INFO auf BackCover:
"Das Monster Salaün - schwachsinnig und gefährlich, von unheimlicher Kraft! Ständig gefesselt lebt es weit ab von jeglicher Zivilisation. Doch eines Tages bricht Salaün die Fesseln und macht sich auf den Weg. Schrecken und Tod verbreitend hinterläßt es eine blutige Spur. Kann der Mut eines Vierzehnjährigen Salaün stoppen?"
Auch wenn einige meiner VorRezensenten das Hörspiel abstrafen und es als "Tiefpunkt" oder gar "Schrott" bezeichnen, kann ich mich dieser Meinung ganz und gar nicht anschließen. Im Gegenteil, ich finde das Hörspiel "Dem Monster auf der blutigen Spur" mehr als bemerkenswert (im positiven Sinne) und für mich ist es das "Highlight" der zweiten Staffel (gemeint sind die Folgen 11 bis 18).
Viele finden es nicht gruselig oder schaurig genug. Wenn man aber bedenkt, dass diese Hörspiele für eine jüngere Zielgruppe konzepiert wurden, so meine ich, dass gerade dieses Hörspiel für die gewollte Zuhörerschaft besonders interessant ist.
Anders als in den übrigen Hörspielen, ist der Held des Geschehens ein 14-jähriger Junge (vermutlich eher ein Außenseiter), der einem unberechenbaren und tödlich-gefährlichen Schwachsinnigen (bei dem keiner weiß, was als nächstes geschieht) gegenübersteht. Er wird mit diesem gegen seinen Willen konfrontiert, muss sich einer schier unlösbaren Aufagen stellen und geht schließlich als Sieger aus dem Ganzen hervor. Pure Spannung ist garantiert; unheimlich ist die Folge allemal.
Auch wenn HorrorIkonen, wie Dracula, Frankenstein und Co. zunächst viel-versprechender erscheinen, so finde ich es gerade mutig, dass sich die Gruselserie auch mit unbekannteren Figuren, wie Salaün beschäftigt. Unbekannt könnte man eigentlich in Anführungszeichen setzen, da die Legende um Salaün (wenn auch nicht in Deutschland) dennoch einen gewissen Bekanntheitsgrad aufweist. Gemeint ist eine französische Legende um den "einfältigen Salaün", einen vermeintlich schwachsinnigen "Narren", der im 14. Jahrhundert gelebt haben soll.
Salaün soll (ihr könnt es ja auch mal "nach-googeln") ein gottesfürchtiger jedoch schwachsinniger Bettler gewesen sein, der in einem Wald (nahe einer Quelle) gelebt haben soll, und die Vorbeikommenden stets mit dem Zitat "Gegrüßet seist du, erhabene Maria" begrüßt haben soll. Den Ort "Le Folgöet" (der Wald des Narren) in der Bretagne hat man nach ihm benannt.
Als Salaün mit 14 Jahren (man beachte das Alter) starb und man ihn beerdigte geschah das Wunder. Aus dem Grab wuchs eine nie gesehene Lilie (auf dem Blättern soll in Gold "Ave Maria" gestanden haben). Das Grab wurde geöffnet und man sah, dass die Blume aus Salaüns Mund wuchs. Daraufhin wurde über dem Grab die Kirche Notre-Dame errichtet.
Eine faszinierende Legende, die es wert ist, in einem Hörspiel bedacht zu werden.
Zur Story: Der 14-jährige Martin macht zusammen mit seinen Eltern Urlaub in der Bretagne. Am Strand freundet er sich mit ein paar Jungen an, die ihm vom Monster Salaün erzählen. Dieser lebt, an Ketten gefesselt, in einer Höhle am Meer. Die Jungen überreden Martin, sich das Monster anzuschauen. Martin, der Salaün ebenfalls abstoßend findet, bemerkt jedoch, dass Salaün "ein Mensch und kein Monster sei". Dies hat Salaün mitbekommen. Als er aus seiner "Gefangenschaft" flieht, bittet er Martin um Hilfe...
Ein tolles Hörspiel, dass ich auf jeden Fall empfehlen kann. Volle Punktzahl.