Dies Büchlein enthält 31 Gedichte, in denen Christiane Höhmann zärtlich und sensibel Gedanken haucht oder leise singt, zumeist eher mit sich als vor Zuhörern, oder höchstens vor Einem, dem trauten "Du" der stillen Nähe, so innig und zerbrechlich klingen die Verse zwischen Geheimnis und Bekenntnis, "wenn du wirklich da bist".
Erschienen im Jahre 2002, also noch lange vor dem Roman "Zeit wie Wasser", ist der Tod als Gedanke noch nicht überwunden, oder nur augenblicksweise, in einem Moment unendlich blauen Lichtes, als fallen "schatten auf die toten in dir", oder in einem berührenden Nu, als der Tod wie "ein kleines graues staubkorn" davonflirrt. Aber noch sind die Gestorbenen tot, wie der Vater, mit dem bis her nur ein einziges Mal, das zugleich erste und letzte, über das Leben gelacht worden ist; noch ist keine Auferstehung geschehen. Und so schwingt denn bei aller Poesie des Seins, in dem das bedeutsame Lied zu hören ist, "das niemand sonst hören kann", immer das leise Weh der Vergänglichkeit mit, die Einsamkeit, der Bedarf an Wort, Gedanke, Traumblick und Hautfetzchen des "Du", um zu bleiben. Und derweil, auf dem Wege, bleibt immer auch, das Herz des "Du" mit sanften Gedichten zu streicheln. Schön!