Der Abt eines Benediktinerklosters im neunten Jahrhundert, Walahfrid Strabo, war ein großer Dichter und ein bedeutender Botaniker. Sein Gartenbuch ist in Versen geschrieben und lässt beide Talente erkennen. Mehr als 20 Pflanzen erläutert er in einer bildhaften Sprache so unterhaltsam wie lehrreich. Vieles, was er über den Kräutergarten ausführt, ist heute noch von Interesse. Er kennt Wermut und Liebstöckel, die Minze, den Rettich, auch den Schlafmohn. Die Rose würdigt er zum Abschluss seiner Pflanzenporträts ausführlich.
Der zweite Teil des Buches besteht aus Anmerkungen, die wirklich lesenswert sind. Hier erfährt man die mythologischen und christlichen Hintergründe, auf die Walahfrid anspielt, welche Fachbücher seit dem Altertum bekannt waren und aus welchen er (vielleicht) einiges von seinem Wissen schöpfte. Oft wird auf unsere Zeit Bezug genommen. Kleine Pflanzenskizzen lockern diesen Abschnitt auf.
Dem Buch sind auch Literaturhinweise beigefügt sowie ein Nachwort. Hier erfährt man Biografisches zu Walahfrid, es wird eine historische Einordnung ("Karolingische Erneuerung") gemacht und kurz der Gartenbau bis zum Mittelalter beschrieben.
Ein Buch für alle, die sich für Gärten, Kräuter oder das Mittelalter interessieren.