Ich muss gestehen, das ich nach dem Lesen der Lebensgeschichte von Michaela Linder sehr tief beeindruckt war... Ihr Schreibstiel ist ehrlich und höflich. Aber zum Teil auch schonungslos offen und herzergreifend direkt. Eine Symbiose, die sehr gut auf die jeweiligen Inhalte dieser 30 fiktiven Briefe" in dem Buch verteilt wurde.
Ob jetzt angefangen bei ihren jungen Jahren in der DDR und die erste (eher unbewusste) Entdeckung der eigenen Weiblichkeit. Der Umzug nach Quellendorf samt Bürgermeisterkandidatur (damals ja noch als Norbert Lindner), oder das lange - und emotional schmerzvolle - Eingeständnis zur eigenen Transidentität: Michaela Linderns Lebensgeschichte ist durchgehend bewegend, nachvollziehbar und abgrundtief ehrlich niedergeschrieben worden!
Michaela beschönigt nichts. Verfällt nachträglich aber auch nicht in Gram und Rachegefühle" über die ihr oftmals entgegengebrachte Ablehnung ihrer Umwelt. Insgesamt ist der lange und schwere (sowohl physische, als auch psychische) Weg von Norbert zu Michaela sehr sachlich gehalten, ohne dabei Gefahr zu laufen in künstlichen Dogmen oder Selbstmitleid zu suhlen. Nein, denn dies hat Michaela auch gar nicht nötig!
"Ich bin, wer ich bin" ist eine wundervolle Lebensgeschichte über gelebte Toleranz, Wärme und Mitmeschlichkeit. Ein Buch, bei dem sehr schnell (und sehr deutlich!) klar wird, dass hier ein Mensch dahinter steckt, der es verstanden hat, was Leben WIRKLICH heißt und bedeuten kann!
Ich von meiner Seite aus wünsche Michaela Linder (sowie natürlich auch allen anderen Menschen, die - wie auch immer - etwas mit dem Thema Transidentität zu tun haben) jedenfalls alles nur erdenklich Gute für ihr weiters Leben und Wohlbefinden! Denn, gäbe es mehr so gut- und warmherzige Menschen wie Sie, sähe es auf unserem Planenten mittlerweile viel, viel besser (und vor allen Dingen: Toleranter) aus.