Neala O'Hare und ihre Freundin Sherri wollen in den Ferien durch die Berge Kaliforniens wandern. Als sie in einem Diner in dem kleinen Städtchen Barlow essen wollen, lassen die Einheimischen sie einfach nicht mehr gehen...
Die Familie um Lander Dills, seine Frau Ruth sowie die Tochter Cordelia und dessen Freund Ben, sind ebenfalls in der Gegend unterwegs und sollen auch bald Bekanntschaft mit den "Krulls" machen...
Die "Krulls" sind eine degenerierte Gruppe von Menschen, die schon lange in den Wäldern leben und sich immer wieder Opfer aus der Stadt geholt haben, bis die Gründungsväter beschlossen, ihnen Opfer zu bringen, damit sie verschont werden. So werden Durchreisende erst ausgeraubt und dann im Wald an einen Baum gekettet und den "Krulls" überlassen. Was diese dann mit den armen Menschen machen... nun gut, ich möchte nicht zuviel verraten...
Wer Richard Laymon kennt, der weiß, dass seine Romane nichts für schwache Nerven sind - auch wenn für mich große Unterschiede zwischen den bislang von mir gelesene Büchern von ihm bestehen. Bislang für mich "schlimmstes" Buch von ihm war "Der Keller" - da gefror mir wirklich das Blut in den Adern. Der Mann treibt einem den Angstschweiß auf die Stirn !
"In den finsteren Wäldern" sollte ja nun sein heftigstes Buch sein und nach "Der Keller" kann ich da nur zustimmen. Laymon nimmt einen mit auf eine blutige Achterbahnfahrt und man hat die ganzen ca. 250 Seiten nicht einmal die Zeit, um durchzuatmen, denn ein Ereignis jagt das nächste und Gnade kennt Laymon mit dem Leser keine. Wer einen nervösen Magen oder schwache Nerven hat, sollte dieses Buch wirklich nicht lesen, denn bei Laymon's schonungsloser Schilderung auch schlimmster Ereignisse kann einem schon mal nachhaltig den Magen umdrehen. Gut, das ist eben ein Horrorroman und die sind eben nichts für zarte Gemüter. Mir als Laymon-Fan hat auch dieses Buch gut gefallen.
Besonders gut fand ich, dass dieses Buch nach dem Original-Manuskript entstand, das der damalige Verlag wohl recht heftig "verstümmelt" hat und das dann leider auch ein Flop wurde. Hier erklärt uns Kelly Laymon, die Tochter des Autors, am Anfang des Buches, wie es dazu kam, dass sie dafür gesorgt hat, dass nun doch das Buch in der Form gedruckt wurde, wie ihr Vater das ursprünglich vorsehen hatte. Die Kapitel um Lander Dills sind wieder drin z. Bsp. Er ist auch der Grund, warum ich einen Stern abgezogen habe, denn einige Kapitel, in denen später nur er vorkommt, mit merkwürdigen Zitaten hätte ich nicht gebraucht und die tun der Geschichte auch keinen Abbruch, wenn man sie weglässt meiner Meinung nach. Am Anfang aber sollte er schon erwähnt bleiben, denn er gehört ja zur Familie und ist für die Einführung dieser auch wichtig.
Laymon's Schreibstil ist wieder knackig-prägnant und wie immer nimmt er kein Blatt vor den Mund, schreibt absolut schonungslos und schmeißt den Leser auch gleich am Anfang "ins kalte Wasser"/mitten in die Story. Das gefällt mir ausnehmend gut an seinen Romanen. Er hält sich nicht lange mit Hintergrundinformationen zu den einzelnen Personen auf und kreiert Charakter, mit denen man sich recht gut identifizieren kann teilweise, was das Grauen noch erheblich verstärkt.
Seine unnachahmliche Mischung aus Gewalt und Sex ekelt einen auf der einen Seite an - dann fasziniert sie aber auch wieder. Oft will man das Buch angeekelt in die Ecke legen - und liest dann doch weiter... Sowas schafft aber auch nur Laymon.
Mein Fazit: ein sehr guter Laymon, meine Nummer 2 nach "Der Keller" !