Interaktive 3D-Grafik im World Wide Web ist ein faszinierendes Medium und besitzt zugleich Erfolgspotential für Produktvisualisierungen, Lehr-/Lernsysteme und andere Anwendungen. Für deren Entwicklung existieren bisher jedoch kaum Richtlinien und Standards, und die eingesetzten 3D-Technologien sind größtenteils nur für Experten zu beherrschen.
Der erste Teil des Buches führt in die Thematik dreidimensionaler Benutzungsschnittstellen und ihrer Interaktionselemente, der sogenannten 3D-Widgets, ein. Mit der Beschreibung von Gestaltungsrichtlinien, Navigations- und Strukturmetaphern sowie einer ausführlichen Systematisierung existierender 3D-Widgets nach ihren Einsatzbereichen soll dem Entwickler die Konzeption dreidimensionaler Anwendungen erleichtert werden.
Der zweite Teil widmet sich der Erstellung dreidimensionaler multimedialer Anwendungen auf der Grundlage einer dokumentzentrierten Komponentenarchitektur. Mit Hilfe eines visuellen 3D-Autorenwerkzeuges ist es nun auch computergrafisch weniger versierten Entwicklern möglich, interaktive 3D-Anwendungen aus wiederverwendbaren, standardisierten Bausteinen zusammenzusetzen. Die aus dem Autorenprozeß resultierenden XML-Dokumente können schließlich in verschiedene 3D-Formate für das World Wide Web transformiert werden.
Raimund Dachselt, geboren 1971 in Elbingerode (Harz), studierte Informatik an der Technischen Universität Dresden und der University of Glasgow. Schon während des Studiums waren interaktive Computergrafik und Informations¬visualisierung wichtige Interessenschwerpunkte. Im postgradualen Ergänzungsstudiengang Designinformatik an der Burg Giebichenstein, Hoch¬schule für Kunst und Design Halle, entstanden in interdisziplinärer Zusammen¬arbeit VR-Anwendungen mit 3D-Benutzungsschnittstellen. Damit waren wichtige Grundlagen für weitere Arbeiten auf diesem Gebiet gelegt. Seit 1998 ist der Autor als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Multimediatechnik der TU Dresden in Forschung und Lehre tätig.