Teodor ist mit 18 Jahren zusammen mit seinen Eltern vor dem Ceaucescu Regime in die Schweiz geflohen und hat sich dort vom Brotfahrer zum Consulting Manager einer Firma für Sicherheitsschleusen hoch gearbeitet. Der junge romantische Rumäne, der in seiner Heimat verwurzelt war in den Geschichten der Alten des Dorfes und seiner Jugendliebe auch als erwachsener Mann noch Briefe schreibt, trägt in der Schweiz Maßanzüge, fährt einen Audi und kennt die wichtigen Businessstädte der Welt wie seine Westentasche. Und doch beschließt er, wieder nach Rumänien zurückzukehren. Den genauen Grund dafür kann er selbst nicht nennen, sei es, dass er mit seiner Jugendliebe endgültig reinen Tisch machen möchte, sei es, dass das Antiseptische der Schweiz ihm nicht mehr behagt genauso wenig behagen ihm aber auch die Bauern Rumäniens, die schlechten Straßen, das eingeschränkte Essen, die Anbiederungen des Landes an die EU.
Teodor ist ein zerrissener Nostalgiker, der durch Zufall auf einen blinden Masseur stößt, der sich die Weltliteratur von Dorfbewohnern und Kururlaubsgästen vorlesen lässt, die Bänder dann kommentiert und archiviert. Dieser Masseur wickelt Teodor immer mehr in sein Leben ein, aus einem Kurzbesuch wird ein Aufenthalt ohne absehbares Ende, die zu erledigenden Sachen werden vergessen und Teodor findet sich plötzlich in einer anderen Geschichte wieder, die nichts mit ihm zu tun hat.
Florescos Roman erinnert ein wenig an Canetti, an Moers, an Konecny, an alle, die Bücher lieben und diese Liebe literarisch zum Ausdruck bringen. Das ist auch der Charme des Buches, ebenso, wie der ständige Identitätsverlust der Hauptfigur, der jedoch niemals ganz vollzogen oder erklärt wird. Floresco webt feine Elemente in die Geschichte, wo er bei anderen Sachen wiederum sehr unaufmerksam ist und man dem Erzähler Einiges nicht abnimmt. Das Bild Rumäniens aus Teodors Augen ist ein Stereotyp, wie auch das Bild des erfolgreichen Managers, dagegen stehen plastisch geschriebene Illustrationen des Fremden in der Schweiz und philosophische Ansätze zu Kultur und Gesellschaft.
Alles in allem ein lesenswertes Buch des Chamisso Preisträgers, wenn auch manchmal ein wenig zu platt.