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4.0 von 5 Sternen
wenn der Nachwuchs nicht selbstständig werden will ..., 11. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Ich dachte, ich hätte sie endlich groß. Wenn Söhne und Töchter nicht erwachsen werden (Taschenbuch)
Über 18, über 20, über 25, schon an die 30 und noch immer zu Hause? Ja, das kommt immer häufiger vor und Eltern fragen sich vermehrt: „Was habe ich falsch gemacht?". Cornelia Nitsch und Cornelia von Schelling stellen das Problem in Ihrem Buch „Ich dachte ich hätte sie endlich groß" kompetent, mit Witz und etwas Ironie ausführlich in allen Facetten dar.
Allein schon das Titelbild ist bezeichnend, der Junior, um die 25 mit einem Haufen Wäsche auf dem Arm auf dem Weg zur Mutter („bitte waschen, bügeln und falten")... Genau dieses Bild habe ich selbst gesehen und im Freundeskreis miterlebt. Ich habe mich dann selbst gefragt, warum lassen die Mütter es zu, nach dem Auszug die Schmutzwäsche bei jedem Besuch anzunehmen? Warum lassen es Väter zu das man Ihnen brutal finanziell immer noch auf der Tasche liegt, denn dies hat nichts mit Liebe zu tun, das ist Schmarotzertum.
Die Eltern werden es schon richten, die Familie meine Hängematte, meine Mutter, meine persönliche Gouvernante und Papi ist die Bank...
Das Buch „Ich dachte ich hätte sie endlich groß" von Cornelia Nitsch und Cornelia von Schelling geht auf die verschiedensten Themen ein: Was auf junge Erwachsene so alle zukommt und das sich das „Erwachsen werden" immer mehr hinzieht. Es gibt unter jungen Erwachsenen die optimistischen Pragmatiker, welche sich nicht verunsichern lasen, Profil zeigen und ein eigenes Wertesystem entwickeln. Doch auch die, welche sich schwer tun, immer vor dem PC hängen, kein Selbstwertgefühl haben oder zu sehr verwöhnt werden. Doch wie man letztendlich Kontakt hält es aber nicht übertreibt ist ein anderes Thema. Reden kann da schon helfen, aber offen und ehrlich und auch bereit sein Konflikte miteinander auszutragen. Problemen auf den Grund gehen und nicht zu viel Bequemlichkeit anbieten. Wichtig ist letztendlich auch das Abschlußkapitel: „Was auf Eltern eigentlich zukommt", denn von Kindern kann man auch profitieren, man kann endlich selbst „loslassen" und mitschwingen in der neuen Phase seiner Kinder (aber bitte nicht zu heftig) - und letztlich sich um sich selbst mehr kümmern.
Dieses Buch hat mir sehr gefallen und es trifft den Nerv der Zeit, insbesondere die Nerven der Eltern erwachsener Kinder. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert, hilft es doch sich selbst und seine Sprößlinge zu erkennen und schon im Vorfeld nicht einige eklatante Fehler zu machen, wenn es heißt: „ich ziehe aus".
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