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Produktinformation
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Die vorliegende Arbeit erbringt die erforderlichen Nachweise am Beispiel stationärer Alteneinrichtungen. Sie eröffnet mit dem Blick auf unsere besondere Lage angesichts unserer Endlichkeit und offenbart immanente Dilemmata. Sie skizziert vorgehaltene Bewältigungs-strategien sowie die gesellschaftliche Verdrängung und Institutionalisierung von Krankheit, Alter, Sterben und Tod sowie deren Ursachen. Die Arbeit offenbart Grenzen der Hinwendung und wiederkehrende institutionelle Konflikte angesichts sterbender Patienten und Bewohner. Demgegenüber werden die Prinzipien hospizlicher Begleitung vorgestellt sowie -teilweise aus Betriebswirtschaft und Management entliehene- Mittel und Wege skizziert, mit denen jede interessierte Einrichtung ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend den schrittweisen Transfer hospizlicher hospizlicher Maxime vollziehen kann. Abschließend wird dargelegt, warum Vertreter der Sozialen Arbeit für diese Aufgabe -die Aufgabe der humanen Gesellschaft ist-heute in die Verantwortung zu nehmen sind und den Prozeß zu initiieren, zu führen und zu begleiten.
E T H I K P R E I S
Da mir das Thema sehr am Herzen liegt, freue ich freue mich besonders, daß die Arbeit 1998 für die Vergabe des Ethik-Preises, der vom Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt für fachlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben wird, vorgeschlagen und im bundesweiten Wettbewerb mit dem achten Platz gewürdigt wurde.
Angelika Zahn, Diplom-Sozialarbeiterin (38)
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Diese zu fordernde Verbindung ist in der vorliegenden Veröffentlichung in mustergültiger Weise gelungen: in dem sie nicht nur gegebene Situationen aufzeigt, sondern insbesondere Lösungen für anstehende Probleme anbietet.
Ebenso wichtig ist aber auch die ganze offenkundige Realität, daß der Strukturwandel unserer Gesellschaft -insbesondere im Hinblick auf deren Alterung- auch das Sterben in unserer Welt mehr und mehr ganzheitlich schon verändert hat und in Zukunft gewiß noch mehr verändern wird. Gibt es doch nicht nur den Tod durch Krankheit oder Katastrophen, in zunehmenden Maße auch den durch Alterung und in sozialer Vereinsamung.
Umso zwingend notwendiger erscheint es doch, schon heute über solche Entwicklungen nachzudenken und nach humanen Lösungen zu suchen, bevor uns die Situationen zu Entscheidungen zwingen werden, die wir dann eigentlich s o gar nicht wollten -am allerwenigsten für uns selbst.
Möge die vorliegende Arbeit in ihren Reflexionen Veranlassung sein, für die Erarbeitung von Konsequenzen im Umgang mit Sterbenden und Trauernden, mit dem Sterben überhaupt, aber auch mit der Endlichkeit jedes einzelnen Menschen, der sich heute schon einmal mit dieser seiner eigenen Lebensperspektive auseinandersetzen will. Dann mag das Los-lassen vom Leben, auch besonders unter unseren heutigen Gegebenheiten, den Stellenwert wieder gewinnen, den es einmal in natürlicher Weise besessen hat: Ganz gleich, wo es denn auch einmal geschehen wird - in der Geborgenheit einer Familie oder eines Heimes, warum nicht auch in unseren Krankenhäusern oder Kliniken, wenn nicht gar "auf den Straßen" unseres Lebens.
Gerade die ständig zunehmende höhere Lebenserwartung wird recht bald einmal dazu führen, daß der Alterstod das Sterben durch Krankheiten überflügeln wird. Und es besteht keineswegs Sicherheit dahingehend, daß wir auf solche Veränderungen in einer adäquaten Weise vorbereitet sind. Solche Erkenntnis bedeutet aber, daß es doch wohl an der Zeit ist - um nicht erneut in mitmenschlichen Verpflichtungen wieder einmal zu spät zu kommen- die gedanklichen Voraussetzungen dafür schaffen, was in unseren Verpflichtungen dem Humanum in einem allgemeinen und speziellen Sinne an Aufmerksamkeit und Sorgfalt gebührt.
In diesem Sinne kann man den vorliegenden Überlegungen nur die Wirkung wünschen, die diese bezwecken wollen.
Auf der Basis einer tiefgehenden anthropologischen Fundierung setzt sich die Autorin zunächst mit der Todesverdrängung der Moderne an der Schwelle zum dritten Jahrtausend auseinander. Sie deutet das faktische Abschieben der Sterbenden aus der Gesellschaft in schlecht geregelte Institutionen der Altenpflege als die Konsequenz einer allgemeinen Todesverdrängung. Wo so gestorben werden muß, da kann auch nicht richtig gelebt werden! Angelika Zahn nennt die Zwänge. Die High-Tech-Medizin unserer Kliniken deutet sie zu recht als extremen Ausdruck jenes Wegdrängens des Todes aus der Lebenspraxis der modernen Gesellschaften.
Die Skizzierung der Gegenbewegung -Ernstnehmen des Todes im Vollzug des Lebens- führt im zweiten Teil der Arbeit zur Beschreibung konkreter Handlungsfelder: das Altenpflegeheim, Hospizbewegung und -praxis, Integration hospilzlicher Praxis in die stationäre Altenhilfe. Es ist vor der Hand deutlich: die Autorin arbeitet nicht mit prinzipiellen Postulaten ohne Handlungsbezug. Hier wird vielmehr im Detail Anleitung für Berufsrollen, Akteure und Institutionen gegeben. Wenn christliche Sozialethik immer so klar und detailgetreu wäre, könnte sie ein wichtiger Gesprächspartner in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um Sterbebegleitung (...) sein. Auch in dieser Hinsicht ist die von Angelika Zahn vorgelegte Arbeit vorbildlich."
Angelika Zahn widmet sich in ihrer engagierten Arbeit den Fragen der Sterbebegleitung in stationären Anstalten der Altenpflege. Angesichts eines gesellschaftlichen Trends, der der hemmungslosen und oft rücksichtslosen Durchsetzung eigener Interessen allzuoft den Vorrang gibt vor dem Innehalten und dem uneigennützigen, wechselseitigen füreinander Eintreten der Menschen, steht die berufliche Sozialarbeit vor neuen Herausforderungen. Der Autorin gelingt es, ohne vor den gesellschaftlichen Gegebenheiten die Augen zu verschließen, dem Berufsbild der Altenpflege neue Impulse zu verleihen. Insbesondere die Integration hospizlicher Praxis in Institutionen stationärer Altenpflege hilft Wege aufzuzeigen, um den Grad der Zuwendung zu Menschen im Prozeß des Sterbens zu erhöhen. Dabei kommt es darauf an, daß Sozialarbeit nicht nur mit hoher Professionalität ausgestattet wird, sondern daß das Bewußtsein für die spezifische Situation, in der diese Arbeit geschieht, gestärkt wird. Altenpflege und speziell die Aufgabe der Sterbebegleitung hat es mit Menschen zu tun, die unserer Zuwendung und Hilfe bedürfen. Auch dort, wo ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben nicht mehr ohne äußere Hilfe möglich ist, kommt es darauf an, ein Beziehungsgeflecht aufzubauen, in dem die Hoffnungen und die Ängste der Sterbenden genauso ihren Platz haben wie das Leid der Trauernden. Eine verantwortliche Altenarbeit und Sterbebegleitung zu leisten, hieße, diese Arbeit nicht als ein notwendiges Übel anzusehen, für das die Gesellschaft nur notgedrungen Mittel und Personal zur Verfügung stellen muß. Vielmehr gehören die Erfahrungen in der Begleitung von sterbenden Menschen zu den Grundbausteinen einer humanen Gesellschaft. Dies erneut ins Bewußtsein zu rücken, ist das Verdienst der Untersuchung von Angelika Zahn."
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