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Ich dachte, ich hätte sie endlich groß. Wenn Söhne und Töchter nicht erwachsen werden
 
 
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Ich dachte, ich hätte sie endlich groß. Wenn Söhne und Töchter nicht erwachsen werden [Taschenbuch]

Cornelia Nitsch , Cornelia von Schelling
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Viele junge Leute tun sich schwer, auf eigenen Beinen zu stehen. Keine Ahnung, was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen. Etliche wohnen mit 22, 25 oder 28 noch zu Hause. Oft kehren längst volljährige Söhne und Töchter auch nach einem Versuch in der Selbstständigkeit wieder nach Hause zurück: Die Beziehung ist gescheitert oder die neue Stelle nach einigen Monaten schon wegrationalisiert.
Die Verunsicherung der Eltern ist groß: Sind die Jungen den gesellschaftlichen Herausforderungen wirklich noch nicht gewachsen? Oder machen sie es sich zu bequem? Cornelia Nitsch und Cornelia von Schelling sind Mütter von insgesamt sechs Söhnen zwischen 19 und 26. Sie zeigen auf, wann Unterstützung für die volljährigen Kinder sinnvoll ist und wann sie eher schadet.

Über den Autor

Cornelia Nitsch Cornelia Nitsch ist Mutter von vier Söhnen und lebt bei Bad Tölz. Sie ist als freie Journalistin und Autorin tätig.

Cornelia von Schelling Dr. Cornelia von Schelling, Mutter von zwei Söhnen, ebenfalls freie Journalistin und Autorin, lebt in München. Beide Autorinnen waren lange Redakteurinnen bei »Eltern« und schreiben seit vielen Jahren erfolgreiche Bücher zum Thema Familie und Erziehung.

Auszug aus Ich dachte, ich hätte sie endlich groß von Cornelia Nitsch, Cornelia von Schelling. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich dachte, ich hätte sie endlich groß

Einführung

Ihr »Kind« ist seit einer Weile volljährig, vielleicht schon mit der Schule fertig. Oder steckt mitten in der Ausbildung oder im Studium. Eigentlich Zeit für Eltern, die Beine hochzulegen und die Entwicklung ihres Sprösslings aus gebührendem Abstand zu betrachten. Doch bei allem Bemühen um Distanz begleiten Mütter und Väter die Entwicklung ihres erwachsen gewordenen Kindes in Gedanken oft mit gemischten Gefühlen:
Einerseits entspannt, denn in der Regel kommen sie mit ihrem Nachwuchs ganz gut klar. In unseren Zeiten proben die Jungen nicht mehr den Aufstand gegen die Alten.
Andererseits in Sorge, denn es kann heute ziemlich anstrengend sein, erwachsen zu werden, da die Jobs rar und Bindungen keine Selbstverständlichkeit mehr sind.
Sollen sich Eltern auf diese Achterbahn der Gefühle überhaupt noch begeben, bei den Belangen ihres »Kindes« mitzittern? Ist die Tochter, ist der Sohn nicht längst erwachsen und damit für sich selbst verantwortlich? Natürlich. Das Loslassen ist in der Regel auch kein wirklich großes Problem, wenn das »Kind« auf festen Beinen im Leben steht und seine Selbständigkeit genießt.
Wenn es aber auf reichlich wackeligen Beinen steht, wenn es schlingert, keinen festen Boden unter den Füßen hat und wenig zielgerichtet und überzeugend einen Zickzackkurs steuert, dann vergessen Eltern, sich zurückzulehnen, und schwingen, all ihrer Abnabelungsversuche zum Trotz, wieder intensiv mit. Manchmal werden sie sogar um Unterstützung gebeten, denn für die meisten der jungen Erwachsenen bleiben Mutter und Vater wichtige Ansprechpartner und Vertraute, die man auch mal um Rat fragt, das haben neuere Untersuchungen ergeben.

Was tun, wenn es dem Nachwuchs mies geht? Rat geben? Unterstützen? Wie denn? »Welche Rolle spielen wir eigentlich noch? Sollten wir nur noch Zuschauer sein oder noch Mitwirkende?« Als die Kinder noch Kinder waren, kannten Mütter und Väter diese Unsicherheit nicht. Da fühlten sie sich noch verantwortlich für die Entwicklung ihrer Sprösslinge. Aber jetzt? Nicht wenige Mütter und Väter sehen sich in dieser Situation überfordert: Keine Ahnung, was zu tun ist! Woher das Wissen nehmen? Die Nachpubertätszeit wird in ratgebenden Büchern nicht erwähnt. Stillschweigend wird davon ausgegangen, dass das Sorgen und Kümmern der Eltern um ihre Brut nun ein Ende hat oder wenigstens haben sollte. Stimmt ja auch – theoretisch.
Dieses Buch will besorgten Eltern ein Stück ihrer Überforderung nehmen. Wir haben uns eingehend mit jungen Leuten über ihre Wünsche, ihre Freuden und Sorgen unterhalten und – über das, was heute viele umtreibt: über die typischen Themen dieser Entwicklungsphase und ihre Versuche, mit Problemen klarzukommen. Außerdem haben wir Experten dazu befragt. Dieses Buch versucht Erklärungen zu bieten, warum heute so viele junge Erwachsene in eine Krise geraten. Und es will Anregungen bieten, wie Eltern ihrem ratlosen Sohn oder ihrer mutlosen Tochter helfen können, aus dem Loch wieder herauszufinden.
Die Übergangskrise betrifft eher eine Minderheit, denn das Gros junger Leute kommt ganz gut zurecht. Wie bewältigen die Zupackenden, Zielgerichteten die ganz normalen Probleme, die beim Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt auftauchen? Woher nehmen sie ihren Optimismus? Weil sie den Zaghafteren, Zögerlichen und Ratlosen, die das Leben weniger couragiert angehen, mit ihrer positiven Lebenseinstellung vielleicht ein Beispiel geben und damit Mut machen können, ist auch von ihnen ausführlich die Rede.

Die Fragen, die sowohl die jüngeren als auch die älteren Erwachsenen beschäftigen, sind nicht nach Rezept zu beantworten – nicht zuletzt, weil es den typischen jungen Erwachsenen nicht gibt und auch nicht die typischen Eltern. Kein junger Mensch ist wie der andere, alle haben ihr eigenes Profil und zwar ein recht ausgeprägtes. Wie unterschiedlich sie in ihrer Persönlichkeit sind, das war schon sichtbar, als sie noch Babys, Kinder, Jugendliche waren. Jetzt fällt jedem ihre Individualität sofort überdeutlich ins Auge – auch deshalb, weil junge Erwachsene ihre Eigenständigkeit meistens betonen und pflegen. Das Schlimmste für sie: mit anderen über einen Kamm geschert werden.
Um nicht zu stark zu verallgemeinern und ihre Vielfältigkeit zu berücksichtigen, haben wir in diesem Buch viele junge Leute zu Wort kommen lassen. Wir haben die Fragen gesammelt, die sich vielen in dieser Lebensphase stellen.

Im ersten Kapitel gehen wir auf Themen ein, mit denen viele der Jungen heute zu kämpfen haben. Was sind ihre typischen Probleme, wovon erzählen sie? Für Eltern ist es leichter, die Schwierigkeiten des eigenen Nachwuchses einzuordnen, wenn sie sich ein Bild davon machen können, was auch die Altersgenossen umtreibt.
Im zweiten Kapitel kommen diejenigen zu Wort, die ihre Zukunft optimistisch angehen. Zwar zählen zahlreiche junge Leute, laut neuerer Untersuchungen, zu diesen selbstsicheren Lebenskünstlern, aber längst nicht alle. Vielen fehlt die Zuversicht, die Kraft und Unbekümmertheit, ihre Zukunft zielstrebig anzugehen. Können sie von den größeren Optimisten lernen?
Viele Schwierigkeiten der weniger Zielgerichteten, Zaghafteren, die sich schwerer mit ihrem Leben tun, sind im dritten Kapitel beschrieben. Vielleicht hilft es manchem Ratlosen und seinen Eltern zu wissen: Anderen geht es ähnlich wie mir.
Diejenigen, die diesen Alltag nicht packen, die voller Sorge in die Zukunft blicken und vor Angst blockiert sind, brauchen Hilfe. Wer kann ihnen helfen? Die Berater vom Arbeitsamt? Der Chef im Betrieb? Die Freunde im Studium? Ein Therapeut? Oft bleiben nur die Eltern, die erstens bereit sind, sich ein genaueres Bild zu machen, und zweitens das nötige Engagement aufzubringen, um dem Sohn, der Tochter aus der Bredouille zu helfen. Mehr dazu im vierten und fünften Kapitel.

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