Welche Strategien sind notwendig, damit Kinder in der Grundschule schon zu Persönlichkeiten werden können, die sich ihrer Individualität voll und ganz bewußt sind - und trotzdem bzw. gerade deshalb auch in sozialen Gemengelage einer Grudnschulklasse zurecht kommen?
Bettina Rinderle hat mit ihrem sozialen Lernprogramm, das sich an alle Kinder im Primarstufenbereich richtet, eine gute Quintessenz gefunden zwischen dem Aufgehen in der Gruppe und dem Betonen der Unterschiedlichkeit.
So stellt die Beratungslehrerin und LRS-Multiplikatorin zunächst die Selbst-Wahrnehmung in den Vordergrund mittels verschiedener Übungen und Arbeitsblätter, welche unterschiedliche Sinneskanäle ansprechen.
Nicht nur Gespräch, Interagieren und Lautstärke stehen im Vordergrund, sondern auch die Stille und das optische bzw. akustische Wahrnehmen von sich selber.
Im zweiten Baustein des kopierfreundlichen DIN A4-Heftes werden bekanntere und neuere Interaktions- und Kommunikationsübungen beschrieben und mit ansprechenden Vorlagen versehen. Neben Texten und Bildern, die gestaltet werden sollen, finden sich hier auch Ankreuz-Übungen, die neben den Gefühlen auch unterschiedliche Gedankengänge eines Kindes aufgreifen.
Während die ersten beiden Bausteine des Buches eher um die Themen Wahrnehmung, Kommunikation und Interaktion kreisen, zeigt die Autorin im letzten Kapitel auf, wie bedeutsam das Akzeptieren und Respektieren des Gegenübers ist. Imaginationsübungen, Rollenspiele und individuelle Gestaltungsverfahren bilden den krönenden Abschluss des anregenden Heftes, auch wenn dieses letzte Kapitel durchaus noch ausführlicher hätte sein können. Zudem wären hier auch modernere Bilder und Identifikationsobjekte, wie Handy, CD, PC-Spiel gut gewesen.
Das Literaturverzeichnis bietet einen zwar kleinen, aber guten Überblick über weiterführende Titel.
Im Gesamten ein hervorragendes Hilfsmittel, um das Soziale und die Individualität in einer Klasse nachhaltig zu kräftigen!