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Die Liebe ist zum Scheitern verurteilt, 20. Oktober 2003
Der 1928 geborene kolumbianische Nobelpreisträger siedelt diesen schmalen Roman in der geschichtsträchtigen Stadt Cartagena de las Indias an. Ebenso wie das bereits 1985 erschienene Buch El amor en los tiempos del cólera beschäftigt sich das neue Werk mit den dunkleren Kapiteln der Stadtgeschichte, mit Inquisition und Sklavenhandel, dessen Hauptumschlagplatz in der Neuen Welt Cartagena über Jahrhunderte hinweg war.
Die eigentliche Geschichte ist eingebettet in eine durchaus real erscheinende Rahmenhandlung, in der der junge Journalist García Márquez 1949 der Öffnung der Krypta des ehemaligen Konvents Santa Clara beiwohnt, um darüber Bericht zu erstatten. Dabei wird ein sensationeller Fund gemacht: Das Skelett eines jungen Mädchens, von dessen Grabstein nur noch der Vorname Sierva María de todos los Angeles in Erfahrung zu bringen ist, ist von einer kupferroten Haarpracht von 22 Metern Länge umgeben. Auch nach dem Tode wachse das Haar eines Menschen noch 22 Zentimeter im Monat, erklärt der Vorarbeiter. García Márquez erinnert sich an eine Geschichte aus seiner Kindheit, die sich um eine kleine marquesa dreht, die für ihr leuchtend rotes Haar, so lang wie ein Brautschleier, über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war und die im zarten Alter von 12 Jahren an Tollwut starb. Der Meister des magischen Realismus spürt der Legende nach und macht sich daran, die Geschichte der Sierva María zu erzählen....
Da die Mutter Bernarda sich vorwiegend erotischen Abenteuern mit ihren schwarzen Sklaven widmet und der Vater, der alte Marquis von Casalduero, sein Leben fast ausschließlich in der Hängematte verbringt, wächst die Tochter bei den Haussklaven auf. Sie verbringt ihre Zeit in der Küche, lauscht den Märchen und Liedern der Sklaven, spricht ihre Sprache und teilt ihre Vorstellungen von Welt und Überirdischem. Erst als sie von einem angeblich tollwütigen Hund gebissen wird, wird sich der Vater der Liebe zu Sierva María bewußt. Ein in der Stadt wegen seiner jüdischen Herkunft verachteter Arzt erklärt das Mädchen für gesund, empfiehlt jedoch dem Vater, seine Tochter als Schutzmaßnahme gegen alle Krankheiten glücklich zu machen. Erstmals kümmert sich der Marquis um seine Tochter und will ihr die von den Sklaven erlernte Sprache, Verhaltensweisen und den Aberglauben austrieben, um sie zu einer kreolischen Adeligen par excellence werden zu
lassen. Dabei stellt er sich nie die Frage, ob die Verwirklichung seiner Träume und sein Konzept von Glück auch dem seiner Tochter entspricht.
Wenige Monate später wird das Kind von Fieberkrämpfen geschüttelt und bricht als Reaktion auf die schier unmenschlichen Behandlungsmethoden der Ärzte in wilde Wutanfälle aus. Darin sieht wiederum der um Rat gefragte Bischof das Walten eines Dämons und veranlaßt die Einweisung in das Nonnenkloster Santa Clara, wo unter Oberaufsicht des Exorzisten Delaura, der offensichtlich ein illegitimer Sohn des Bischofs ist, der Teufel ausgetrieben werden soll. Zwischen Delaura und Sierva María bahnt sich eine zarte Liebesbeziehung an, die behutsam und voller Poesie erzählt wird. Doch Delaura fehlt der Mut zur Flucht ebenso wie die Courage, beim Bischof für Sierva María zu bitten. Als ihre Beziehung entdeckt wird, wird der Priester zur Strafe an ein Krankenhaus für Aussätzige verbannt und das gerade 12 Jahre alte Mädchen gerät in die Mühlen der Inquisition. Wenig später wird Sierva María tot aufgefunden, "muerta de amor" und mit neu wachsendem Haar auf dem kahlgeschorenen Kopf. Eine Hymne an die Liebe, auch wenn sie am Ende zumindest in dieser Welt nicht gewinnen kann, sondern am System scheitert.
Doch De amor y otros demonios ist mehr eine einfühlsame Liebesgeschichte und mehr als ein neues Beispiel für das Phantastische des realismo mágico. Gabo, wie der Autor liebevoll von den Kolumbianern genannt wird, liefert eine sehr detailgenaue Analyse der sozialen Zustände Cartagenas im 18. Jahrhundert. Auf die Situation der entlaufenen Sklaven, die sich in den undurchdringlichen Wäldern verstecken, wird ebenso eingegangen wie auf die der von der Inquisition streng überwachten Bevölkerungsschichten der Konvertiten. Die historische Situation ist genau recherchiert und brillant umgesetzt in einer dichten Atmosphäre voller lebendiger Bilder und Nebelschwaden gleich herumwabernder Geschichten und Legenden. Auch sprachlich ist das Werk außerordentlich gelungen, nicht nur wegen der gewohnt geschliffenen Ausdrucksweise des großen Meisters, sondern auch wegen der Einflechtung von Redewendungen, wie sie nur in Cartagena im 18. Jahrhundert üblich waren.
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5.0 von 5 Sternen
The Surreal Realisim of my country, 18. Januar 2000
To say the least, this book of G.G.M is defenetly one of my favourites. The reason? It portraites beautifully the complex reallity of my country (Colombia), and specialy the coast part. For the people who either does not know to much about Colombia, or to much of the "bad" things, this book offers an emotinal approach, an antropological view of the many paradoxes in the land of the richest coffe in the worl. One advise: read the book with the best of your concentration, due to the fact that G.M, is a genius creating and using words from the most rich Castellano (spanish) ever. Enjoy it ! Angela Alvarez.
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