Mit Crazy Machines II geht die Tüftelei in die zweite Runde und es beschränkt sich nicht nur auf ein paar neue Werkzeuge.
Kurz zu cm allgemein. In dem Spiel geht es darum, mit verschiedenen Gegenstände, wie z.B. Roboter, Ballons, Dynamit und Bahnen eine Kettenreaktion auszulösen, um damit simple Sache zu erreichen, wie z.B. eine Blume erblühen zu lassen. Dabei besitzt man nur ein beschränktes Arsenal an Gegenständen.
Das Spiel wurde komplett runderneuert, angefangen bei der Grafik. Cm2 ist nun in 3D, spielt sich aber auch weiterhin wie die Vorgänger nur in zwei Dimensionen ab. Durch die 3D Engine ist es aber nun möglich an das geschehen rein zu zoomen oder das Experiment etwas Anzuwinkeln, um die Ereignisse mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Was einem wohl als erstes auffällt, sollte man die Vorgänger kennen, ist dass die Baustelle viel mehr Platz bietet. Die Bauteile kamen mir beim ersten mal spielen unglaublich winzig vor.
Das Spiel erzählt auch eine kleine Geschichte. Als angehender Tüftler, begibt man sich mit dem Professor auf eine Weltreise. Dabei werden viele Orte besucht wie Griechenland, Russland oder Ägypten und noch einige mehr. Die einzelnen Orte unterscheiden sich Hauptsächlich durch einen neuen Hintergrund und einer anderen Hintergrundmusik. Aber das reicht schon aus, damit das Szenario nicht ganz so eintönig wird. Dabei besteht jedes Reiseziel (Kapitel) aus 10 Experimente. Es ist auch Möglich ein Kapitel zurück zu setzten um es noch mal zu spielen (zu dessen Sinn später mehr).
Der Professor wird von Lutz Mackensy gesprochen, welche viele als Synchronsprecher von Christopher Lloyd als Dr. Emmett Brown in Zurück in die Zukunft (II + III) kennen sollten. Dabei gibt es auch ein paar Anspielungen auf Dr. Brown (der Toaster verbraucht 1,21 GW). Eine wirklich gute Idee.
Neben der Optischen Erneuerung, warten auch sehr viele neue Gegenstände auf einen, wie ein Laser, Traktorstrahl, neue Schalte, Elektromagnet, eine Batterie, welche sich entlädt und vieles mehr.
Dann wurden noch ein paar alte Gegenstände überarbeitet. So brennen z.B. Kerzen nicht mehr ewig, sondern brennen nieder (Entlosbrennende Sachen sind nun Fackeln).
Leider ist der Gebrauch der Gegenstände führ ihren Umfang gemessen etwas einseitig. Dampfmaschine oder Laser sieht man sehr häufig, weshalb man die Lösungen für diese Bauteile später schnell durchschaut. Der Traktorstrahl dagegen kommt sehr selten.
Das Spiel bietet eine angenehme Lernkurve (es gibt auch noch ein Tutorial). Die ersten paar Experimente sind sehr einfach zu lösen. Für Neueinsteiger ist dies sehr angenehm. Cm Veteranen fühlen sich aber zu beginn noch etwas unterfordert, aber der Schwierigkeitsgrad steigt im späteren verlauf spürbar an. Trotzdem sieht man zu oft sofort wo ein Rad hinmuss, oder eine Dampfmaschine. Die Experimente sind in Primäre und Sekundäre Aufgaben unterteilt. Die Primären sind auf jeden Fall, zum Bestehen des Experiments, zu erfüllen. Die Sekundäre bringen jeweils nur Extrapunkte. Dabei gibt es Experimente, wo es eigentlich zum normalen Vorgang gehört auch die Sekundäre zu erfüllen, bei anderen wiederum muss man wirklich einen Umweg machen, damit auch die andere Ziele erreicht werden. Sollte alle Ziele erfüllen worden sein, wird als Abzeichen ein Goldenes Zahnrad verliehen. Wenn nur die Primäre schafft wurden, wird Silber verliehen und wenn die Lösung benützt wird nur Bronze.
Etwas ärgerlich ist, sollte man sich mal beim Timing verschätzt haben und nicht alle Sekundärziele vor abschließen des Experiments erfühlt haben, muss das ganze Kapitel zurück gestellt werden und alle Experimente noch mal gemeistert werden.
Was mir positiv auffiel, dass es nicht mehr so viele Experimente gab, wo "Pixelgenaues Positionieren" nötig war.
In cm2 ist es möglich sich Abzeichen zu verdienen in dem man einen Gegenstand besonders oft benützt oder andere Sachen erfüllt. Dabei werden dann neue Gegenstände für den Editor Freigeschaltet. Leider ist nicht bekannt für was ein Abzeichen verliehen wird, weshalb ein gezieltes Hinarbeiten unmöglich ist.
Das Spiel besitzt eine unerwartete hohe Hardware Voraussetzung. Zwar ist es möglich, dass Spiel auf Rechner zu spielen, welche schon ein paar Jahre auf dem Rücken haben, aber dann muss auch mit Rückler gerechnet werden. Dabei ist es wohl weniger die Grafik als die Physikengine welche so viel Power braucht. Es ruckelt nur stark, wenn viele Gegenstände sich bewegen.
Auch wenn das Spiel auch ohne Patch gut läuft (gespielt Version 1.0), sollte jeder, der das Spiel neu kauft gleich (und allgemein jeder) den aktuellen Patch runter laden, da dieser doch den einen oder anderen Schönheitsfehler beseitigt.
Was mich wirklich ärgerte war, dass das Spiel 150 Missionen hat, aber bei mir nach 130 Schluss war. Wieso ich die letzten 20 nicht Spielen kann, verrät das Spiel nicht.
Dann gibt es noch 20 Extramissionen, welche aber nur mit der Physikkarte von Ageia gespielt werden können (zu diesen Experimente kann ich also nichts sagen).
Spielzeit war bei mir (bis Kapitel 13) laut Spielanzeige 15 Stunden. Für den Preis sehr gut.
Kleiner Hinweis. Im Auswählmenü kann man in der Werkstatt die Gegenstände benützten. Tipp: Dartpfeile in die Mitte der Scheibe schmeißen.
Fazit: Cm2 bringt viele Neuerungen mit sich welche das Spielprinzip Sinnvoll erweitern. Die Grafik sieht schön und stimmig aus (und bietet viel Abwechslung) und die Musik passt auch jedes Mal. Dazu gibt es noch einen Editor und eine Internetfunktion, mit der man seine Experimente ins Netz stellen kann. Wer das Spiel nur gekauft hat, um zwischendurch mal etwas zu tüfteln (zu denen ich mich zähle), wird diesen Funktionen nur bedingt in gebrauch nehmen. Wer aber selbst gerne Experimente erstellt, wird damit sicher seine Hellefreude dabei haben. Besonders da wohl cm Veteranen viele Rätsel für zu einfach halten, können sie schnell untereinander schwerere Austauschen.
Was ich bedauern musste ist, dass die Items doch sehr Einseitig vorkommen und zu viele Rätsel (nicht alle) zu schnell durchschaubar sind.
Gesamt bekommt das Spiel gute vier Sterne.
Für mich war cm ein Spiel für zwischendurch. Lange am Stück hat es nicht motiviert, aber in dem Zeitraum hat es spaß gemacht. Außerdem gehört cm zu den wenigsten Spiele, wo es ein gutes Zeichen ist, wenn man sich aufregt, da es ein Zeichen ist, dass das Rätsel etwas verzwickter ist und man will nicht aufhören, bis man es hat. Ich würde sagen zwischen drei und vier Sterne und vergebe noch vier Sterne.
Fans können zugreifen, und selbst wem die Rätsel zu einfach sind, wird im Internet bestimmt schwerer finden. Wer mal etwas anderes will kann bei dem geringen Preis schon fast bedenkenlos zugreifen. Dem Spiel sollte man auf jeden fall mal eine Chance geben.