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Du bist nicht dein Gehirn: Eine radikale Philosophie des Bewusstseins [Gebundene Ausgabe]

Alva Noë , Christiane Wagler
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. September 2010
»Bewusstsein ist nicht etwas, das uns passiert. Es ist etwas, das wir erschaffen.« Der Philosoph und außergewöhnliche Denker Alva Noë mischt sich mit diesem besonderen Buch in die Gehirn-Geist-Debatte ein und zeigt: Der Mensch ist nicht bloß sein Gehirn. Er ist weit mehr, er hat Seele, er hat Geist – darum ist er Mensch. Die Hirnforschung verkündet sensationelle Forschungsergebnisse – und kann dennoch nicht erklären, wie Bewusstsein oder Wahrnehmung entsteht. Mehr Hirnforschung bringt nur mehr Klarheit darüber, dass die Antworten nicht einfach und nicht einfach zu haben sind. Wir brauchen also weiterhin und mehr denn je die Philosophie, um zu verstehen, was das »Ich« eigentlich ausmacht. Alva Noë zeigt, wo die Ergebnisse der Hirnforschung zu kurz greifen, und erteilt den Forschern eine klare Absage, die meinen, man könne menschliches Bewusstsein demnächst in der Petrischale erzeugen. Denn der Mensch ist weit mehr als sein Gehirn. Wir sind keine Computer: Die Seele wird uns nicht aufgezwungen. Wir erschaffen sie selbst.

Wird oft zusammen gekauft

Du bist nicht dein Gehirn: Eine radikale Philosophie des Bewusstseins + Endloses Bewusstsein: Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung
Preis für beide: EUR 36,90

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 3 (1. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492053491
  • ISBN-13: 978-3492053495
  • Originaltitel: Out of Our Heads
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 284.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dieses Buch sollte jeder gelesen haben, der über das Denken nachdenkt.« Oliver Sacks

Über den Autor

geboren 1964, ist Professor für Philosophie in Berkeley/ Kalifornien, außerdem Mitglied des »Institute of Cognitive and Brain Sciences«. Zu den Themen Bewusstsein und Wahrnehmung hält er weltweit Vorträge, unter anderem auch bei den Unternehmen Google, Microsoft und Pixar. Er entwickelt zurzeit eine Philosophie der Kunst und arbeitet in diesem Zusammenhang mit der Ballettkompanie »The Forsythe Company« in Frankfurt.


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Kundenrezensionen

3.3 von 5 Sternen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Grundlage für Bewusst-Sein und Denken. 31. Oktober 2010
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
"Ich denke, also bin ich": schon Heidegger und Sartre haben diesen Satz von Descartes widerlegt, der lange Zeit wissenschaftliches Denken prägte. Heute wäre zu konstatieren: Ich denke und kann das Denken auch abstellen bzw. das dahinter liegende Bewusstsein erschafft im Dialog mit der Umwelt und anderen seelische Zustände, den Charakter eines Menschen.

Dieser Charakter ergibt sich also durch aktive Interaktion mit der Umwelt, mit anderen Menschen. Und das Werkzeug zur Interpretation dafür ist das Gehirn, nicht mehr und nicht weniger. Mit ihm kann ich Stille erleben, Ruhe, aber ebenso Hinwendung und Nachdenken, Vorplanung oder Gespräche. Eine der wesentlichen Funktionen des Menschseins ist es, die Gehirnfunktionen auszuschalten, Ruhe und Stille zu fühlen. Erst dadurch entsteht neues Denken.

Aktuelle Hirnforschung verkündet eine sensationelle Entdeckung nach der anderen, aber Denken erklären oder jene Ebenen herauskristallisieren, die das Bewusstsein oder unsere Seele ausmachen, das schafft sie nicht und wird es wohl auch nie erhellen können. Noe stellt fest, dass die Hirnforscher das Gehirn auf die Ebene der Verdauung pressen wollen, während es seiner Meinung nach ein Tanz bzw. ein mit der Welt verwobener Prozess ist.

Das Transzendente unseres Seins verhindert wissenschaftlich neurologische Präzisierungen, niemand kann erklären, wie Bewusstsein oder Wahrnehmung entstehen. Anschwellende Hirnforschung bringt uns nur zu der Einsicht, dass die Antworten komplizierter und keinesfalls monokausal sind. Eine Verortung bestimmter Denkleistungen oder Emotionen im Gehirn ist so sinnleer wie dem fallenden Sack Reis eine Weltbedeutung zuzumessen.

Alva Noë entblößt die Ergebnisse der Hirnforschung als Scharlatanerie. Der Mensch ist weit mehr als Groß- und Kleinhirn bzw. nicht von dort her determiniert. Die Seele erschaffen wir selbst. Ihre Kraft wächst jenseits von Schaltkreisen, die man vorab knüpfen und berechnen könnte bzw. die genhaft definiert wären. Eine Erklärung, was der Mensch sei und wie er zu sein hätte, benötigt das Philosophieren um Gut und Böse, um die ewigen Seinsfragen der Welt. Erst durch sie ensteht Ethik und die Frage danach, wie wir leben sollen.

Dieses Philosophieren lässt unser Bewusstsein wachsen, es formt leere Köpfe in deren Hinwendungsperspektiven auf die Welt, auf Kollegen, Freunde und Umgebung. Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass unser Geist von unseren inneren Vorgängen erzeugt wird, er ist ein viel weiteres Feld der Interaktion und Verarbeitung von Prozessen, die uns im Austausch mit Natur und Menschen entstehen lässt.

Bewusstsein in diesem Sinne zeigt, dass wir nicht in unserem Kopf zuhause sind, sondern in der Welt. Dabei sind wir mehr als unser Gehirn, wir sind ein dialogisches, nicht determiniertes Wesen, das unterschiedliche Bewusstseinszustände und Erlebnisse erfasst, die permanent auf der Suche sind nach individueller und kollektiver Vervollkommnung, nach einem glückenden Seinszustand bzw. Leben.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von et
Von Amazon bestätigter Kauf
Ich habe "Du bist nicht Dein Gehirn" von Alva Noe mit grossem Interesse gelesen. Die Frage, was das Bewusstsein eigentlich ist, treibt mich besonders um, seit ich zwei Bücher über Nah-Tod-Erfahrungen gelesen habe (Pim van Lommel: Endloses Bewusstsein: Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung und Jeffrey Long: Beweise für ein Leben nach dem Tod: Die umfassende Dokumentation von Nahtodeserfahrungen aus der ganzen Welt). In diesen beiden Büchern wird der Nachweis geführt, dass es eine erheblich Zahl von Menschen gibt (etwa 300'000 allein in der Schweiz), die sich an bewusst und klar an Erlebnisse aus einem Zeitraum erinnern, wo sie klinisch tot waren (z.B. wegen Herzinfarkt, Ertrinken, Wachkoma o.ä.). Offenbar funktioniert das Bewusstsein manchmal auch dann, wenn das Gehirn nicht mehr bzw. noch nicht wieder arbeitet. Von Noe erwartete ich positive Aussagen zur Frage: Was ist denn nun das Bewusstsein wirklich?

Alva Noe hinterfragt eine ganze Reihe gängiger Vorstellungen über das Bewusstsein und widerlegt eine Menge neurologisch-medizinischer Annahmen dazu. Als Philosoph tut er das nicht mit Hilfe eigener Experimente, sondern mit klugen Überlegungen und logischen Schlüssen, basierend auf den vorhandenen Experimenten der Neurologen und Psychologen.

Er zeigt, dass das Bewusstsein zwar mit/durch das Gehirn entsteht, aber mindestens ebenso durch die Interaktion mit der Umwelt und durch die Aktionen des eigenen Körpers. Damit führt er meines Erachtens überzeugend Beweis, dass das bewusste Ich nicht einfach ein Produkt meines Gehirns ist. Noe tritt hier mutig gegen den Mainstream der Psychologie und Neurowissenschafter an. Er scheut sich auch nicht, Nobelpreisträger ins Visier zu nehmen und ihre einst preiswürdigen Erkenntnisse zu zerzausen. Immer respektvoll, aber konsequent. Ein grosses Verdienst.

Leider lässt Alva Noe die Frage weitestegehend offen, was denn mein Ich-Bewusstsein IST, wenn es denn nicht bloss ein Nebeneffekt der Hirnschwingungen ist. Damit wird er dem Titel des Buches zwar völlig gerecht, nicht aber dem Untertitel. "Eine radikale Philosophie des Bewusstseins" stellt dieser Text nicht dar. Da gehen andere Autoren, wie z.B. der Quantenphysiker Henry P. Stapp in Mind, Matter and Quantum Mechanics (Frontiers Collection) deutlich mutiger an die Frage heran (womit man sich natürlich auch exponiert).

Noe's Buch ist leicht lesbar und auch für Laien problemlos verständlich. Es ist offensichtlich als Lektüre, nicht als Nachschlage- oder Referenzwerk konzipiert. Auf den klassischen wissenschaftlichen Apparat mit allen Verweisen wird verzichtet, doch gibt es 20 Seiten Anhang, wo zu jedem Kapitel Anmerkungen mit den relevanten Literaturreferenzen (im Fliesstext) angefügt sind. Dieser Kompromiss zwischen Lesbarkeit und Seriosität / wissenschaftlicher Nachprüfbarkeit ist m.E. gut gelungen.

Insgesamt ein hilfreiches Buch. Mich hat es allerdings wegen der fehlenden positiven Antwort auf die Frage, was denn das Bewusstsein nun ist, eher etwas unbefriedigt und ratlos zurückgelassen. Darum 1 Stern Abzug.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielleicht weiß ich, was er sagen will 24. Juli 2011
Es geht um die These, dass unser Bewusstsein nicht im Gehirn entsteht, das Gehirn nichts verarbeitet und wir nicht abgeschottet in unserem Gehirn existieren und die Welt über die Sinne ausschnittsweise wahrnehmen und interpretieren müssen. Vielmehr entsteht unser Bewusstsein durch die Interaktion zwischen Gehirn und Umwelt, von der wir ein Teil sind. Das erklärt, warum das Bewusstsein bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte - es ist halt nicht im Gehirn. Der Autor führt diverse Phänomene an, die nur mit dieser These Sinn machen, beispielsweise dass Menschen erst sich ihrer Selbst bewusst sind, sobald sie mit Sprache über ihre Umwelt reden und nachdenken können. Und dass wir aus dem Kontext heraus verstehen, was andere sagen, auch und gerade wenn wir nicht richtig zuhören, gerade weil unser Gehirn nicht über Dinge nachdenken muss, die es perfekt beherrscht. Die Theorie das Autors macht Sinn und ich nehme sie gerne an, allerdings habe ich lange gebraucht zu verstehen, was er meinte, weil er es mMn schlecht erklärt. Stets hatte ich das Gefühl das er recht hat, aber wenn er sagt "das Bewusstsein entsteht nicht im Gehirn" fragt eine Stimme in meinem Kopf: Wo dann? Und findet keine Antwort, weil diese im Zusammenhang versteckt ist: Wir sind keine Gehirne, aber wir benutzen unser Gehirn als Werkzeug, so wie wir mit unseren Augen die Welt direkt wahrnehmen und unsere Hände benutzen, ohne darüber nachzudenken. Wenigstens habe ich es schlussendlich verstanden. Wahrscheinlich.
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