Vorweg sei gleich gesagt: Ich bin sprachverliebt. Wörter in vordergründiger und hintersinniger Bedeutung haben mich schon immer fasziniert und ich habe größte Hochachtung vor Menschen, die Sprache präzise, erhellend und trotzdem unterhaltend benutzen können. Deshalb "sprach" dieses Buch von Anfang an zu mir. Joachim Schaffer-Suchomel und Klaus Krebs haben ein Buch verfasst (oder besser: erfahren, erspielt und zu Papier gebracht), das den Coach im Beratungsgespräch genauso inspirieren kann, wie die Leserin im Selbst-Coaching. Ihre These ist schon im Titel aufgestellt: In unseren sprachlichen Äußerungen tritt etwas nach außen, das von unserem Wesenskern und vom Kern unserer Probleme "kündet" - und dann offensichtlich wird, wenn wir lernen hinzuschauen. Ein Beispiel? Wenn wir uns beschweren, dann machen wir es vor allem uns selber schwer. Leuchtet ein, oder? Noch eins? Enttäuschung bedeutet nach der von den Autoren benutzten Methode der Ent-Täuschung: aus dem Gefühlszustand der Täuschung herausgehen. Hört sich logisch an, oder? Und öffnet Fenster im Klienten, die vorher aussahen wie verschlossene Türen.
Das Buch eignet sich zum Querlesen, das macht es trotz seiner auf über 350 Seiten ausgebreiteten Materialfülle handhabbar: man (und auch Frau) kann es in die Hand nehmen, ein paar Seiten lesen, und die Assoziationen, die manchmal tiefsinnig und manchmal auch spielerisch daher kommen, wirken lassen. Gleich kann es im Selbst-Coaching eingesetzt werden - dazu brauchts nur noch Papier und Bleistift. Und für die Arbeit mit Coaching-Klienten können dann die eigenen Ergebnisse gleich mit eingehen: es gibt keine Vorgaben, jede/r kann sich eigene Formen der Anwendung ausdenken.
Der einzige kleine Mangel am Buch ist: Ich hätte gerne noch mehr Geschichten und Beispiele von anderen gehabt. 1. Weil ich Geschichten liebe und 2. weil es manchmal leichter fällt, Sprachmasken an anderen zu erkennen anstatt sich selbst im Spiegel zu sehen.