Kurt Gibel gibt in seinem zugegebenermaßen recht dünnen Buch eine Einführung in die Degustation, ihren Ablauf und die Weinsensorik. Sehr praktisch hierfür sind die beiden in den Umschlag integrierten Klappkarten: links der Ablauf und die Bewertung, rechts das Aromenspektrum. Gleichzeitig werden auf ihnen die wichtigsten möglichen Weinfarben für Weiß- Rot- und Roséweine dargestellt. Der Inhalt der beiden Klappkarten findet sich auch im Innern des Buches wieder. Die Beschreibung des Prüfvorgangs und einer Vielzahl (wenn auch nicht aller) Aromen zusammen mit einer lobenswerten kleinen Darstellungen der Auswirkung der Temperaturänderung auf die Geschmackskomponenten werden hier ebenso dargestellt wie das Problem welche Komponente des Weins mit den von Kurt Gibel dargestellten Geschmackskomponenten des Essens harmoniert oder disharmoniert. Dazu gibt es eine Kühltabelle für den Hausgebrauch und einen kleinen lexikalischen Anhang der freilich etwas zu kurz kommt. Im Anhang finden sich dann noch nützliche Bewertungen der einzelnen Jahrgänge in den wichtigsten Anbaugebieten. Dieses Buch ist für den Einsteiger hervorragend geeignet aber auch für den Fortgeschrittenen, der sich das Spektrum der Aromen noch einmal in sein Gedächtnis zurückrufen will. Der Profi, der mit den Finessen des Degustierens vertraut ist, müßte all das in diesem Büchlein enthaltene Wissen eh in seinem Kopf gespeichert haben. Dieses Buch kann also der erste Schritt auf dem Weg zur Weinkennerschaft bezüglich der Degustation sein und vermeidet erfreulicherweise jeden überflüssigen Wortschwall. So kann es denn auch seine Aufgabe und Zielsetzung voll und ganz erfüllen. Denn dieses Buch hält, was es verspricht: Weine degustieren, leicht und spielend. Leider oder Gott sei Dank entbindet dies den angehenden Weinkenner nicht, stetig am praktischen Beispiel zu üben und sich tatsächlich mit der Identifizierung der Aromen im Wein zu befassen, denn das kann das Buch nuneinmal nicht, das können nur Sie! Wenn man mit diesem Buch ersteinmal vertraut ist, empfiehlt sich die Lektüre weiterführender Literatur, die leider auch erheblich aufwendiger ist, sowohl zeitlich als auch pekuniär.
Dieses Buch ist ausgezeichnet auf seine Zielgruppe zugeschnitten und sollte eines der ersten Bücher in jeder Weinbibliothek sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)