Christoph Gutknecht zeigt sich von seiner besten Seite: Er schafft es wieder - gleich einem sehr einfühlsamen Reiseführer - die Pfade und Irrwege der deutschen Sprache zu erläutern. Anhand von über 100 Beispielen stellt er klar, woher so unterschiedliche Wörter, Wortkombinationen und Redewendungen kommen: wie zum Beispiel Fallstrick, Purzelbaum, Hühnerauge, den Kopf hängen lassen, etwas auf die Goldwaage legen, jemanden etwas abknöpfen, aus dem Effeff verstehen, Drückeberger, frech wie Oskar oder auch Wischiwaschi.
Wie es bei lebendigen Sprachen aber auch zu vermuten ist, wird man hier nicht für alle Wörter "bis ins Hinterletzte" (woher kommt das wohl?) erfahren, wie genau die Herkunft eines Begriffs oder einer Redewendung zu deuten ist. Selbst die Sprachforscher sind sich hier nicht immer einig. Der überaus belesene Autor Christoph Gutknecht erhebt aber auch nicht den Anspruch dazu. Vielmehr mag er aufmerksam machen, wie "deltareich" manche Wörter in das Meer des Sprachalltags einfliessen und wie spannend die Rückverfolgung sein kann.
Einige, wenige Zeichnungen ergänzen den Sprachherkunftsreiseführer, der so unterhaltsam und spritzig ist und vor allem eins erreicht: neugierig werden und bleiben bezüglich der Geschichte und der weiteren Verwendung der deutschen Sprache! Schön, dass es diesen "lauten blühenden Unsinn" so preisgünstig gibt, so dass wirklich viele Leser/-innen bei der Lektüre "leise ernten können, was ja wohl auch Sinn macht"!