Nein, dass darf man nicht, drängeln, mit dem Glück. Man muss es sehen, in den kleinen Dingen im Leben, wenn Magnus tapfer die Linni aus dem Wasser rettet oder die Maden heimlich im Wald aussetzt. Wenn es Anna warm ums Herz wird, wenn sie das kleine Haus in Schweden auf der Lichtung sieht und Linnea aufpasst, dass Linni nicht gleich spucken muss. Drängeln darf man nicht, ist es doch schon schwierig genug, so als Trennungsfamilie in den Urlaub zu fahren. Mit einem Papa, der ziemlich überfordert seinen drei Kindern gegenüber steht und nicht immer den richtigen Ton trifft. Anna, die sich in Tagträume rettet und an Wundersteine glaubt, in der Hoffnung, alles wird wieder gut. Und am Ende auch Friedrich, der sich drei Geschwistern ausgesetzt fühlt, die ihn ganz offensichtlich nicht mögen.
Leise, warme, traurige, fröhliche und sentimentale Töne werden hier angeschlagen, in einem Buch, welches zu Herzen geht. Ohne zu beschönigen, kommen hier die Untiefen und Grautöne zum tragen, die entstehen, wenn eine Familie auseinander geht und sich in neuen Konstellationen wieder zusammen finden muss. Die traurigen oder auch wütenden Gedanken werden beschrieben, ohne zu bewerten, denn sie sind da und lassen sich nicht ignorieren. Aber es gibt auch viele heitere, fröhliche Momente und Stunden, in denen fast alles wieder gut ist.
Mit liebevollen Sätzen wird hier gezeigt, wie man auf leisen, sanften Wegen versuchen kann, dass Glück im Augenblick zu finden. Auch ohne Hollywoodreifem Ende, gelingt es der Autorin, Hoffnung zu säen und ein bisschen Licht am Ende des Tunnel zeigen.
Ein zauberhaftes Buch, sehr lesenswert!