Kann die Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten weiter wachsen, wenn die ansässige Bevölkerung in allen europäischen Staaten schrumpft und durch außereuropäische Einwanderer, vor allem aus Nordafrika und dem Nahen Osten, ergänzt bzw. ersetzt wird? Das ist die Frage, die Herwig Birg in diesem außerordentlich wichtigen Buche stellt. Der Verfasser ist vor allem Fachmann in langfristigen Trendabschätzungen, die sich aus seinen wissenschaftlichen Gutachten ergeben, die er im Auftrage von Renten- und Lebensversicherungen angefertigt hat. Aus diesen Berechnungen ergibt sich – wie er im Kapitel 9 seines Buches mit detaillierten Zahlen belegt - daß bereits im Jahre 2010 in einer Vielzahl von Großstädten der Ausländeranteil die 50%-Schwelle bei den unter 40jährigen überschreiten wird. Also in einer sehr nahen und greifbaren Zukunft. Er muß aber feststellen, daß sich bisher weder Sozialwissenschaft noch Politik diesem Thema gestellt haben. Der Verfasser macht auch darauf aufmerksam, daß Bevölkerung nicht nur eine zahlenmäßige Größe haben sollte, sonder auch eine entsprechende Qualifikation. Auch hier kommen ihm Zweifel, ob in diesen Städten der Schulunterricht für Kinder deutscher Eltern in der Muttersprache überhaupt noch erteilt werden kann. Das Buch schließt mit dem Appell, durch eine Steigerung der Geburtenzahl bei den europäischen Völkern – so wie das in Frankreich durch eine Steigerung auf 1,9 Kinder pro Frau gelungen ist – die Probleme in einer Größenordnung zu halten, wo sie sozial- und ordungspolitisch steuerbar bleiben. Wie das allerdings in Deutschland in Politik umgesetzt werden kann oder soll, dazu sind die Vorstellungen des Fachwissenschaftlers eher vage. Dennoch handelt es sich zweifellos um ein Buch, daß von einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen und diskutiert werden sollte.