Grundsätzlich kommt ja kein Mensch auf die Idee, sich ein Buch über Entrümpelung zu suchen. Ich hab das Buch beim Warten in der Buchhandlung in die Finger bekommen und mir gedacht "also aufräumen das ist ja wohl etwas das ich wirklich selber kann". Angeregt von dem Cover hab ich trotzdem drin gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Gerade im Buchladen, wo ich meistens nur sporadisch auf einigen willkürlich gewählten Seiten lese, fand ich immer auf Anhieb eine interessante Stelle. Doch zum Wesentlichen.
Die Autorin scheint Ahnung von dem Thema zu haben, das Buch liest sich flüssig. Man findet alles was man braucht und empfindet jeden Raum als durchdiskutiert.
Irgendwie nervig empfand auch ich das Ausräucherthema. Durchlüften genügt wohl.
Besonders interessant fand ich die Themenbereiche Min-Tan (große leere Flächen wirken entspannend), rigoroses Wegwerfen (sogar Fotos und dennoch sinnvoll und logisch erklärt auch nachvollziehbar), Schatzkästchen anlegen (für besonders sentimental wertvolle Dinge) und das große Kontra. Das heißt, eben keine Verstaumöglichkeiten schaffen, keine Schränke, sondern aussondern.
Laut den vorigen Bewertungen sind Rita Pohles Ideen zusammengetragen. Das kann ich nicht beurteilen, da ich kein anderes Buch zu dem Thema kenne. Und wenn schon, alles wichtige konzentriert im Taschenbuch. Warum Gutes noch besser machen. Auch alte Ideen sind gute Ideen.
Interessant auch der Hauch von Feng-Shui. Genauso viel wie man wirklich braucht.
Was ich schlecht fand war die These, Sachen wegzuwerfen die man seit letztem Jahr nicht in der Hand hatte (auch Kleidung).
Stimmt zwar aber nicht so radikal. Habe nach einem Umzug auch einen Gerümpelraum erschaffen habe daraus lange nichts gebraucht. Jetzt werfe ich alles weg. Jedoch sollte man nicht z.B. das Raclette wegwerfen auch wenn man es ein Jahr nicht benutzt hat. Man braucht es ja auch nicht so oft. Ich z.B. habe einen Organizer weggeworfen, der originalverpackt war, jedoch hat er keinen Zweck mehr. Das meinte ich, sich auch mal von unbenutzem oder geliebten zu trennen, wenn man es nicht wirklich braucht.
Habe aus meinen Wohnzimmerschränken die Türen ausgebaut. Man schlampt nicht so und setzt wichtige Dinge ins Licht und stellt besondere Sachen sichtbar raus.
Auch nicht sinnvoll fand ich die Idee, für jedes neue Teil ein altes wegzuwerfen. Ok, alter Fernseher gegen neuen Fernseher. Aber wenn ich einkaufen gehe und 10 Artikel kaufe, dann suche ich zuhause nicht 10 Sachen zum wegwerfen, die ohne Bezug sind.
Gut fand ich, dass die Autorin auch auf den Menschen selbst eingeht, wie man mit alten Sachen innerlich fertig wird und diese abschließt, welcher Chaos-Typ man ist u.s.w.
Abschließend noch sehr interessant fand ich die These zum Thema sammeln, man solle sich konkret ein Sammelgebiet beschränken, also nicht z.B. Briefmarken, sondern ein konkretes Land oder einen konkreten Zeitraum und was auch noch gut war, war der Tipp, sich alles, was einen belastet oder durch den Kopf geht, zusammenschreibzuschreiben. Man hat dann irgendwie mehr Überblick und kann sich der Lösung widmen.
Trotzdem alles in allem ein gutes Buch mit einigen guten Ideen und entgegen Frau Pohles` Thesen werde ich es nicht wegwerfen, wenn ich es ausgelesen habe...