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Ich bin, wer ich bin. Ein öffentliches Leben als Mann und als Frau
 
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Ich bin, wer ich bin. Ein öffentliches Leben als Mann und als Frau [Gebundene Ausgabe]

Michaela Lindner
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821816287
  • ISBN-13: 978-3821816289
  • Größe und/oder Gewicht: 21,9 x 12,9 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 590.944 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

30 mutige, offene und schonungslose Briefe, die das Leben und den Wandel eines transidenten Menschens in Deutschland zwischen 1958 und 2000 beschreiben. 30 fiktive Briefe, die Michaela Lindner nie abgeschickt hat. Aber Briefe an Menschen, die es wirklich gibt. Michaela Lindner hat keine Namen oder Orte verändert. Die 30 Briefe werden so zu einer Art "Tagesbuch", allerdings in Jahres- und Monatsschritten. Sie sind Dokumentation eines Lebens, Psychogramm eines Menschen und Anklage an unsere Gesellschaft. Aber auch Ansporn, sich selbst zu verwirklichen und seinen Traum zu leben!

Michaela Lindner beschreibt die tiefen Schmerzen, die Selbstmordgedanken, die Verzweiflung, aber auch -- und dies mit wirklich zu Herzen gehender Hingabe, Schreibfreudigkeit und Begeisterung -- die Liebe, Zuneigung und Unterstützung, die sie erfahren hat, als sie ihren Wechsel vom Mann zur Frau begann. Und Michaela Lindner tut dies in aller Öffentlichkeit. In ihrem ersten Leben als Mann war sie Bürgermeister in Quellendorf. Mitten im Leben, in Politik und Öffentlichkeit. Und fast als Geschenk an sich selbst, zum 40. Geburtstag, durchlebt, durchleidet und durchkämpft Lindner die Wiedergeburt als Frau: ein neuer Körper, eine neue Geschlechterrolle, eine neue Liebe.

Das Buch Michaela Lindners ist kein "Coming out"-Roman. Freilich, die Probleme, die jeder schwule Mann kennt, wenn er sich zum ersten Mal bei Familien und Freunden zu seinem Schwulsein und "Anderssein" bekennt, hat Frau Lindner in ähnlicher Weise erfahren: Sie führt überzeugend vor, dass es immer weiter geht, auch dann, wenn die eigene Ehrlichkeit dazu führt, von einer Gemeinde verstoßen, von deutschen Spießbürgern verunglimpft, von den eigenen Eltern nicht akzeptiert und von Behörden schikaniert zu werden. Lindner durchlebt dies in Extremform: arbeitslos, wohnungslos, Rauswurf aus der Krankenkasse. Perspektivlosigkeit, dann Selbsthilfegruppen, Psychotherapie und der langsame Kampf mit sich selbst, dann die Gewissheit: ich wage die Operation, die mich endgültig zur Frau macht!

Michaela Lindners Buch ist mehr als eine reine Autobiografie. Es ist ein Teil deutsch-deutscher Geschichte, die mehr zeigt als Geschichtsbücher und Fernsehfilme: Aufwachsen in der DDR, Wende, wirtschaftlicher Überlebenskampf, Leben zwischen Vision und dörflicher Enge. Und in all dieser Zeit meistert Michaela Lindner ihren Schritt zur Frau.

Was stört, sind die bisweilen etwas übertrieben kitschig wirkenden Passagen mit Udo Jürgens-Liedern und der häufige Verweis auf La cage aux folles. Aber trotzdem: Kompliment an Michaela Lindner für soviel Mut und Offenheit! Absolut lesenswert! Und wer selbst als transidenter oder transsexueller Mensch Hoffnung sucht und Mut schöpfen will, das Buch von Michaela Lindner ist besser als manche Therapie. --Martin Kilgus

Kurzbeschreibung

Norbert Lindner war Unternehmer, Familienvater und Bürgermeister von Quellendorf bevor er öffentlich bekannte, als Frau zu empfinden und damit tiefste Irritationen und Abwehr auslöste. Der mutige Schritt zur offenbarten Transidentität bedeutet für Norbert das Ende seines Doppellebens, gefangen zwischen Selbstverleugnung und der Sehnsucht nach der anderen Geschlechtszugehörigkeit. Als Michaela stellt sich Lindner 1998 erneut zur Wahl, doch als Bürgermeisterin kann sie das Vertrauen nicht zurückgewinnen. Skandal und Medienspektakel rücken sie in das Licht einer Öffentlichkeit, die sie auch tiefer menschlicher Enttäuschung preisgibt.
Michaela stellt sich Voyeurismus und Ignoranz. In ihrem authentischen Lebensbericht schildert sie offen ihre Kindheit und Jugend in der DDR, ihre lange Gratwanderung zwischen den Geschlechtern und die verschlungene Suche nach ihrer wahren Identität - ein Weg, der auch nach der Geschlechtsumwandlung noch nicht zu Ende gegangen ist.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Alex
Ich muss gestehen, das ich nach dem Lesen der Lebensgeschichte von Michaela Linder sehr tief beeindruckt war... Ihr Schreibstiel ist ehrlich und höflich. Aber zum Teil auch schonungslos offen und herzergreifend direkt. Eine Symbiose, die sehr gut auf die jeweiligen Inhalte dieser 30 fiktiven Briefe" in dem Buch verteilt wurde.

Ob jetzt angefangen bei ihren jungen Jahren in der DDR und die erste (eher unbewusste) Entdeckung der eigenen Weiblichkeit. Der Umzug nach Quellendorf samt Bürgermeisterkandidatur (damals ja noch als Norbert Lindner), oder das lange - und emotional schmerzvolle - Eingeständnis zur eigenen Transidentität: Michaela Linderns Lebensgeschichte ist durchgehend bewegend, nachvollziehbar und abgrundtief ehrlich niedergeschrieben worden!

Michaela beschönigt nichts. Verfällt nachträglich aber auch nicht in Gram und Rachegefühle" über die ihr oftmals entgegengebrachte Ablehnung ihrer Umwelt. Insgesamt ist der lange und schwere (sowohl physische, als auch psychische) Weg von Norbert zu Michaela sehr sachlich gehalten, ohne dabei Gefahr zu laufen in künstlichen Dogmen oder Selbstmitleid zu suhlen. Nein, denn dies hat Michaela auch gar nicht nötig!

"Ich bin, wer ich bin" ist eine wundervolle Lebensgeschichte über gelebte Toleranz, Wärme und Mitmeschlichkeit. Ein Buch, bei dem sehr schnell (und sehr deutlich!) klar wird, dass hier ein Mensch dahinter steckt, der es verstanden hat, was Leben WIRKLICH heißt und bedeuten kann!

Ich von meiner Seite aus wünsche Michaela Linder (sowie natürlich auch allen anderen Menschen, die - wie auch immer - etwas mit dem Thema Transidentität zu tun haben) jedenfalls alles nur erdenklich Gute für ihr weiters Leben und Wohlbefinden! Denn, gäbe es mehr so gut- und warmherzige Menschen wie Sie, sähe es auf unserem Planenten mittlerweile viel, viel besser (und vor allen Dingen: Toleranter) aus.
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