Dieses Buch hat eigentlich garnicht viel mit Neuropsychologie als Wissenschaft zu tun. Es kommen zwar einige Fachbegriffe und konkrete Fälle von Patienten mit Gehirnschäden vor, aber trotzdem hat das Buch nicht einmal populärwissenschaftliches Niveau. Soll es aber auch garnicht, denn das war nicht die Absicht des Autors. Paul Broks behandelt in seinem Buch hauptsächlich das Gehirn-Bewusstsein-Problem aus einer schon fast philosophischen Perspektive. Das Buch ist eine Mischung aus Schilderungen von Krankheitsfällen, die er selber wirklich erlebt hat und fiktionalen Geschichten, die er manchmal auch aus der Ich-Perspektive erzählt, teilweise schon literarisch hochwertigen Charakter und vor allem den Sinn haben, das Bewusstsein für das Gehirn-Bewusstsein-Problem zu verbessern und zu eigener Reflexion anzuregen. An manchen Stellen ist das Buch verwirrend, weil man zuerst nicht weiß, ob die Geschichte Realität oder Erfindung ist, aber genau dadurch gewinnen die erfundenen Geschichten ihren Wert. Die eingestreuten echten Krankheitsfälle halten die Abhandlung hinsichtlich des philosophischen Gehalts am Boden der Realität und die Erfahrungen des Autors, der ja als Praktiker auf dem Gebiet der Neuropsychologie tätig ist, kommen dem Ganzen sehr zu Gute. Die Philosophie alleine würde vor dem doch sehr verzwickten Gehirn-Bewusstsein-Problem recht hilflos dastehen. Wenn der Autor Fachausdrücke verwendet, tut er das immer im Bewusstsein darüber, dass seine Leser keine Experten sind und erläutert diese auch dementsprechend. Aber wie schon gesagt: für jemanden, der ernsthaft etwas über die Funktionsweise des Gehirns erfahren will, ist das Buch ungeeignet.