Der Roman "Die blaue Katze" erzählt eine Geschichte, die nicht wirklich einen wendungsreichen Krimi, ja auch keinen in den Bann ziehenden Thriller, sondern eher ein beklemmendes Drama darstellt. Aus verschiedenen Erzählperspektiven (die Kinderpsychologin, die Kindesentführerin und das entführte Mädchen bilden die Haupt-Blickwinkel des Romans) wird das bittere, tragische und schauerliche Schicksal eines kleinen Mädchens erzählt, das im Urlaub in die Hände von Entführern und Kinderschändern gerät und erst nach Monaten durch die engagierte, etwas unbedarfte und nicht ungefährliche Hilfe von ein paar Freunden (die nur zufällig involviert werden) befreit werden kann.
Da sowohl Katharinas Sicht als auch die der Entführerin von Beginn an präsentiert werden, hält der Kriminalroman keine Überraschungen oder unerwarteten Wendungen bereit. Von Anfang an ist klar, wer das Mädchen in der Villa ist, von wem sie entführt wurde und wer hinter dieser Entführung steckt. "Die blaue Katze" ist nicht in erster Linie spannend oder mitreißend, aber oft beklemmend. Allerdings hätte ich mir auf Seiten der Ermittler und Täter etwas mehr Profil und Tiefe gewünscht.