, und Poes Geschichte wandelt sich zur Offenbarung mystischer Geheimnisse. Für Freunde des gepflegten Horrors: Lesen!
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|