Gernot Gricksch erzählt in diesem Buch seine Lebensgeschichte. Und die seiner besten Freunde, eben der Kirschkernspuckerbande. Er kennt sie alle schon ewig, mit dem ersten hat er den Laufstall in derselben Reihenhaussiedlung geteilt, und der Rest stieß dann nach und nach während der Grundschulzeit zu ihrer eingeschworenen Gemeinschaft. Und nicht nur die Geschichte einer Freundschaft wird erzählt, die ihre Höhen und Tiefen durchläuft, auch ein humorvoller Rückblick durch die Jahre 1960 bis 2000 erheitert durch die Wiedererkennungsmomente beim Lesen. Überhaupt gibt es viel zu schmunzeln, mitunter sogar breit zu grinsen in diesem Buch. Vor allem für mich als Frau war es sehr interessant, einen Insiderbericht über die männliche Pubertät zu lesen und so endlich die Frage geklärt zu bekommen, wie sich der erste Kuss für einen Mann anfühlt oder was so schrecklich peinlich ist an einem Titel wie "Lady in Black".
Aber das Buch ist nicht nur lustig, es vermittelt zwischen den Zeilen auch viel Lebensweisheit, ohne jemals mit dem ausgestreckten Zeigefinger zu drohen. Jeder Leser kann sich ein Stück weit selbst finden in den Lebensentwürfen, die Gricksch vorstellt. Und außerdem werden sie hier erfahren, was das Spucken von Kirschkernen mit hungernden Kindern aus Afrika zu tun hat.
Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite! Ich konnte es nicht aus der Hand legen!