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Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss Taschenbuch – September 2007


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 6 (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492249493
  • ISBN-13: 978-3492249492
  • Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 2,2 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (43 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 66.175 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Frank Hertel am 16. Januar 2013
Format: Taschenbuch
Der deutsche Titel ist sehr reißerisch und irreführend. Dem Autor liegt es fern, seinem Leser vorzuschreiben, dass er jetzt Atheist sein muss". Das ist Quatsch, der sich am Stil der deutschen Bild-Zeitung orientiert. Übersehen wurde, dass die Leser dieses Buches eine ganz andere Zielgruppe darstellen, als die des Busenblattes. Aber vielleicht ist der deutsche Markt so. Vielleicht sind die deutschen Leser so. In Frankreich ist das Buch mit einem viel seriöseren Titel zum Nummer 1- Bestseller geworden. Kulturelle Unterschiede?

Michel Onfray ist 1959 geboren und promovierter Philosoph. Er betreibt in Caen eine öffentliche Universität, zu der jeder Zutritt hat. Er ist das klassische enfant terrible". Er fällt aus dem Rahmen. Für die spätere historische Einordnung einer Persönlichkeit ist der Faktor Widerborstigkeit schon immer sehr wichtig gewesen. Und Onfray ist widerborstig. Das Buch ist wirklich prügelhart. Ich habe lange gebraucht, um es zu lesen, weil wirklich eine ganz andere Sichtweise geboten wird, an die man sich erst gewöhnen muss.

Gott sei beispielsweise nicht tot. Denn ein Fabelwesen könne nicht sterben. Jesus hätte niemals gelebt. Er sei frei erfunden. Das Christentum entspränge einer Neurose des Kirchengründers Paulus. Onfray vermutet entweder Impotenz oder eine verdrängte perverse Neigung als Ursache für dessen Engagement. Der Kirche wirft er vor, immer an der Seite der Regierenden zu stehen, allerdings nur dann, wenn es keine kommunistischen sind. Der Vatikan half angeblich dem bekennenden Christen Hitler sein System zu errichten. Der gemeinsame Hass auf die Juden, die man als Gottesmörder" imgaginierte, schuf nach Onfray den Konsens.
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78 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Leseratte am 29. Oktober 2006
Format: Taschenbuch
Überschrift und Untertitel lassen keinen Zweifel an der Intention des Autors. Michel Onfray klagt die großen monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam an, nicht für eine bessere Welt zu stehen, sondern oft – und gerade in der heutigen Zeit – eine bessere Welt zu verhindern. Er bezieht dabei bewusst eine einseitige Position – bewusst weil, wie er deutlich macht, unser Denken von den großen monotheistischen Religionen sowieso überproportional beherrscht wird. Das Neue dabei ist, dass er sich nicht nur auf das Christentum oder nur auf den Islam bezieht, sondern immer wieder die drei monotheistischen Religionen miteinander vergleicht und dabei aufzeigt, dass der Unterschied so groß nun wieder auch nicht ist. Jede der Religionen ist voll von religiösen Vorschriften, welche das Privatleben des Gläubigen in fast allen Bereichen einschränken. Auf der anderen Seite sind Bibel, Koran und Talmud so facettenreich, dass die Machthaber jeder Religion für fast jede Meinung ein entsprechendes Zitat finden. Onfray hinterlegt dabei seine Aussagen mit vielen Beispielen aus Bibel, Talmud und Koran: Auch der Islam kann bei entsprechender Auswahl geeigneter Koranstellen nach Bedarf kämpferisch oder friedliebend interpretiert werden. Eine Fülle von Beispielen ist immer wieder das Stilmittel, mit dem er seine Thesen unterlegt.

Nur wenige Kapitel beziehen sich auf die Christliche Religion alleine, hier betrachtet der Autor als Franzose hauptsächlich die Katholische Kirche, die in Frankreich anders als in Deutschland die dominante Rolle spielt. Auch hier zeigt er wieder an Hand von Beispielen auf, dass die christliche Religion mitnichten nur Segen bringt.
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118 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von tetaro am 12. Juni 2007
Format: Taschenbuch
Das Besondere an Onfrays Buch, ist, dass er sich dem Gottesthema nicht so sehr von der Warte der wissenschaftlichen Analyse nähert, sondern von der Warte des, sagen wir mal, lebensfohen Menschen, der nicht begreifen kann, wie Religion das diesseitige Leben so sehr beeinträchtigen kann. Religion ist für ihn in Wesentlichen ein Hindernis in Bezug auf die Möglichkeit, sein Leben auszukosten - und dieser Preis ist ihm zu hoch, weil er davon überzeugt ist, keine Gegenleistung dafür zu erhalten.

Das erzeugt stilistisch eine gewisse Polemik und die eine oder andere Spekulation, die nicht ganz belegbar ist, z.B., dass Paulus das Christentum mit seinen eigenen seelischen Problemen geprägt hat. Vielleicht vermisst man auch eine gewisse Differenzierung, da die Ablehnung der Religion aus jeder Seite atmet und nicht viel Platz für eine Würdigung eventueller positiver Seiten lässt.

Der Ton des Buches ist kämpferisch, denn Onfray ist der Ansicht, dass die Zeit drängt, für jeden, der sein Leben leben will, nicht im ewigen Verweis auf das Jenseits, darauf zu verzichten. Onfray gehört zu denjenigen, die den Atheismus (ein Wort, das er übrigens bereits als Diffamierung empfindet) radikalisieren, da sie ungeduldig werden mit einer Gesellschaft, die das Diesseits seit so langer Zeit immer wieder auf ein seiner Ansicht nach fiktives Jenseits bezieht.

Er verweist auf die unzähligen Einflüsse, die Religion in Staat, Kultur, Gesellschaft und Gesetzgebung hat und stellt die Frage, warum das so ist. Denn die moralischen und gesellschaftlichen Errungenschaften der Moderne schreibt er nicht der Religion zu, er ist überzeugt davon, dass diese gegen den Widerstand der Religion erreicht wurden.
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