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55 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einblick in eine andere Welt, 17. März 2004
Wie fern sind wir von Naturerlebnissen und einfachem Leben, wie unnatürlich leben wir, technisiert und oft in mitmenschlicher Verarmung! Auch dies ging mir bei der Lektüre des Romans aus dem Umfeld des mongolischen Nomadenlebens auf. Dieser Roman zeigt kein ursprüngliches Paradies, sondern einen harten Kampf ums Überleben mit ganz einfachen Mitteln und in bescheidenster Umgebung. Keine Klinik oder Arzt sind in der Nähe, wenn sich ein Kind verbrüht; Zähne werden selbst gezogen. Mensch und Tier sind dem Kampf mit den Naturgewalten brutalst ausgesetzt und leben aufs engste beieinander. Tod gehört zum Alltag, und das Thema Abschiednehmen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman - alles aus der Sicht eines noch nicht schulpflichtigen Jungen. Nach dem Kinofilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel", der wohl ein paar Jahre später, aber im gleichen Umfeld spielt, war das eine sehr bereichernde Lektüre, weil sie so manches aus dem Film für mich erklärte, wieder aufleben ließ und vertiefte. Beeindruckend war auch die Darstellung der menschlichen Beziehungen, das Nebeneinander der Generationen: jeder findet Gehör, ob Erwachsener oder Kind, jeder kann seine Tageserlebnisse abends erzählen und wird angehört. Der Autor versteht es, tiefe Gefühle sprachlich zu vermitteln und nachempfindbar werden zu lassen. Ein Ausflug in eine fremde Welt, der lohnenswert ist, für jeden, der sich darauf einlassen mag und Interesse und Neugierde mitbringt, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ehrlich - kompromisslos - gut, 14. November 2005
Die Mongolei ist kalt. Im Winter fällt das Thermometer leicht auf 40 Grad unter Null; die Sommer dagegen sind kurz, heiß, schnell wieder vorbei. Und die Mongolei ist leer; riesige Landstriche, fast ohne eine Menschenseele. Dieses Buch ist zwar über die Mongolei. Aber es ist alles andere als leer und es ist erst recht nicht kalt. Es geht um einen Nomadenjungen, der bei seinen Eltern in einem Zelt auf dem Altai aufwächst. Es geht um Natur, um Landschaft, um das Leben mit Tieren, den Jahreszeiten und wie die Menschen sich daran anpassen. Und es geht um die Liebe - ob zu einem Hirtenhund oder zu einer alten Frau, die die Familie aufnimmt und von allen bald nur noch Großmutter genannt wird -, es geht um Abschiednehmen, es geht um den Tod. Galsan Tschinag - selbst als Nomade in der Mongolei geboren - hat diesen stark autobiographischen Roman vollständig auf Deutsch geschrieben, also nicht seiner Muttersprache. Und das merkt man manchmal. Die Sprache ist mitunter sperrig und holprig - und versprüht dadurch doch gerade denselben Reiz wie die Landschaft, die Menschen und die Gefühle, die der Roman äußerst lebendig auf die gerade mal 180 Seiten zaubert. Hier lohnt es wirklich, jedes einzelne Wort zu lesen. Ein warmes Buch für kalte Winterabende - und zum Nachdenken darüber, ob unser von Technologie geprägtes Leben wirklich der Weisheit letzter Schluss ist ...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fremde Welt, 6. Dezember 2005
Das Buch erzählt vom Leben eines mongolischen Nomadenjungen, der auf traditionelle Weise in einem Jurtendorf aufwächst, mit vielen Familienmitgliedern und Tieren. Seine Tage verbringt er mit Schafehüten und all den anderen Tätigkeiten, die dort so anfallen - und natürlich mit seinem über alles geliebten Hund Arsylang. Zeitlos wirkt diese Lebensweise, doch irgendwann dringt die Realität in die Erzählung ein: der Kommunismus ist auch hierher vorgerückt, die Kinder werden zwangsweise in die Schule geschickt, Teile der Verwandtschaft ziehen in organisierte Dörfer. Ein durchaus interessanter Einblick in eine Kultur, von der ich sehrwenig wusste, gespickt mit (beinahe zu) vielen Originalausdrücken (ich wusste gar nicht, dass die mongolische Sprache Umlaute kennt und großzügigst verwendet!) Teilweise war mir die Geschichte aber ein wenig zu "unübersichtlich", ab und an habe ich mir mit der Zuordnung der Geschehnisse ein wenig schwergetan. Sehr gut gefallen haben mir die Passagen über die Großmutter des Jungen und die enge Beziehung zu seinem Hund.
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