Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Dumm, dümmer, prominent. Satiren über Stars und Sternchen
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Dumm, dümmer, prominent. Satiren über Stars und Sternchen [Taschenbuch]

Jochen Gerken
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Promis im Fernsehen sind immer ein bisschen dumm. Das ist nicht neu. Oft scheint eine dezente Debilität Voraussetzung für das Showbiz zu sein. Jochen Gerken kämpft gegen diese Visualisierung des Grauens wie ein Guerilla-Autor an, dessen heilsbringende Botschaft in vielen pointierten Satiren zumindest geistige Erlösung verspricht. Der Autor bedient sich eines simplen Rezepts: Er bringt auf den Punkt, was viele Zuschauer nicht zu denken wagen, weil das zur Kritiklosigkeit verkommene Publikum wie eine gehirngewaschene lethargische Masse den alltäglichen Wahnsinn in den Medien als Normalität akzeptiert hat und am Bildertropf hängt.

Es tut gut zu wissen, dass es einen gibt, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Gerken legt nach seinem Buch „Idioten im Fernsehen“ erneut eine Sammlung hochkarätiger Satiren vor, die uns vor Augen führt, dass Respekt nur demjenigen gebührt, der ihn auch verdient. Promis wie Uschi Glas, Tommy Ohrner oder Arabella Kiesbauer erfüllen dieses Kriterium definitiv nicht. So ist „dumm, dümmer, prominent“ zu einem Manifest gegen die mit dem TV-Terror einhergehende Verblödung geworden. Der wohltuende Schlachtruf lautet: „Steht auf, Zuschauer aller Kanäle, boykottiert das Programm!“

Der Verlag über das Buch

Interview mit dem Autor im Medien Bulletin: „Stefan Raab besitzt keinen Humor“

Der freie Autor und TV-Arbeiter Jochen Gerken (36) hat sich mächtig aufgeregt und ein Buch über die beliebtesten deutschen Medienstars geschrieben. „Dumm, dümmer, prominent“ ist eine bitterböse Karikierung der Idole des TV-Mainstreams. Mit seinen satirischen Porträts wandert Gerken auf einem gefährlichen Grad zwischen Genialität und Grausamkeit – ganz so wie jene, über die er schreibt. Medien Bulletin: Herr Gerken, sind Sie ein fieser Mensch? Jochen Gerken: Fies würde ich nicht sagen. Ich werde nur böse, wenn ich mir Menschen ansehe, die ein enormes Ansehen in den Medien genießen, wie zum Beispiel Thomas Gottschalk oder Stefan Raab. Böse, über die Art wie sie sich zum Teil grundlos wichtig nehmen. Böse über die Art, wie sie sich geben, die Art, wie sie in den Medien auftreten. Wenn man hinter den Fernsehkulissen arbeitet, sieht man leider erschreckende Beispiele von mentalen Würstchen und charakterlichen Schweinchen. Das äußere und das private Bild passen oft nicht zusammen.

MB: In ihrem Buch vermitteln sie den Eindruck, dass sie mit allen Fernsehprominenten, über die sie schreiben, schon mal einen Kaffee getrunken haben. Was an ihren Geschichten ist denn eigentlich wahr?

JG: Vieles ist wahr. Ich war wirklich mal bei Mareike Amado im Wohnzimmer, mit Sonja Zietlow und einigen anderen unterwegs. Einiges stimmt natürlich auch nicht. Ich habe nie bei Dieter Bohlen in der Villa gesessen und Kaffee geschlürft. Das ist erfunden. Ein Mittel der Satire. Man übertreibt, man parodiert, macht sich die Home Stories der Yellow Press zu eigen. Man treibt auf die Spitze und verfälscht natürlich. Der Zweck heiligt in der Satire die Mittel. Man darf böse sein.

MB: Sie haben mehr oder weniger dreist Zitate einfach erfunden. Welche Grenzen kennt ihre Satire?

JG: Satire darf erfinden. Das ist für Journalisten natürlich schwer zu begreifen, aber Satire darf das. Natürlich gibt es auch gewisse Regeln, die beachtet werden müssen. Rechtliche und zum Teil auch presserechtliche Bestimmungen, etwa, dass keinem der Doktor-Titel aberkannt werden darf. Man darf auch niemanden so verletzen, dass seine Menschenwürde leidet. Aber, wo die Grenze liegt, ist natürlich oft eine Sache der Auslegung.

MB: Ihre ,Porträts‘ von bekannten Mediengesichtern verpacken sie in einem journalistischen Gewand. Glauben Sie, dass der Leser hier sofort die Satire erkennt?

JG: Ich erwarte da schon eine gewisse Medienkompetenz vom Leser. Er sollte wissen, wie sich ein Prominenter in der Öffentlichkeit darstellt, welche bekannten Zitate er von sich gegeben hat. Dann kann man in meinem Buch sehr schnell unterscheiden, was wirklich und was erfunden ist. Letztendlich ist es auch so: Wenn das, was erfunden ist, witzig ist, dann erfüllt es seinen Zweck. Ich werde oft gefragt, ob ich nicht Angst davor habe, verklagt zu werden. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Eine Klage ist das Beste, was mir passieren könnte. Wenn die BILD-Zeitung oder der EXPRESS schreiben würde, dass etwa ein Stefan Raab gegen mich klagt, hätten wir doch beide etwas davon. Man könnte sich sogar absprechen, alles ein bißchen aufbauschen und eine gute Story daraus machen. So läuft doch das Geschäft.

MB: Mit ihrer Moral kann es dann aber nicht weit her sein. Es ist doch gerade dieses Geschäft, das sie in ihrem Buch an den satirischen Pranger stellen.

JG: Ich würde es vielleicht auch ein bißchen anders machen. Geschickter, raffinierter...Im Ernst: Ich bin nicht prominent und nicht Teil des Geschäftes. Ich beobachte es.

MB: ...aber letzentlich dann doch so geldorientiert, wie Stefan Raab, den sie als Menschen ohne Freunde, als „Geld Total“ titulieren?

JG: Schwer zu beantworten, zumal Stefan Raab mein ehemaliger Arbeitgeber ist... An meinem letzten Buch, "Idioten im Fernsehen", habe ich etwa 150 Euro verdient. Für Gier fehlt mir die realistische Hoffens-Basis. Ich glaube, dass Prominente allgemein sehr geldgierig sind. Beim Thema Freundschaft haben sie es auch nicht ganz einfach. In ihrer Position ist es wohl schwer, echte Freunde von falschen zu unterscheiden. Das Problem hat auch Stefan Raab. Er ist ein relativ unterbelichteter Mensch, der an sich keinen Humor besitzt. Auch kein Humorpotential. Er wird jeden Abend von seinen Autoren gefüttert und spuckt das, was auf großen Tafeln neben der Kamera steht, einfach wieder aus. Das ist alles. Er ist ein Besserwisser.

MB: Wenn die meisten im Fernsehen so idiotisch sind, wie sie behaupten, wie erklären sie sich dann deren Erfolg? JG: Sie transportieren in den Medien und in der Öffentlichkeit ein Bild von sich, das eigentlich nicht der Wahrheit entspricht. Schlimm ist, dass die ja auch keiner wissen will. Die Leute wollen einfach nur unterhalten werden und lachen. Keiner hat ein Interesse am privaten Stefan Raab, sondern daran, wie er andere in seiner Show verarscht. Die Öffentlichkeit hat nur Interesse am Showmenschen.

MB: Sie und ihr Buch sind aber auch nichts anders als eine Show.

JG: Natürlich. Aber ich habe dennoch den Anspruch, auf satirische Art und Weise zur persönlichen Meinungsbildung der Menschen beizutragen. Also, das ist fast eine humanitäre Aufgabe. Das zeigen vor allem die guten Quoten von Serien wie Traumschiff, Forsthaus Falkenau oder auch von Shows wie ,Wetten dass..?‘, das übrigens sehr schlecht geworden ist. Wieso hat eine Sendung wie ,Sieben Tage, sieben Köpfe‘ jeden Freitag über sechs Millionen Zuschauer? Ich kann da nicht ein einziges mal lachen, nicht mal grinsen. Gut, es gibt natürlich auch Hoffnungsschimmer. Die erste Staffel von Anke Engelkes ,Ladykracher‘ war sehr gut. 'Freaks 2000' von Schlingensief war großartig. Qualität wird von den Zuschauern schon wahrgenommen und auch rezipiert. Allerdings nur, wenn sie auch vorhanden ist. Sonst wird halt der ganze andere Dreck geguckt.

MB: Einige, die diesen - wie sie sagen - ,Dreck‘ produzieren, gehören zu ihren Arbeitgebern. Betreiben Sie mit ihrer Satire nicht finanziellen Selbstmord?

JG: Natürlich lebe ich von denen. Ich versuche sie auch zu lieben. Wenn ich mich ihrer auf einer satirischen, manchmal bösen Art und Weise annehme, ist es das eine Respektbekundung. Ich beschäftige mich ja mit ihnen...

MB: Auffällig ist, dass Sie nichts zu Harald Schmidt schreiben. Haben Sie sich an den König der satirischen Ironie nicht heran getraut? JG: Harald Schmidt ist einer der wenigen, die eine gute Mischung zwischen Kabarett, Comedy und Satire anbieten. Die Qualität seiner Show ist relativ überzeugend. Sie hat Anspruch.

MB: Auch die Kompetenz eines Günter Jauch wird in Deutschland von wenigen bestritten. Dennoch schreiben sie, dass seine Präsenz nervig sei.

JG: Seine Bildschirmpräsenz ist einfach inflationär. Es mag ja ein journalistischer Antrieb dahinter stecken. Ich verstehe allerdings nicht, warum er alles machen muß. WWM, Skispringen, Champions League, Menschen 2002 und Werbung für alle möglichen Produkte. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass es vor allem Geld oder Eitelkeit ist, was ihn treibt. Irgendwann hört auch das journalistische Prinzip einmal auf.

MB: Welchen Vorschlag für ein gutes TV-Format haben sie denn anzubieten?

JG: Ein gutes Format hängt in erster Linie von den Personen ab, die es machen. Von den Autoren, Produzenten und Moderatoren. Da gibt es in Deutschland nicht besonders viele. Ich würde mir mehr wünschen von solchen Leuten wie Christoph Schlingensief oder auch Anke Engelke, Schmidt und Feuerstein. Schlingensiefs Asylantencontainer vor der Wiener Oper war ein großartiges Ding. Besser kann man es eigentlich gar nicht machen.
UTE MATTIGKEIT

Der Autor über sein Buch

Kaufen!

Über den Autor

Jochen Gerken, Jahrgang 1966, hat Gags, sogenannte One-Liner, für Stefan Raab und Harald Schmidt geschrieben. Zur Zeit arbeitet er für die Satire-Magazine EUGENSPIEGEL und TITANIC.
‹  Zurück zur Artikelübersicht