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Ich dachte an die goldenen Zeiten. SZ-Bibliothek Band 76
 
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Ich dachte an die goldenen Zeiten. SZ-Bibliothek Band 76 [Gebundene Ausgabe]

Bohumil Hrabal , Susanna Roth
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 164 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (13. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866155263
  • ISBN-13: 978-3866155268
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 358.654 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bohumil Hrabal
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bohumil Hrabal erzählt die Geschichte seiner Ehe. Das an sich ist schon ungewöhnlich genug. Nur, er schreibt aus der Sicht seiner Frau, Ich-Erzählerin ist Frau Hrabal. Das ist, literarisch gesehen, interessant. Kommt da nun Biografisches, Autobiografisches zustande? Will sich da einer listig aus der Verantwortung stehlen, ist ihm womöglich die Sicht auf sich selbst verstellt, oder schafft der Perspektivwechsel ein höheres Maß an Objektivität?

Wie dem auch sei, die gute Eliška hat es nicht leicht mit diesem Kerl. Schon gleich zu Anfang hastet sie zum Verlag ihres Mannes, den längst überfälligen Vorabdruck seines neuen Buches abzuholen. Bohumil wartet derweil entnervt zu Hause, ein hilfloses Bündel, suizidal unentschlossen zwischen Prager Fenstersturz oder Wacholderschnapsvergiftung. Oder die Episode, in der ihr Gatte stark alkoholisiert auf dem Bahnsteig auftaucht, den Verlagsvorschuß in einem Einkaufsnetz voller Geldscheine schwenkend. Wie bemerkt die Dame im Abteil gegenüber so treffend: "Der Herr Gemahl ist ein lustiger Kerl, sie erleben wohl so allerlei mit ihm!"

Kann man so sagen. Hrabal, 1914 in Brünn geborenes literarisches Urgestein, ehemaliger Stahlgießer und Kulissenschieber. Ab 1963 freier Schriftsteller, sein riesiges Werk erschienen bei Suhrkamp. Die Schilderung des Prager Frühlings ´68 und dessen Niederschlagung, die er zusammen mit Heinrich Böll erlebte, gerät ihm fast zur Burleske. Und immer wieder fließt der Wacholderschnaps, literweise. Dann der unvermeidliche Zusammenbruch. Lebervergiftung. Wie Hrabal dem Tod noch einmal von der Schippe springt, das gehört zu den eindringlichsten Kapiteln dieses Buches. Daß Eliška darüber nicht zerbrach, ist ein Wunder. Wehmut wird spürbar in ihrem/seinem Schlußwort:

"Dieser Mann hielt mich all die Jahre auf Trab, daß ich darüber vergaß, ein Kind zu haben. Ich zuckte mit den Schultern. Was soll´s." Was für eine Liebe. Bohumil Hrabal verstarb im Jahre 1997. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

der Sicht seiner Frau erzählt der tschechische Autor Bohumil Hrabal die Geschichte seiner eigenen Ehe und damit die einer ganz und gar ungewöhnlichen Liebe. Während er, ein lange erfolgloser Schriftsteller, endlich den Durchbruch schafft, sieht sie, seine Frau, nur seine Schwächen und seine unmöglichen Freunde, bei denen er der Champion ist, die Nummer eins, besonders in der Kneipe "Zum Goldenen Tiger". Das Buch ist gleichzeitig ein burlesker Gesellschaftsroman mit einer unkonventionellen Schilderung des Prager Frühlings.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Bohumil Hrabal, 1997 verstorbener tschechischer Poet, schlüpft in diesem Roman aus dem Jahre 1986 in die Rolle seiner Frau (die bereits 1987 verstarb).
Eliska erzählt über das Erscheinen des ersten Buches ihres Mannes Ende der 50er Jahre bis zum Publikationsverbot nach der Niederschlagung des Prager Frühlings.
Mehr aber noch erzählt sie über den Schriftsteller Hrabal: Bohumil ist ein schwieriger, immer an sich selbst zweifelnder, sehr dem Alkohol und dem fetten Essen zugetaner Mensch, der eigentlich immer ein Kind geblieben ist. Er liebt seine Frau, seine Freunde und seine Katzen, er hasst Lesungen und Diskussionen; am liebsten ist er (allein) irgendwo in der Natur.
Eliska erträgt dies alles; ja, zeitweise ist sie die Einzige, die ein Einkommen hat. Trotzdem liebt sie ihren Mann, auch wenn er es ihr nicht immer leichtmacht...
Bohumil Hrabal hat ein wunderbares Buch geschrieben, über dessen Wiederentdeckung man sich freut (vielleicht wieder einmal mehr von Hrabal lesen?) Und natürlich kann Hrabal den tschechischen Nationalhelden Schwejk nicht verleugenen: nicht nur einmal wird man beim Lesen an Jaroslav Hasek erinnert (besonders bei Hrabals Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und dem Publikationsverbot)!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Prager Groteske 13. Januar 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch schildert das Leben des Dichters in den sechziger Jahren aus der Sicht seiner Frau. Dadurch ist der Blick eingeschränkt. Obwohl sich langsam der literarische Erfolg einstellt, spielt der Prozeß des Schreibens nur eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt ihrer Sicht steht das Alltagsleben, die Fluchten des Dichters, die ungezügelten Gelage, seine Ängste und Eitelkeiten, das Bestreben, immer die Nummer 1 zu sein. Dies macht ihr ständig zu schaffen, mehr als "eine Klasse geistesgestörter Kinder". Aber sie toleriert seine Schwächen, wohl aus der Angst vor der Einsamkeit: Solch ein Mann ist besser als keiner. Trotz ihrer Zweifel an der Ehe steht sie ihm bei zahlreichen Gelegenheiten bei. Mit weiblicher List sorgt sie z.B. für den benötigten Ausweis. Hrabal weiß, was er an ihr hat. So entfaltet sich ein Mosaik, wo die menschliche Sehnsucht nach dem Bedeutsamen und das Banale eng zusammenliegen. Besonders schön in dieser Hinsicht ist die Schilderung des Schlachtefestes und des Abendessens mit Böll. Gewürzt ist das Ganze mit einer Prise Schwejkschem Humor, was die Lektüre zu einem großen Vergnügen macht.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Autobiographie mal anders 12. November 2005
Von Ossiwan
Format:Taschenbuch
Mit den Augen seiner Frau beschreibt Bohumil Hrabal sein eigenes Leben und nimmt dabei auf sich keine Rücksicht. Er erscheint dem Leser als bäurischer, martialischer Mann, der mehr durch Zufall Schriftsteller geworden ist. Und doch bekennt Hrabal darin seine Art zu schreiben, seine Art zu erzählen. Man versteht seine Verliebtheit in die Natur und den Augenblick. Was in den Augen seiner Frau manchmal wie Wahnsinn erscheint, offenbart sich als Möglichkeit Gefühle und Stimmungen zu verschriftlichen.
Und nebenbei lernt der Leser auch die Ängste der Bevölkerung während des Prager Frühlings kennen, die Sinnlosigkeit und pure Machtdemonstration, die er gebracht hat. Hrabal gelingt dies aber auf eine subtile und sympathische Weise, er prangert nicht an, er stellt nicht einmal in Frage sondern baut es in sein eigenes Leben als schlichte Tatsache ein, die in ihrer Aberwitzigkeit auch zu seiner eigenen literarischen Gestalt passt.
Wer Hrabal nur von seinen Romanen her kennt, sollte sich diese andere Art von Autobiographie nicht entgehen lassen.
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